Bankhaus Metzler berichtet über erfolgreiches Geschäftsjahr 2008


  • Steigerung des Provisionsergebnisses auf 148 Mio. EUR

  • Keine Abschreibungen auf toxische Wertpapiere

  • Kernkapitalquote zum Jahresende 2008 bei 15,1 %

  • Zunehmendes Kundeninteresse an Metzlers Dienstleistungen


Von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2008 berichtete Friedrich von Metzler auf dem Jahrespressegespräch des Bankhauses am 25. Mai 2009 in Frankfurt am Main. „Aufgrund unseres Geschäftsmodells waren und sind wir zudem immer in einer komfortablen Liquiditätssituation,“ so Friedrich von Metzler. Nach seinen Worten übersteigen die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel auch die erhöhten Anforderungen der Solvabilitätsverordnung bei weitem, und die Kernkapitalquote lag zum Jahresende 2008 bei 15,1 %.

Das abgelaufene Jahr habe gezeigt, dass Metzler mit seiner Unabhängigkeit, seiner vorsichtigen Geschäftsphilosophie und seinen Kerngeschäftsfeldern gut aufgestellt ist. So konnte das Provisionsergebnis mit 148 Mio. EUR (Vorjahr: 142 Mio. EUR) trotz des schwierigen Marktumfeldes erneut gesteigert werden. Das Zinsergebnis aus Zinserträgen, Zinsaufwendungen und laufenden Erträgen aus Wertpapieren und Beteiligungen erreichte im Berichtsjahr mit 18 Mio. EUR exakt das Niveau des Vorjahres. Das Nettofinanzergebnis betrug 3 Mio. EUR nach 7 Mio. EUR im Vorjahr. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sanken von 135 Mio. EUR auf 131 Mio. EUR. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Jahresverlauf von 732 auf 770. Der Saldo der Risikovorsorge umfasst die weitere Zuführung zu den Reserven nach § 340f HGB sowie das Ergebnis aus den Wertpapierbeständen der Liquiditätsreserve. Er lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Aufwand von 10 Mio. EUR in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Wie in den Vorjahren nutzte Metzler auch hier die Spielräume zur Bildung von Reserven konsequent. Die Bilanzsumme und das Geschäftsvolumen des Konzerns stiegen mit jeweils 3,4 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (2,5 Mrd. EUR) um knapp 40 %, wobei weder Bilanzsumme noch Geschäftsvolumen eine Aussagekraft für das Geschäft habe, wie Friedrich von Metzler ausführte.

Obwohl die deutsche Investmentbranche 2008 das turbulenteste Jahr ihrer Geschichte verzeichnete, erzielte der Bereich Asset Management weiterhin Mittelzuflüsse und steigerte die Anzahl der Mandate. Bedingt durch die Marktverhältnisse, sank das verwaltete Vermögen insgesamt von 33 Mrd. EUR im Vorjahr auf 29 Mrd. EUR am Jahresende. Mittelzuflüsse verbuchte Metzler bei diskretionären Mandaten und bei den Publikumsfonds. Auch die absolute Zahl der institutionellen Mandate stieg, und zwar sowohl die der Beratungsmandate als auch die der Verwaltungs- und der Master-KAG-Mandate. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass angesichts der schwierigen Marktlage Metzlers Strategie im Asset-Management gefragt war: Metzler habe schon immer auf aktives Risikomanagement und Steuerung der Gesamtkapitalanlage gesetzt und biete seit einigen Jahren Asset-Liability-Beratung und Risiko-Overlay-Management an. In Bezug auf aktives Risikomanagement verbuchte Metzler auch mit seinen Fondsprodukten Erfolge. Hier habe sich ausgezahlt, dass ein guter Teil der Entwicklungsstärke in den vergangenen Jahren auf Absolute-Return-Konzepte konzentriert wurde, die den Wunsch nach bestmöglicher Nutzung von Ertragschancen mit der Forderung nach Risikobegrenzung verbinden. Insgesamt zeichne sich die gesamte Produktpalette durch eine äußerst gute und auch längerfristig überdurchschnittliche Performance aus. Vor diesem Hintergrund erkläre sich wohl auch, dass dem Mittelabfluss bei Spezialfonds ein bemerkenswerter Zufluss von Mitteln in Publikumsfonds gegenüberstand, zum Teil auch von institutionellen Kunden. Trotz des schwierigen Marktumfeldes blieb das mittels der Fondsplattform Metzler Fund Xchange verwaltete Volumen im Jahr 2008 insbesondere durch das institutionelle Fondsgeschäft stabil und betrug zum 31. Dezember 2008 7,3 Mrd. EUR. Bis Ende April 2009 habe sich das Volumen weiter erhöht – auf 8,1 Mrd. EUR.

Im Corporate Finance war das Geschäftsjahr 2008 geprägt von einer traditionell starken Beratungstätigkeit für mittelständische Familienunternehmen sowie die Unterstützung von Private-Equity-Gesellschaften und Insolvenzverwaltern bei komplexen Akquisitionen und Desinvestitionen. Der Tätigkeitsschwerpunkt bei den zumeist grenzüberschreitenden Transaktionen lag auf den Branchen Automobil, Konsumgüter und Immobilien. Als langjährig etablierte Investmentbank im deutschen M&A-Markt mit gutem Zugang zu wichtigen Entscheidungsträgern bei Finanz- und strategischen Investoren sowie öffentlichen Institutionen entwickelte sich das Corporate-Finance-Geschäft insgesamt erfreulich. Dennoch spürte auch Metzler ab dem zweiten Halbjahr die deutlich zunehmende Zurückhaltung strategischer Investoren und den Rückzug vieler Private-Equity-Gesellschaften vom Markt. Im vergangenen Jahr begleitete Metzler Corporate Finance zum Beispiel den Erwerb eines führenden deutschen Engineering-Dienstleisters für die Automobilindustrie durch einen Private-Equity-Investor und unterstützte beim Verkauf der Vermögensgegenstände und Tochtergesellschaften der insolventen ISE-Gruppe, einem führenden Automobilzulieferer, an den Finanzinvestor Nordwind Capital. Im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen führte Metzler Corporate Finance die Privatisierung der Wohnungsgesellschaft LEG NRW zu einem erfolgreichen Abschluss – mit einem Volumen von 3,4 Mrd. EUR eine der größten Transaktionen 2008. Darüber hinaus war das vergangene Geschäftsjahr geprägt von Kapitalmarktprojekten: der Beratung der im MDAX notierten ERGO Versicherungsgruppe bei ihrem erfolgreichen öffentlichen Übernahmeangebot für den Gesundheitskonzern MediClin sowie der Aktionäre des Bekleidungsherstellers gardeur bei der Veräußerung von 100 % ihrer Aktien an die HSH Private Equity GmbH. Zudem wurde der belgische Industriekonzern Umicore bei seinem erfolgreichen Vorhaben unterstützt, die Beteiligung an der Allgemeinen Gold- und Silberscheideanstalt Aktiengesellschaft im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebotes aufzustocken.

Im Geschäftsfeld Equities konnte sich Metzler zwar den Auswirkungen der Turbulenzen an den Aktienmärkten insbesondere in der zweiten Hälfte von 2008 nicht völlig entziehen, doch war das Ergebnis im institutionellen Aktiengeschäft wiederum sehr zufriedenstellend. Der traditionelle, bewusste Verzicht auf jeglichen Eigenhandel in Aktien und die gesamte Abwicklung der Kundenorders im eigenen Haus trugen dazu bei, die Marktstellung als verlässlicher, sicherer und unabhängiger Partner und Berater für die Kunden zu festigen und auszubauen. Wie im Vorjahr führte Metzler Equities überdies erfolgreich Vertrauensgeschäfte für die Kunden aus, bei denen Diskretion, nachweisliche Unabhängigkeit und umfassendes Kapitalmarkt-Know-how für kundenspezifische Lösungen entscheidende Erfolgskriterien sind.

Der Bereich Financial Markets erzielte ein sehr erfreuliches Ergebnis, das im Vergleich zum guten Vorjahr auf nochmals deutlich erhöhtem Niveau lag. Entscheidend dazu beigetragen habe auch die ganz enge Zusammenarbeit mit den Bereichen Markt- und Kreditrisikomanagement und der Abwicklungsabteilung. Mit seiner individuellen Betreuung der Kunden bei Devisen- und Rentenmarkttransaktionen sowie mit der maßgeschneiderten Strukturierung und Platzierung von Anlage-, Finanzierungs- und Absicherungsinstrumenten musste sich dieser Geschäftsbereich in einem Umfeld bewähren, das geprägt war von nie gesehenen Unsicherheiten sowie erratischen Marktbewegungen. An manchen Tagen kam der Handel in verschiedenen Teilmärkten fast zum Erliegen. Der Ausfall von etlichen Market-Makern eröffnete Metzler den Zugang zu manchen neuen Gesprächspartnern.

Das vergangene Geschäftsjahr habe deutlich gezeigt: Räumliche Nähe und persönliche Betreuung sind im Private Banking gerade in einem schwierigen Umfeld von besonderer Bedeutung, um eine von Vertrauen und Nachhaltigkeit geprägte Zusammenarbeit mit den Kunden zu pflegen. Dank einer bewusst restriktiven Anlagepolitik, die sich auf die Instrumente Aktien, Renten und Cash konzentriert und auf derivative Strukturen wie „Zertifikate“ ausdrücklich verzichtet, steigerte Metzler Private Banking die Anzahl der betreuten Kundenverbindungen trotz sehr schwieriger Rahmenbedingungen weiter. Dabei sei Transparenz in der Anlagepolitik und bei den Gebühren der zentrale Erfolgsfaktor und das für die Kunden entscheidende Differenzierungsmerkmal. Die positive Entwicklung habe erneut gezeigt, dass Metzlers Geschäftsmodell im Markt und bei den Kunden großen Zuspruch findet.

„Wenn es uns gelingt, die anstehenden Herausforderungen weiter erfolgreich zu meistern, sehen wir eine realistische Chance, weiterhin zu den Marktteilnehmern zu gehören, die tatsächlich gestärkt aus der aktuellen Situation hervorgehen“, betonte Friedrich von Metzler in seinem Ausblick. Metzler erlebe gerade in der anhaltenden Krise ein zunehmendes Kundeninteresse an seinen Dienstleistungen. Deshalb solle die Kundenbasis weiter gezielt ausgebaut und sich bietende Geschäftsmöglichkeiten konsequent wahrgenommen werden. Trotz des schwierigen Umfeldes rechnet Friedrich von Metzler in allen Geschäftsfeldern mit stabilen operativen Erlösen und sieht sich in seiner Zuversicht bestärkt vom bisherigen Geschäftsverlauf im Jahr 2009.



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