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Metzler Private Banking: Ausgewogene Positionierung in den Portfolios und konsequentes Risikomanagement

Weltwirtschaft: Nur temporär mit gedrosselter Geschwindigkeit

Aktienmärkte: Beachtliche „Nehmerqualitäten“

Rentenmärkte: Risiken haben (wieder) ihren Preis

 

 

Weltwirtschaft: Nur temporär mit gedrosselter Geschwindigkeit

 

Die Weltökonomie erweist sich bislang als erstaunlich widerstandsfähig gegen die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten, so die Einschätzung von Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements Private Banking des Bankhauses Metzler, in der aktuellen Ausgabe der „Metzler-Investment-Strategie“. Der Konjunkturschwäche in den USA wird mehr als ausgeglichen durch die Stärke in anderen Regionen, vor allem durch die ungebrochene Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern sowie den stabilen Konjunkturverlauf in anderen etablierten Industriestaaten, zum Beispiel in Deutschland. Insgesamt sieht Naab gute Chancen, dass die Weltwirtschaft ihre flotte Fahrt fortsetzen wird – wenn auch temporär mit reduzierter Geschwindigkeit.

 

Die aktuellen Daten für die US-Konjunktur zeigen, dass die Korrekturen am US-Wohnimmobilienmarkt noch nicht abgeschlossen und Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum wahrscheinlich sind. Allerdings weisen die jüngsten Daten darauf hin, dass sich die Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt bislang nur relativ gering auf den privaten Konsum ausgewirkt hat. Stützen für den privaten Verbrauch bleiben die günstigen Beschäftigungsaussichten und die soliden Einkommenszuwächse. Zudem sind die Industrie- und Dienstleistungssektoren auf Expansionskurs, und die Schwäche  des US-Dollar liefert dem Außenhandel zusätzliche starke Impulse. „Daher rechnen wir nicht damit, dass die US-Konjunktur in eine Rezession rutschen wird. Vielmehr erwarten wir eine sanfte Landung der Wirtschaft mit einem Wachstum von ca. 2 % für 2008“, so Naab.

 

Nach einer Phase mit starker Schubkraft vom Oktober 2006 bis zum März 2007 entwickelte sich die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal enttäuschend. Die kräftigen Impulse aus dem Außenhandel lassen laut Naab aber darauf schließen, dass sich das Wachstum wieder beschleunigen wird. Die realen Exporte zogen in den Sommermonaten deutlich an und dürften maßgeblich zur steigenden Industrieproduktion beigetragen haben. Japan profitiert weiterhin von kräftigen Zuwächsen beim Export in andere asiatische Länder und in die Europäische Union.

 

Verbessert haben sich auch die Aussichten für die Binnennachfrage. Immer mehr Unternehmen signalisieren einen erhöhten Bedarf an neuen Arbeitskräften. Gemein­sam mit steigenden Löhnen stützt dies den priva­ten Verbrauch. Zudem spricht die recht hohe Kapazitätsauslastung für eine solide Investitionstätigkeit der Unternehmen. Positive Zeichen sendet in dieser Hinsicht auch der zuletzt kräftige Auftrags­eingang für Investitionsgüter.

 

Bisher hat sich das sehr starke Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaftenim Jahr 2007 ungebremst fortgesetzt – namentlich in China, Indien und Russland. Die jüngsten Konjunkturindikatoren lassen nach Einschätzung von Naab erwarten, dass die Emerging Markets auch 2008 ein Wachstum von durchschnittlich über 6 % erreichen werden – dank anhaltend hoher Exportüberschüsse und dynamischer Binnennachfrage.

 

Die Fundamentaldaten der Wirtschaft im Euroraum stützen die günstigen mittelfristigen Konjunkturaussichten – und hier vor allem die anhaltend robuste Industrieproduktion, die soliden Auftragseingänge und das hohe Verbrauchervertrauen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 80er-Jahre und die Einkommenszuwächse stimmen uns für die Entwicklung des privaten Verbrauchs im nächsten Jahr zuversichtlich, führt Naab aus. Ein weiterer stabilisierender Faktor für die Konjunktur in der Eurozone ist die fortgesetzt gute Ertragslage der Unternehmen. Dadurch konnten die Gesellschaften ihre Verschuldung deutlich reduzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit beachtlich verbessern. „Daher halten wir an unserer Prognose fest, dass die Gesamtwirtschafts­leistung in der Eurozone im Jahr 2008 um ca. 2,25 % bis 2,75 % wachsen wird.“

 

Aktienmärkte: Beachtliche „Nehmerqualitäten“

 

Schien es im Spätsommer noch so, als wären die Börsen fest im Würgegriff der Kreditkrise, so haben Aktien – mit Ausnahme der Banktitel – rasch wieder Oberwasser bekommen, und wichtige internationale Indizes sind nicht allzu weit entfernt von ihren diesjährigen oder historischen Höchstständen. Nach Naabs Einschätzung ist der Kurs­anstieg fundamental gerechtfertigt, denn das entschlossene Handeln der wichtigsten Notenbanken zur Überwindung der Liquiditätsengpässe und die US-Leitzins­sen­kungen haben das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems wieder her­gestellt. Dadurch rückten die positiven fundamen­talen Rahmenbedingungen wie robustes Weltwirtschaftwachstum, solide Unternehmensgewinne und moderate Be­wertungen an den etablierten Börsen wieder stärker ins Blickfeld. Vor allem die günstige Be­wertung – sowohl absolut auf Basis der niedrigen Kurs-Gewinn-Verhält­nis­se als auch gegenüber anderen Anlageformen – hat sich erneut in einer Pha­se mit hohen Kursschwankungen als fester Anker an den Aktienmärkten erwiesen.

 

Auch die Unternehmensge­winne als wichtigste Triebfeder für die Aktienkurse unterstützen die Aufwärtsbewegung. „So erwarten wir 2008 wieder ein hohes einstelliges Plus für die Gewinne der Aktiengesellschaften weltweit. Allerdings stellen wir uns auf eine erhöhte Unsicherheit gegenüber den vergangenen Jahren ein, ob diese Prognosen auch eintreffen werden.“ Dies liegt im Wesentlichen in der Unklarheit begründet, welche Spu­ren die Krise in den Bankbilanzen hinterlassen könnte.

 

Damit dürfte den Banken eine entscheidende Rolle im Drehbuch des nächsten Börsenjahres zukommen. Noch misstrauen die Investoren den Bilanzen und Ertragsrechnungen der Kreditinstitute – wie die niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse von durchschnittlich weniger als zehn zeigen. Mit verbesserter Transparenz von Risiken bezüglich strukturierter Kreditprodukte bestünde dann die gute Chance auf sinkende Risikoprämien und steigende Bewertungen – was dem Gesamtmarkt weiteres Kurspotenzial eröffnen würde. „Bevor wir im Rahmen unserer Anlagepolitik hieraus Handlungsempfehlungen ableiten, wollen wir allerdings die testierten Jahresabschlüsse der Banken abwarten“, gibt Naab zu bedenken. „Einstweilen halten wir an der Empfehlung fest, die Aktienquote in ein ausgewogenes Verhältnis zu Obligationen und Geldmarktanlagen zu bringen.“ Auf Branchenebene setzt der Metzler-Spezialist auf Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, Grund- und Rohstofftitel sowie Konsumgüter­hersteller. Auf Regionenebene hält er neben Europa den japanischen Aktienmarkt und die Emerging Markets langfristig für aussichtsreich. Angesichts der uneinheitlichen Entwicklung sogar innerhalb der einzelnen Aktiensegmente ist Einzeltitelauswahl weiterhin Trumpf. 

 

Rentenmärkte: Risiken haben (wieder) ihren Preis

 

Die Dimension der Krise auf dem Markt für forderungsbesicherte Papiere und insbesondere die Unklarheit über den letztendlichen „Verbleib“ der Risiken aus diesen Strukturen bestärken uns darin, hochkomplexe und intransparente Kreditprodukte zu meiden, betont Naab. „Auch wenn die Versprechen der Emittenten nach einem Extra-Zuschlag Rendite ohne Risiko auch noch so attraktiv klangen – Tatsache war, ist und bleibt, dass es an der Börse nicht einmal den kleinsten Mehrertrag umsonst gibt.“ Die Phase der Neubewertung von Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken aufgrund des Desasters am Markt für Kreditderivate werden viele Investoren nutzen, die Qualität einzelner Schuldner und deren Emissionen wieder differenzierter zu betrachten. Hinweise darauf sieht Naab in den bereits wieder deutlich gestiegenen Risikoaufschlägen für Unternehmensanleihen in der Eurozone.

 

Neben den anhaltenden Unsicherheiten an den Kreditmärkten spricht der ungünstige Inflationsausblick in der Eurozone weiterhin für die vorrangige Anlage in Euro-Anleihen erster Qualität mit kurzen Restlaufzeiten, so Naab. Die gestiegenen Inflationsrisiken und die hohe Wahrscheinlichkeit für eine weitere Straffung der Geldpolitik dürften in erster Linie die Entwicklung an den Rentenmärkten in der Eurozone beeinflussen und bei langlaufenden Anleihen zu höheren Risikoprämien in Form steigender Zinsen führen, die Kursverluste zur Folge hätten.

 

Download Broschüre Metzler-Investment-Strategie November 2007

(pdf, 671 KB) 

 



Ansprechpartner für Presseanfragen:

Jörg-Matthias Butzlaff,

Telefon (0 69) 21 04 - 49 75

E-Mail: MButzlaff@metzler.com