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Metzler Private Banking: Portfolio-Allokation für Privatkunden

Weltwirtschaft weiter auf Expansionskurs



Aktien: Konsolidierung im intakten Aufwärtstrend



Renten: Zu niedrige Risikoprämien bei „Langläufern“ und schlechten Schuldnern



 

Aktienmärkte:

Trotz eines langsameren Wachstums in den USA expandiert die Weltwirtschaft weiter – mit dem Ergebnis, dass sich die Konjunktur nun in ihrer dynamischsten Phase seit den 1950er-Jahren befindet. Das anhaltend hohe Expansionstempo der aufstrebenden Volkswirtschaften und insbesondere die beschleunigte Konjunkturdynamik in Japan und der Eurozone haben hierzu maßgeblich beigetragen. „Für 2007 bleiben die globalen Konjunkturperspektiven günstig, auch wenn sich das Wachstum der Weltwirtschaft im Vergleich zu den 5 % im Jahre 2006 etwas abschwächen dürfte“, so Frank Naab, Leiter des Portfolio-Managements Private Banking des Bankhaus Metzler anlässlich eines Pressegesprächs am 11. April 2007 in Frankfurt. Der Angleichung der Wachstumsunterschiede zwischen den G-3-Ländern komme hohe Bedeutung zu.

 

Die US-amerikanische Wirtschaft sendet derzeit widersprüchliche Signale aus. Der Wohnimmobilienmarkt belastet das Wachstum, während der private Konsum sich standhaft zeigt und die Staatsausgaben und der Außenbeitrag sich positiv auf die Konjunkturentwicklung auswirken. Die Achillesferse der US-Wirtschaft bleibt der Immobilienmarkt, dessen Abschwächung noch nicht beendet ist. „Die Schwäche eines Sektors dürfte aber nicht die Stärke einer gesamten Volkswirtschaft untergraben“ so Naab.

 

In Japan erholt sich die Konjunktur kontinuierlich weiter. Im vierten Quartal 2006 stieg das Wachstum mit einer annualisierten Rate von 5,5 % auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Produktion legte – gestützt auf eine kräftige Exportnachfrage und hohe Investitionen – weiter zu, und der private Konsum stieg deutlich. „Die Chancen für einen nachhaltigen Aufschwung stehen gut“ führte Naab aus. Für das laufende Jahr sind seitens der Unternehmen Mehrinvestitionen von 12 % geplant – die höchste Steigerung seit 1991. Aufgrund der fortgesetzten Gesundung der japanischen Wirtschaft erhöhte die Bank von Japan den Leitzins im Februar 2007 von 0,25 % auf 0,5 %. Naab erwartet, dass die japanische Zentralbank an ihrer Politik vorsichtiger Zinserhöhungen festhalten wird, um mit einer sich normalisierenden Geldpolitik frühzeitig den Spekulationswellen entgegenzuwirken, die aus der lang anhaltenden Nullzinspolitik aus der Zeit vor 2006 resultieren könnten.

 

In den Schwellenländern hält der kräftige Aufwärtsschwung an. Ausschlaggebend hierfür ist der weiterhin hohe Export bei gleichzeitig stetig steigender Binnennachfrage. Die mittel- bis langfristigen Aussichten für die aufstrebenden Volkswirtschaften bleiben nach dem Dafürhalten von Metzler zwar insgesamt günstig – kurzfristig ist das Risiko einer Überhitzung jedoch gestiegen, insbesondere in China, Indien und Russland.

 

Im Euroraum wuchs die gesamtwirtschaftliche Leistung 2006 mit 2,8 % so stark wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Der kräftige Anstieg liefert eine sehr gute Startbasis für das laufende Jahr, denn die Konjunktur dürfte viel von ihrem Schwung mitnehmen, wie erste Indikatoren aus der Eurozone signalisieren. So lagen die deutschen Auftragseingänge im Januar um 7,8 % über ihrem Vorjahreswert, und die Industrieproduktion in Deutschland expandierte im Januar 2007 weiter kräftig mit einer Jahresrate von 8 %. Besonders erfreulich sind die lebhafte Nachfrage nach Investitionsgütern und die steigende Beschäftigung. Sowohl die Inlandsnachfrage als auch die Exporte trugen erheblich zum realen Wachstum bei, was die Nachhaltigkeit und Breite des Aufschwungs unterstreicht. Metzler erwartet, dass die Investitionstätigkeit im Euroraum weiter kräftig zunehmen wird. Der private Konsum im Euroraum dürfte ebenfalls weiter zunehmen – im Einklang mit dem Anstieg der real verfügbaren Einkommen und angesichts einer weiter verbesserten Beschäftigungssituation. Die günstigen außenwirtschaftlichen Bedingungen – das globale Wirtschaftswachstum ist inzwischen ausgewogener über die verschiedenen Regionen verteilt und bleibt trotz leichter Verlangsamung robust – stützen zudem die Exporte, sodass wir in der Gesamtbetrachtung für die Eurozone von einem Wirtschaftswachstum von ca. 2,5 % im Jahr 2007 ausgehen.

 

„Wir schließen uns in der Beurteilung der aktuellen Situation den Notenbankchefs der G-7-Länder an, die in der Kurskorrektur keine „Krise“ sondern eine „nützliche Erinnerung“ an die den Märkten innewohnenden Risiken sehen. „Nach den stärkeren Kurssteigerungen in den zurückliegenden Wochen war eine Korrektur überfällig,“ so Emmerich Müller, der für das Private Banking zuständige Partner des Bankhaus Metzler. „Da die Gewinne der Unternehmen stärker gestiegen sind als die Kurse seit Beginn der Hausse 2003, haben wir es an den Aktienmärkten noch immer nicht mit übertrieben hohen Bewertungen zu tun,“ so Müller. Die Ende Februar eingeläutete Kurskorrektur bedeutet somit nicht zwangsläufig das Ende der globalen Hausse seit 2003, sondern zeigt die typischen Merkmale einer Konsolidierung in einem intakten Aufwärtstrend.

 

Die Kursavancen werden im laufenden Jahr allerdings im Rahmen des Gewinnzuwachses bleiben, den Naab für die US-amerikanischen und europäischen börsenno­tierten Unternehmen auf 6–9 % schätzt.

 

Auf Regionenebene bleiben Investments in japanische Aktien weiter aussichtsreich, da der Markt den Anstieg der Unternehmensgewinne seit dem Jahr 2003 noch nicht vollständig in den Kursen nachvollzogen hat. Die Analysten erwarten zudem für das Jahr 2007 einen durchschnittlichen Gewinnzuwachs von 15 %. Dies wäre die höchste Steigerungsrate aller etablierten Aktienmärkte weltweit. An den europäischen und amerikanischen Börsen dürfte im laufenden Jahr Selektivität Trumpf sein, da sich die Bewertungen und Wachstumsraten angeglichen haben und somit eine Titelauswahl nach regionalen Kriterien kaum Erfolg versprechend ist. Metzler Private Banking favorisiert weiterhin Anlagen in Aktien mit hohen Dividendenrenditen, niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen oder Kurs-Cash-flow-Bewertungen – vor allem aus den Branchen Maschinen- und Elektroindustrie, Finanzwesen, Grund- und Rohstoffe, Chemie und Konsumgüter.

 

Rentenmärkte:

„Von den Marktturbulenzen an den Aktienmärkten dürften die Rentenmärkte unseres Erachtens nur vorübergehend profitiert haben und sich die Renditen im weiteren Jahresverlauf wieder aufwärts bewegen“, so Naab. Dafür sprechen fundamentale und marktstrukturelle Gründe. In den aktuell sehr flachen (in der Eurozone) bis sogar leicht inversen Zinsstrukturkurven (in den USA) ist eine signifikante Abschwächung der Konjunkturdynamik eingepreist, obwohl sich jüngsten Daten zufolge die Volkswirtschaften in den USA und der Eurozone als stabil bzw. sogar als sehr robust erwiesen haben.



„Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Europäische Notenbank die geldpolitischen Zügel weiterhin straff in der Hand halten und die Zinsen auf ein Niveau führen wird, das den Risiken Rechnung trägt,“ so Naab. Seiner Prognose nach liegt dieses Zinsniveau bei über 4 %. Damit würde die EZB die Weichen für ein Ende der Liquiditätsflut stellen. Da die Fed bereits vor zwei Jahren damit begonnen hat, das Wachstum der Geldmenge auf ein verträgliches Maß zu senken, neigt sich die Ära der Überschussliquidität weltweit ihrem Ende entgegen. Dies haben die Anleger an den Rentenmärkten noch nicht voll realisiert, und sie wähnen sich unverändert in der besten aller Welten. Angesichts der weltweit eingeleiteten Normalisierung in der Geldpolitik sind die Risikoprämien an den Rentenmärkten zu niedrig – dies gilt insbesondere für Anleihen mit langen Laufzeiten und von schlechten Schuldnern.

 

Währungen:

Nach den Erfahrungen der vergangen Wochen werden Investoren zukünftig Carry-Trades wesentlich differenzierter nutzen. Daher erwarten die Metzler-Strategen, dass sich der Außenwert des japanischen Yen wieder stärker an den Fundamentaldaten orientieren wird – und diese sprechen für eine Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro. Innerhalb des Dreierblocks Euro, japanischer Yen und US-Dollar dürfte 2007 der Greenback das schwächste Glied in der Kette bleiben.

 

 

Ausführlichere Informationen finden Sie in der Broschüre „Metzler-Investment-Strategie“, April 2007

 

Ansprechpartner für Presseanfragen:

Jörg-Matthias Butzlaff

Telefon (0 69) 21 04 - 49 75

E-Mail MButzlaff@metzler.com