Metzler Private Banking: Portfolio-Allokation für Privatkunden
- Aktienmärkte: Kurskorrektur eröffnet Chancen
- Rentenmärkte: Anleihen ausgewählter Schuldner mit guter Bonität im Fokus
Frankfurt, 6. Mai 2008
Aktienmärkte
„Die teils heftigen Kursrückgänge an den internationalen Aktienbörsen haben das Chance-Risiko-Verhältnis der unterschiedlichen Anlageklassen deutlich zugunsten von Aktien verschoben“, so Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements im Metzler Private Banking. In die Preisbildung sei ein mehr als ausreichender Risikoabschlag eingeflossen. Zudem seien die weltweit wichtigsten Aktienmärkte anhaltend günstig bewertet. So liege die Dividendenrendite europäischer Aktien auf einem langjährigen Höchststand, und die Risikoprämie signalisiere mit über 4 % die wieder deutlich gestiegene Attraktivität von europäischen Aktien. Das Drehbuch für die Börsenentwicklung dürfte auch im weiteren Jahresverlauf maßgeblich von den Aktien der Finanzinstitute abhängen. Die bisherigen Bilanzveröffentlichungen haben ein höheres Maß an Transparenz gebracht sowie die Stärken einzelner Häuser oder die Notwendigkeit von Kapitalerhöhungen gezeigt. Für die Banken käme die zur Diskussion stehende Erleichterung der Rechnungslegung einem weiteren Befreiungsschlag gleich: Nach den aktuell gültigen Bilanzregeln nach IFRS-Methode müssen Banken alle Vermögenswerte ihres Handelbestandes zu den aktuellen Marktkursen bewerten (also nach dem so genannten „Mark-to-Market-Ansatz“) – im Gegensatz zu den vorher gültigen Bilanzierungsvorschriften, nach denen die Vermögenswerte des Handelsbestandes auch zu Anschaffungskosten bilanziert werden konnten. Wenn den Instituten wieder zugestanden werden sollte, ihre illiquiden Vermögenswerte zu Anschaffungskosten oder auf Basis beispielsweise einer Cashflow-Analyse zu einem „fairen Wert“ zu bilanzieren, würde sich die eingeleitete Bodenbildung bei den Kursen der Bankaktien fortsetzen, so Naab. Da dieser Prozess der Bodenbildung aber in der Regel länger dauere, rät Naab dazu, neue Positionen lediglich sukzessive aufzubauen. Gleichwohl dürfte die Kurserholung bei den Banktiteln nach seiner Einschätzung von starken Schwankungen begleitet werden.
Auf Branchenebene bevorzugt der Metzler-Experte weiterhin Versicherungsaktien, die mit ausgesprochen niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen von teilweise unter eins glänzen – die Gesellschaften sind also zu ihrem Eigenkapital bewertet. Als sehr attraktiv stuft er weiterhin Titel von Industrieunternehmen ein. Firmen wie BASF, Siemens, Schneider oder General Electric, aber auch Ölservicegesellschaften wie Sulzer oder Baker Hughes profitieren von der dynamisch voranschreitenden Industrialisierung in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Dagegen lässt Naab bei Aktien von Pharmaunternehmen, Versorgern und Telekommunikationsgesellschaften weiterhin Vorsicht walten und geht hier äußerst selektiv vor.
Auf Länderebene spreche neben Diversifikationsgründen die sehr niedrige Bewertung dafür, japanische Aktien in den Portfolios zu berücksichtigen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sei auf den niedrigsten Stand seit 33 Jahren gesunken, und die Dividendenrenditen lägen deutlich über dem Zins für zehnjährige Staatsanleihen. In der Vergangenheit sei dies stets ein zuverlässiges Signal für eine positive Wertentwicklung japanischer Titel gewesen. Ebenfalls aussichtsreich bleiben laut Naab Aktienengagements in den Schwellenländern.
Rentenmärkte
Schwerpunkte der Rentenmarktstrategie seien weiterhin Papiere von Emittenten mit erstklassiger Bonität: Staatsanleihen, mit Staatsgarantie ausgestattete Titel oder deutsche Pfandbriefe. Diese Anlagesegmente hätten sich gerade in der Kredit- und Liquiditätskrise als „sicherer Hafen“ bewährt. Unternehmensanleihen ohne spezielle Besicherung kämen als Beimischung in einem Rentenportfolio aufgrund der deutlich ausgeweiteten Risikoaufschläge punktuell infrage.
Rohstoffmärkte
Naab warnt vor einer neuen Übertreibung – diesmal an den Rohstoffmärkten: Während dieses Anlagesegment noch bis zum Jahr 2006 ein Tummelplatz für Spezialisten gewesen sei, so habe inzwischen ein breiter Ansturm eingesetzt. Um dieser deutlich gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, würden „Öl, Gold & Co.“ zumeist in Finanzprodukte verpackt und breit abgesetzt. Der Verkauf erfolge mit dem schlichten Argument, dass sich „alle“ Experten einig seien, Rohstoffe hätten ein „goldenes Zeitalter“ vor sich. Dabei wird nach Einschätzung des Metzler-Experten ausgeblendet, dass sich der Anteil der spekulativen Gelder am Rohstoffmarkt in den vergangenen Jahren gegenüber der physischen Nachfrage erheblich erhöht hat und damit eine entsprechende Übertreibung signalisiert.
Ausführlichere Informationen finden Sie in der Broschüre „Metzler-Investment-Strategie“.
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