
31.01.2025 | Andere
Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH
Die wirtschaftspolitische Unsicherheit in Europa ist derzeit so groß wie noch nie – wie der Index der wirtschaftspolitischen Unsicherheit zeigt. Der Index wird auf Basis der Medienberichterstattung und der Meinungsunterschiede von Ökonomen zu wichtigen Wirtschaftskennzahlen berechnet. Die Großereignisse der vergangenen 20 Jahre mit der großen Finanzmarktkrise, der Staatsschuldenkrise, der Pandemie und dem russischen Überfall auf die Ukraine, hätten allerdings eine noch deutlich größere Unsicherheit verursachen können.
Quellen: https://www.policyuncertainty.com/index.html; Metzler; Stand: 31.12.2024
Laut Berechnungen der EU-Kommission hat die hohe Unsicherheit schon jetzt das BIP in der Eurozone um etwa 1,2 Prozentpunkte reduziert. Auffallend ist, dass die wirtschaftspolitische Unsicherheit in Deutschland besonders ausgeprägt ist. Das heißt, der negative Wachstumseffekt der hohen Unsicherheit betrifft die deutsche Wirtschaft überproportional stark. Das hängt einerseits mit den großen geopolitischen Unsicherheiten zusammen, die sich auf eine Exportnation wie Deutschland besonders auswirken, und andererseits mit der politischen Lage in Deutschland.
Die veränderte geopolitische Lage plus die verschärfte Konkurrenz aus China bedeutet, dass die nominalen deutschen Exporte in US-Dollar seit Mitte 2023 nicht mehr wachsen. Daran dürfte sich auch im Dezember (Freitag) erst einmal nichts Grundlegendes geändert haben. Dabei traf es vor allem den Export nach China sehr hart, der seit Ende 2021 um knapp 20 Prozent auf nur noch etwa 100 Mrd. USD gefallen ist. Dagegen belebte sich der Export in die USA erheblich, sodass die Sorge vor US-Strafzöllen in Deutschland natürlich groß ist.
Quellen: Refinitiv Datastream, Metzler; Stand: 30.9.2024
Auch wenn Deutschland viele strukturelle Probleme hat, ist der Konjunkturzyklus immer noch intakt. Nach drei schwierigen Jahren kann es also im Verlauf 2025 durchaus wieder Erholungstendenzen geben. Die Daten für die deutschen Auftragseingänge (Donnerstag) und die Industrieproduktion (Freitag) dürften daher schon erste Anzeichen einer Bodenbildung senden.
Auch dürfte sich der Inflationsrückgang (Montag) in der Eurozone weiter fortsetzen und damit dem Leitzinssenkungszyklus der EZB anhaltend Rückenwind verleihen.
Viele Frühindikatoren für den US-Arbeitsmarkt haben sich im Januar deutlich eingetrübt. So scheinen viele Unternehmen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen abgewartet und viele Neuanstellungen zurückgestellt zu haben. Im Dezember scheinen sie dann den Einstellungsstau abgebaut zu haben, sodass der Arbeitsmarktbericht überraschend positiv ausfiel. Im Januar droht nun aber wieder eine Rückkehr zum seit Mitte 2023 etablierten Trend einer steigenden Arbeitslosenquote (Freitag) und einem sinkenden Beschäftigungswachstum (Freitag).
US-Präsident Donald Trump dürfte sich dann als erster zu Wort melden und vehement Leitzinssenkungen fordern. Für die US-Notenbank wird es keine leichte Zeit werden.
Darüber hinaus werden noch die ISM-Indizes (Montag und Mittwoch) veröffentlicht. Hier dürften sich erste Anzeichen einer Belebung der Industrie zeigen. Vor dem Hintergrund der KI-Revolution wird sich der Fokus verstärkt auf die Produktivitätswachstumszahlen richten. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass ein höheres Produktivitätswachstum möglich sein kann.
Diese Unterlage der Metzler Asset Management GmbH (nachfolgend zusammen mit den verbundenen Unternehmen im Sinne von §§ 15 ff. AktG „Metzler“ genannt) enthält Informationen, die aus öffentlichen Quellen stammen, die wir für verlässlich halten. Metzler übernimmt jedoch keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen. Metzler behält sich unangekündigte Änderungen der in dieser Unterlage zum Ausdruck gebrachten Meinungen, Vorhersagen, Schätzungen und Prognosen vor und unterliegt keiner Verpflichtung, diese Unterlage zu aktualisieren oder den Empfänger in anderer Weise zu informieren, falls sich eine dieser Aussagen verändert hat oder unrichtig, unvollständig oder irreführend wird.
Ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Metzler darf/dürfen diese Unterlage, davon gefertigte Kopien oder Teile davon nicht verändert, kopiert, vervielfältigt oder verteilt werden. Mit der Entgegennahme dieser Unterlage erklärt sich der Empfänger mit den vorangegangenen Bestimmungen einverstanden.
Aber es gibt Hoffnung für die deutsche Industrie: