Projekt „Schwerpunkt Sprache“ legt Ist-Stand-Analyse vor – Forschungsprojekte starten im nächsten Schuljahr
Das gemeinsame Projekt „Schwerpunkt Sprache“ des Hessischen Kultusministeriums, des Ulmer Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) sowie der Frankfurter Metzler-Stiftung hat einen ersten Meilenstein erreicht: Die Ist-Stand-Analyse an den beteiligten hessischen Grundschulen und den mit ihnen kooperierenden Kindertagesstätten wurde in diesen Tagen abgeschlossen.Am Faschingswochenende präsentierten die Ulmer Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Ergebnisse umfangreicher Fragenbogenerhebungen und Interviews auf einer Tagung vor mehr als 60 Fachkräften aus den teilnehmenden Grundschulen und Kindertagesstätten. Die Metzler-Stiftung stellte dafür das Haus Metzler in Frankfurt-Bonames zur Verfügung. Vorstand Sylvia von Metzler betonte in ihrer Begrüßung die Bündelung von Kompetenzen in diesem Netzwerk: „Wir unterstützen das Projekt „Schwerpunkt Sprache“, weil hier alle Beteiligten ihr Wissen und ihre Erfahrung gleichberechtigt einbringen können und sollen – zum Wohl unserer Kinder.“
Gemeinsam erarbeiteten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Forschungsschwerpunkte der kommenden drei Jahre. Zu den Themen Diagnostik – Förderung – Dokumentation und Austausch werden in den nächsten Monaten konkrete Forschungsprojekte aufgesetzt.
Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern sollen diagnostische Instrumente an die Hand gegeben werden, um feststellen zu können, welche Kinder Sprachförderung benötigen. Wissenschaftlich fundierte Konzepte für die sprachliche Förderung ein- und mehrsprachiger Kinder werden weiterentwickelt und erprobt. Fördermaßnahmen und Fortschritte sollen kontinuierlich dokumentiert und der regelmäßige Austausch zwischen den Einrichtungen unterstützt werden. Die Projekte werden ab dem Schuljahr 2007/2008 an den beteiligten Einrichtungen beginnen.
Ähnliche Themen und Fragestellungen werden derzeit bundesweit diskutiert. Mit dem Forschungsprojekt „Schwerpunkt Sprache“ erarbeitet das Land Hessen Erkenntnisse, die sicher über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse stoßen werden.
Das Projekt „Schwerpunkt Sprache“ ist im Mai 2006 in Hessen gestartet. Im Fokus steht die Sprachförderung im Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule. Kultusministerin Karin Wolff ist es im vergangenen Jahr gelungen, das Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen unter Leitung des renommierten Hirnforschers Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer sowie die Frankfurter Metzler-Stiftung für dieses Projekt zu gewinnen. Das Transferzentrum und die Metzler-Stiftung kooperieren bereits seit 2004 im „Netzwerk für Gehirnforschung und Schule“. Das Besondere an diesem Netzwerk ist die enge Verbindung von Forschung und Praxis.
Im Projekt „Schwerpunkt Sprache“ arbeiten in Hessen derzeit 11 Grundschulen und 13 Kindertagesstätten aus allen Regionen des Landes mit. Große Einrichtungen sind ebenso vertreten wie kleine Kindertagesstätten und Grundschulen an ländlichen Standorten. Die auf vier Jahre angelegte Forschung gliedert sich in drei Phasen:
1. Die Ist-Stand-Analyse definiert die relevanten Fragestellungen, die
2. in den darauf aufbauenden Projekten untersucht werden
3. In der dritten Phase sorgen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam für die Multiplikation der neu gewonnenen Erkenntnisse.
Die am Projekt „Schwerpunkt Sprache“ beteiligten hessischen Grundschulen
Astrid-Lindgren-Schule, Marburg
Dieffenbachschule, Schlitz
Grundschule Falkenstein, Königsstein
Grundschule Habichtswald-Ehlen
Grundschule Lindheim, Altenstadt
Grundschule des Vogelsbergkreises, Schotten
Grundschule Unter-Schönmattenweg, Wald-Michelbach
Grundschule Vielbrunn, Michelstadt
Heinrich-Kromer-Schule, Frankfurt am Main
Otto-Ubbelohde-Schule, Lahntal-Goßfelden
Würfelturmschule, Hofgeismar
Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL)
Das ZNL (www.znl-ulm.de) wurde 2004 von der damaligen baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan gegründet. Seine Arbeit basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Neurowissenschaft, der Kognitionspsychologie und der Sprachentwicklungsforschung. Deren Übertragung in den schulischen Alltag kann nur in einem engen Dialog von Fachkräften aus der Forschung und der Schulpraxis gelingen. Darum legen die Vertreterinnen und Vertreter der Medizin, Psychologie und der Erziehungswissenschaft im ZNL großen Wert auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Fachkräften aus der Praxis. Die umfassende Information der Eltern ist selbstverständlicher Bestandteil der Arbeit vor Ort.
Die Metzler-Stiftung
Die gemeinnützige Albert-und-Barbara-von-Metzler-Stiftung fördert besonders Kinder und Jugendliche. Vorstand Sylvia von Metzler berät mit einem Kuratorium über die Projekte und begleitet diese nicht nur finanziell, sondern mit Rat und Tat. Das Besondere dabei: Für alle geförderten Projekte oder Initiativen sollen Mitarbeiter des Bankhauses als „Paten“ gewonnen werden. Dieser Kontakt ist unbürokratisch und langfristig geplant und soll dem ständigen Austausch auf Augenhöhe dienen. Die Arbeit der Metzler-Stiftung konzentriert sich auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit den inhaltlichen Schwerpunkten „Sehen“, „Hören“ und „Lernen“.





