Exklusiv-Studie „M&A im Mittelstand“







  • Ungeregelte Nachfolge ist der Hauptgrund für die steigende Zahl von Firmenverkäufen, Fusionen oder Übernahmen im Mittelstand







  • Trend zu mehr Übernahmen wird anhalten









  • 47 Prozent der Familienunternehmer haben in den letzten zehn Jahren mindestens ein Unternehmen ganz oder teilweise übernommen







  • Ausbau der Marktposition und Erschließung neuer Absatzmärkte sind die entscheidenden Motive für den Kauf









Frankfurt/Köln, 19. September 2007 – Der Generationswechsel in mittelständischen Unternehmen ist der entscheidende Auslöser für die deutlich gestiegene Zahl von Firmenverkäufen, Fusionen und Übernahmen in den letzten Jahren gewesen. Wie die Exklusiv-Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) und der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag des Bankhauses Metzler und des Wirtschaftsmagazins ‘impulse’ ergab, ist für gut jeden dritten Unternehmer (35 Prozent) die ungeklärte Nachfolgefrage in vielen Firmen der Hauptgrund für die Zunahme der Mergers & Acquisitions (M&A) im deutschen Mittelstand. Fast neun von zehn (88 Prozent) gehen davon aus, dass dieser Trend weiter anhalten wird. Lediglich neun Prozent glauben, dass der Höhepunkt dieser Entwicklung überschritten ist. „Bisher kommt rund jede sechste M&A-Transaktion aus dem Mittelstand. Wir erwarten aufgrund mehrerer hunderttausend ungeklärter Unternehmensnachfolgen in den nächsten Jahren noch eine weitere Zunahme“, erklärt Marija Korsch, Partner und verantwortlich für Corporate Finance beim Frankfurter Bankhaus Metzler.



Die Studie „Mergers & Acquisitions (M&A) im Mittelstand“, die auf der Befragung von 253 repräsentativ ausgewählten Unternehmen mit größtenteils deutlich über 50 Millionen Euro Jahresumsatz basiert, zeigt weiter, dass nach Ansicht von gut jedem Fünften (22 Prozent) der wirtschaftliche Druck zu mehr Effizienz durch Größe Auslöser für die zunehmende Zahl von Firmenkäufen ist. Für 21 Prozent ist es der Zwang zur Internationalisierung in globalisierten Märkten. In der Marktbereinigung und Konzentration auf wenige Anbieter sehen noch 19 Prozent den Grund für weitere M&A-Aktivitäten im deutschen Mittelstand.



Die meisten Zukäufe finden im Inland statt Fast jeder zweite Familienunternehmer (47 Prozent) hat in den letzten zehn Jahren ein anderes Unternehmen ganz oder teilweise übernommen. Knapp 18 Prozent haben sowohl gekauft als auch verkauft, und 33 Prozent haben weder gekauft noch verkauft. Der weitaus größte Teil der Firmenkäufe (56 Prozent) wurde im Inland getätigt, 15 Prozent haben ausschließlich im Ausland zugekauft und 29 Prozent haben im In- und Ausland Zukäufe getätigt. Der Schwerpunkt der Übernahmen lag der M&AStudie zufolge in Europa, gefolgt von Nordamerika und Asien. Ausbau der eigenen Marktposition das entscheidende Kriterium Das Hauptmotiv für die komplette oder teilweise Übernahme von Firmen ist mit großem Abstand der Ausbau der Marktposition des eigenen Unternehmens. 77 Prozent der Familienunternehmer nannten dies als Grund. An zweiter Stelle folgt mit 39 Prozent der Nennungen die Erschließung neuer geographischer Märkte. Auf dem dritten Rang steht mit 25 Prozent die Erschließung neuer Produktmärkte. Für fast jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) spielt die gezielte Ausschaltung eines Konkurrenten eine große Rolle bei der Entscheidung für die letzte M&ATransaktion.



Externe Experten spielen nur eine untergeordnete Rolle Mit einem Anteil von 37 Prozent haben sich erstaunlich viele Unternehmen bei Firmenkäufen auf den eigenen Informations- und Kenntnisstand verlassen und keine gezielte Analyse durchgeführt. Lediglich 62 Prozent haben eine Analyse des Übernahmekandidaten anfertigen lassen. Für die Erstellung der Analyse haben nur 39 Prozent externe Experten hinzugezogen, 61 Prozent vertrauten allein auf das Wissen der eigenen Mitarbeiter. „Die Mehrheit der Unternehmer scheint sich bei ihren Übernahme-Absichten sehr sicher gewesen zu sein. Eine derart elementare Entscheidung ohne externen Rat zu fällen, ist angesichts des Risikos bei Firmenkäufen schon überraschend“, kommentiert ‘impulse’-Chefredakteur Gerd Kühlhorn.



Mangelnde Ressourcen und Preisvorstellungen größte Hürden Die größte Herausforderung bei der Unternehmensübernahme waren für 32 Prozent der befragten Familienunternehmer die dafür notwendigen zeitlichen und personellen Ressourcen. Unterschiedliche Preisvorstellungen werteten 28 Prozent als größte zu überwindende Hürde im Verlauf ihrer letzten Übernahme. Für knapp ein Viertel (24 Prozent) waren Differenzen bei der Mentalität und Unternehmenskultur das größte Problem. Juristische Hürden wie kartell- oder arbeitsrechtliche Gründe spielten dagegen in der überwiegenden Zahl der Fälle (59 Prozent) keine Rolle. Dies gilt auch für die Kosten der Prüfung des Übernahmekandidaten (Due Dilligence). Nur bei gut einem Prozent der Befragten waren diese Kosten das Haupthindernis, 39 Prozent sahen in ihnen ein geringes und 59 Prozent sogar gar kein Problem auf dem Weg zur Übernahme.



Für Rückfragen:

Jörg-Matthias Butzlaff

Leiter Unternehmenskommunikation

Bankhaus Metzler
Telefon (0 69) 21 04 - 49 75

E-Mail MButzlaff@metzler.com




oder

Holger Externbrink,

Redaktion "impulse"

Telefon (02 21) 49 08 - 1 09
E-Mail externbrink.holger@impulse.de

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