Presseworkshop „Zukunftsperspektiven europäischer Aktien“
Europäische Aktienkurse weiterhin auf AufholjagdKonjunkturprogramme und Überschussliquidität stützen die Märkte
Deutliche Erholung in Osteuropa
"Die Weltwirtschaftskrise scheint größtenteils überwunden, und die Erholung der Finanzmärkte ist deutlich zu spüren", kommentiert Frank-Peter Martin, Mitglied des Partnerkreises des Bankhauses Metzler und verantwortlich für die Anlagestrategien des Asset Management, beim Pressegespräch am 24. September in Frankfurt das volkswirtschaftliche Umfeld. Nach den Tiefständen im März 2009 kehre die Weltwirtschaft auf einen moderaten Wachstumskurs zurück. Diesem allgemeinen Trend folgten im zweiten Quartal unter anderem auch die deutsche und französische Wirtschaft. Parallel dazu erholten sich die internationalen Aktienmärkte von den drastischen Kursverlusten.
Die europäischen Aktienmärkte mussten im Jahresverlauf 2009 in einem turbulenten Umfeld bestehen. Verluste von mehr als 20 % bis Anfang März wurden in der anschließenden fulminanten Kursrallye mehr als kompensiert. "Diese Trendwende an der Börse ist den von Februar bis Juli sinkenden Risikoprämien zu verdanken", erläutert Martin Luley, Geschäftsführer bei Metzler Asset Management. Daneben profitierten die Aktienkurse von der beispiellosen Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität und positiven Unternehmensberichten. Luley ist überzeugt, dass die globale Bankenkrise weitgehend abgearbeitet ist: "Wir erwarten insgesamt eine deutliche Erholung der Weltwirtschaft ab dem zweiten Halbjahr 2009." Angesichts nachlassender Ängste vor einer Weltwirtschaftskrise könne die Überschussliquidität in bisher ungekanntem Ausmaß eine Hausse an den Aktienmärkten verursachen.
Risiken sieht Metzler für den Fall, dass die Zentralbanken den Märkten Liquidität entziehen. In China haben die Kursstürze von 20 % innerhalb von nur zwei Wochen die negativen Effekte einer restriktiveren Geldpolitik eindrücklich gezeigt. Allerdings spricht die immer noch fragile Verfassung des Finanzsystems nach Einschätzung von Metzler dafür, dass die Zentralbanken in Europa erst im Jahresverlauf 2010 damit beginnen werden, Liquidität abzuschöpfen.
"Trotz der Kurserholung liegen die europäischen Aktienindizes erst wieder auf dem Niveau vom Januar 1998. Vor diesem Hintergrund erscheinen europäische Dividendentitel auf den ersten Blick nicht teuer", so Heiko Veit, verantwortlich für den Growth-Bereich bei Metzler Asset Management. Darüber hinaus haben europäische Aktien seit 1986 keinen nennenswerten Mehrertrag gegenüber Renten erzielen können; beide Vermögensklassen brachten mit etwa 7,4 % p. a. denselben Ertrag, wenngleich die Kurse von Aktien deutlich stärker schwankten. Bei funktionierenden Märkten müsste jedoch die riskantere Vermögensklasse mittelfristig den höheren Ertrag erwirtschaften. Demnach dürfte die Wertentwicklung von Aktien in den nächsten Jahren deutlich besser sein als die von Renten.
Auf kürzere Sicht gehen die Spezialisten von Metzler Asset Management davon aus, dass die Weltwirtschaft infolge der expansiven Geld- und Fiskalpolitik ab Herbst 2009 kräftig wachsen wird. Dafür spricht, dass in den nächsten Quartalen Konjunkturprogramme im Umfang von weltweit mehr als 2,5 Bio. USD nachfragewirksam werden. Die sich erholende Nachfrage dürfte die Produktion überproportional steigen lassen, weil die Lagerbestände der Unternehmen ungewöhnlich niedrig sind.
"An den osteuropäischen Aktienmärkten ist, trotz der schwierigen Situation einzelner Volkswirtschaften, eine deutliche Erholung erkennbar", erläutert Markus Brück, Senior-Portfoliomanager bei Metzler Asset Management. Rückenwind erhielten die Märkte vor allem durch das Anziehen der Rohstoff- und Erdölpreise, aber auch durch ein robustes Konsum- und Exportumfeld in Folge der Währungsabwertungen. So hat Polen als einziges EU-Land im ersten Halbjahr ein positives BIP-Wachstum ausweisen können. Insbesondere den osteuropäischen Randmärkten traut Brück mittelfristig noch erhebliches Potential zu.
"Small und Mid Caps schneiden momentan deutlich besser ab als Large Caps. In der derzeitigen Marktsituation ist unser Stock-Picking-Ansatz besonders erfolgreich", so Lorenzo Carcano, Senior-Portfoliomanager bei Metzler Asset Management. Zunehmende Risikobereitschaft löse die Unsicherheiten an den Märkten ab und begünstige die Nebenwerte. Carcano rechnet für das kommende Jahr damit, dass mit dem Stock-Picking-Ansatz gute Ergebnisse erzielt werden können.
Multi-Boutique-Struktur sorgt für Outperformance
Die Fondsmanager im Aktien-Portfoliomanagement bilden bei Metzler im Rahmen einer Multi-Boutique-Struktur kleine Teams. Jedes Team konzentriert sich auf jeweils ein klassisches Investmentkonzept – und zwar Europa Core, Value und Growth, auf europäische Small und Mid Caps sowie auf die Regionen Deutschland und Osteuropa. Für jede dieser Strategien verantworten die Fondsmanager alle Entscheidungen – und damit auch die Performance. Die Fonds erzielten in diesem Jahr, aber auch für die Drei- und Fünf-Jahres-Zeiträume eine deutlich bessere Performance als ihre jeweilige Benchmark.
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