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22.1.2019

Was Sie über die Vorabpauschale wissen müssen

Justitia Göttin der Gerechtigkeit

Mit der Einführung des Investmentsteuerreformgesetzes zum 1. Januar 2018 gingen auch zahlreiche Änderungen bei der Besteuerung von Investmentfonds einher. So werden seit dem 1. Januar 2018 thesaurierte Erträge am Ende eines Geschäftsjahres nicht mehr besteuert. Stattdessen erhält das Finanzamt eine Mindeststeuer über die sogenannte Vorabpauschale, die erstmals seit dem 2. Januar 2019 abgezogen wird.

Wie funktioniert die Vorabpauschale?

Bei der Vorabpauschale handelt es sich um eine vorweggenommene Besteuerung von in der Zukunft liegenden Wertsteigerungen.  Allerdings fällt die Vorabpauschale nur an, wenn der Fondsanteil im vergangenen Kalenderjahr im Wert gestiegen ist.

Um die Vorabpauschale zu ermitteln, wird die langfristige Rendite öffentlicher Anleihen (Basiszins) zugrunde gelegt – und nicht der tatsächliche vom Fonds erwirtschaftete Ertrag.

Schaubild von Metzler zur Vorabpauschale
Quelle: Metzler
Beispielrechnungen von Metzler zur Vorabpauschale
Alle Beträge in Euro

Wer ermittelt die Vorabpauschale?

Die Vorabpauschale wird vom Informationsdienstleister WM-Datenservice für dort registrierte Fonds ermittelt und allen depotführenden Stellen zur Verfügung gestellt.

Wie wird die Vorabpauschale berechnet und belastet?

Die Vorabpauschale ergibt sich aus der Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung. Der Basisertrag wird jeweils zum 1. Januar jährlich für das Vorjahr ermittelt.

Drei Schritte zur Berechnung der Vorabpauschale

1. Schritt:

Basisertrag = 70 % des jährlichen Basiszinses x Fondspreis des Vorjahres

2. Schritt:

Vorabpauschale = Basisertrag abzüglich Ausschüttungen des letzten Kalenderjahres (die Vorabpauschale kann jedoch nicht negativ werden)

3. Schritt:

Die für das Jahr 2018 ermittelte Vorabpauschale wird erstmals Anfang 2019 pro Fonds ermittelt; sie ist die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Steuer. Die Vorabpauschale wird gemäß § 16 Absatz (1) Ziffer 2 InvStG als Ertrag bezeichnet. Damit unterliegt sie den regulären Besteuerungsregeln von Erträgnissen und Veräußerungsgewinnen, also der Abgeltungssteuer.
 

Für thesaurierende Fonds und Fonds mit Teilausschüttungen ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse, die sich auf den Zeitpunkt der Steuerpflicht auswirken:

Thesaurierende Fonds

Da diese Fonds nichts ausschütten, entspricht die Vorabpauschale eins zu eins dem Basisertrag (Beispiel: Basisertrag 5 EUR abzüglich Ausschüttung 0 EUR = Vorabpauschale 5 EUR). Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des Folgejahres als steuerlich zugeflossen.

Teilausschüttende Fonds

Ist die Teilausschüttung geringer als der Basisertrag (Beispiel: Basisertrag 5 EUR abzüglich Teilausschüttung 2 EUR = Vorabpauschale 3 EUR), muss der Anleger den ausgeschütteten Anteil und die Vorabpauschale zu unterschiedlichen Zeitpunkten versteuern: Die Teilausschüttung fließt dem Anleger aus steuerlicher Sicht zu, sobald er darüber verfügen kann. Die Vorabpauschale gilt dagegen erst am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen. Da der Basisertrag gesetzlich gedeckelt ist, kann die Ausschüttung auch höher sein als der Basisertrag. In diesem Fall fällt keine Vorabpauschale an.

Bevor die Steuer aus der ermittelten Vorabpauschale belastet wird, werden eventuelle auf den/die Fonds bezogene Teilfreistellungssätze, Verlustverrechnungstöpfe und eventuell vorhandene Freistellungsaufträge des Depotinhabers berücksichtigt.

Sofern ein Kunde mehrere Fonds in seinem Depot hält, erfolgt die Berechnung der Kapitalertragsteuer auf die Vorabpauschale kumuliert zu den einzelnen Fonds. Die ermittelte Gesamtsumme ist die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Kapitalertragsteuer aus der Vorabpauschale. In der Mitteilung „Steuerlicher Bereinigungslauf – Vorabpauschale“ wird der Kunde über die Gesamtsumme und die gegebenenfalls daraus zu zahlende Steuer informiert. Darüber hinaus erhält er den Hinweis, dass der Ausgleich über das Cash- bzw. Referenzkonto erfolgt.

Wie wird die Vorabpauschale bei einem Sparplan ermittelt?

Für Anleger, die Fondsanteile erst im Laufe eines Jahres kaufen oder regelmäßig im Rahmen eines Sparplans erwerben, berechnet sich auch die Vorabpauschale anteilig: Für jeden vollen Monat vor dem Kaufdatum verringert sich die Pauschale um ein Zwölftel.

Wie erfolgt die Zahlung der Vorabpauschale?

  • Hat der Kunde ein Cash-Konto, wird die Vorabpauschale diesem Konto belastet. Ist das Cash-Konto nach Belastung der Steuer im Soll, wird der Saldo durch einen Verkauf aus der größten Fondsposition beglichen. Sind keine Fondsbestände vorhanden oder kann aufgrund von Restriktionen kein Verkauf vorgenommen werden, erfolgt ein Lastschrifteinzug vom Referenzkonto.
  • Hat der Kunde kein Cash-Konto, wird die Vorabpauschale durch einen Lastschrifteinzug dem Referenzkonto belastet. Wird die Lastschrift durch die Hausbank des Kunden nicht eingelöst, erfolgt ein Verkauf von Fondsanteilen der größten Fondsposition.

Meldung an das Finanzamt

Sollten die im Vorfeld genannten Schritte zum Steuereinzug nicht erfolgreich sein, so ist die Bank verpflichtet, den Kunden mit der ausstehenden Steuerforderung an das Finanzamt zu melden. Die Finanzbehörden werden daraufhin ihrerseits versuchen, die Steuerforderung einzuziehen.

Wie wird die Vorabpauschale beim Verkauf von Fondsanteilen berücksichtigt?

Beim Verkauf von Fondsanteilen wird eine zuvor gezahlte Vorabpauschale beim erzielten Gewinn abgezogen. Diese Regelung finden Sie in §18 des Investmentsteuerreformgesetzes (InvStG).

Überprüfen Sie Ihren Freistellungsauftrag

Um vorbereitet zu sein, empfehlen wir Ihnen schon heute, Ihre Freistellungsaufträge zu überprüfen und bei Bedarf die nötigen Anpassungen vorzunehmen.

Erklärvideo des BVI zur Vorabpauschale

Rechtliche Hinweise

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Stand: Juli 2018