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Information für professionelle Kunden - 2.2.2021

Dividendenstrategien im Corona-Stresstest

Dividenden werden 2020 nur mager ausfallen; Covid-19 hinterlässt auch in der Unternehmenslandschaft Spuren. Umso mehr gilt es, bei Investitionen in Aktien dividendenstarker Unternehmen auf zukunftstaugliche Geschäftsmodelle zu achten. Der aktiv gemanagte Fonds Metzler European Dividend Sustainability hat das im Blick. Die im Vergleich mit gängigen Indizes guten Ergebnisse zeigen, dass sich das auszahlt.

 

Oliver Schmidt, stellvertretender Leiter Portfoliomanagement Equities, und Boris Anbinder, Portfoliomanager Equities, Metzler Asset Management GmbH
Oliver Schmidt, stellvertretender Leiter Portfoliomanagement Equities, und Boris Anbinder, Portfoliomanager Equities, Metzler Asset Management GmbH

2020 wird ein schwaches Dividendenjahr

2020 wird wohl kein gutes Jahr für Dividendenzahlungen europäischer Unternehmen. Nach den Rekordjahren 2017, 2018 und auch 2019 dürften die Ausschüttungen für die Unternehmen des MSCI Europe gegenüber 2019 um ca. 30 % sinken. Für Unternehmen mit strukturell angeschlagenen Geschäftsmodellen ist Covid-19 ein Brandbeschleuniger: Nun treten Probleme zutage, die in der positiven Konjunktur oft unterschätzt worden waren, auch bei etlichen dividendenzahlenden Unternehmen. Der stationäre Einzelhandel etwa wird nach der Krise ein komplett anderer sein – und die damit verbundenen Ausschüttungen langfristig im Risiko. Gleiches gilt für Unternehmen, die Staatshilfe beantragen mussten. Hier fallen die Dividendenzahlungen für die kommenden Jahre vermutlich ganz aus.

Bedrängend für die Konzerne ist nicht nur die wirtschaftliche Not, die Ausschüttungen deutlich nach unten zu korrigieren, sondern die gesellschaftliche Erwartung: Viele konjunktursensitive Unternehmen sehen sich mit einem moralischen Anspruch ihrer Stakeholder und der Öffentlichkeit konfrontiert und passen daher die Ausschüttungsquoten zum Schutz ihrer Reputation nach unten an. Für den Anleger ist das bei dauerhaft niedrigen Zinsen verheerend – brechen doch dringend benötigte ordentliche Erträge beispielsweise für die Altersvorsorge weg.

Gewinnrevisionen
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Quellen: FactSet, Metzler; Stand: 30. September 2020

Dividendenrevisionen
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Diskretionäre Dividendenstrategien bestehen den Stresstest

Viele diskretionäre Dividendenstrategien ließen insbesondere während des Abverkaufs im Februar und März 2020 die Vergleichsindizes hinter sich. Vom 20. Februar 2020 bis zum 23. März 2020 verloren europäische Dividendenaktien 37,5 % – gemessen am MSCI Europe High Dividend Yield Index. Der Index MSCI Europe behauptete sich mit -34,1 % etwas besser. Der aktiv gemanagte und auf Qualitätsunternehmen ausgerichtete Metzler European Dividend Sustainability konnte den Verlust mit einem Minus von 32,7 % noch weiter eindämmen. Der stärkere Verlust der Dividendenindizes ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bei ihrer Zusammensetzung Value-Aktien mit sehr hohen Dividendenrenditen dominieren. Allerdings ist diese Dividende oft ein Risikohinweis: Die Marktteilnehmer zweifeln an der Beständigkeit des Geschäftsmodells und an künftigen Dividendenzahlungen. Die Ausschüttungsquoten typischer Dividendenbranchen wie Banken, Energie und Telekommunikation sind oft mit über 70 % sehr hoch, was kaum Spielraum für Dividendenwachstum lässt, zumal die Gewinne in diesen Branchen eher sinken und die Bilanzen angeschlagen sind. Dividendenkürzungen sind hier nicht selten. Da Aktien darauf sehr negativ reagieren, bleibt die Dividendenrendite dieser Unternehmen optisch häufig ansehnlich. Für Aktionäre entsteht ein massiver finanzieller Schaden, da die prognostizierte Dividende oft nicht gezahlt werden kann. Das zeigt, wie wichtig aktives Portfoliomanagement bei Dividendenstrategien ist: Es gilt, Unternehmen zu finden, bei denen Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe im Gleichgewicht sind mit Wachstumsinvestitionen und Übernahmen – und deren Bilanzstruktur dabei gesund bleibt.

Akzeptable Dividenden mit Potenzial für Wachstum
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Quellen: FactSet, Metzler; Stand: 30. September 2020

Was sind jetzt gute Dividendenstrategien?

Bei gerade einmal 12 % der europäischen Unternehmen wachsen Umsatz und Ertrag langfristig um mehr als 4 %. Nach Covid-19 werden es unseres Erachtens weniger sein. Was benötigen gute Investmentansätze, um künftig Überrenditen zu erzielen?

  • Stärkerer Fokus auf Dividendenwachstum
    Eine sehr hohe Dividende wird zunehmend als hohe Risikoprämie zu werten sein. Das erfordert Konzentration auf Unternehmen mit moderaten Ausschüttungsquoten, die zugleich überdurchschnittliches Wachstum erwarten lassen und ihre Ausschüttungsquote steigern können. 
  • Investitionen in Small und Mid Caps
    Das Wegbrechen der klassischen Dividendenbranchen erfordert zunehmende Investitionen in Titel außerhalb des üblichen Large-Cap- Spektrums. Oft bieten hier eigentümergeführte Unternehmen attraktive Möglichkeiten – nämlich eine nachhaltige Ausschüttungspolitik, eine an den wirtschaftlichen Daten orientierte Dividendensteigerung sowie eine stabile und langfristig ausgerichtete Finanzstrategie.
  • Nutzen des gesamten Spektrums an Dividendenkategorien
    Die Bandbreite reicht von nachhaltig hohen Ausschüttungen bis hin zu Sonderdividenden und Aktienrückkäufen. Eine gute Strategie investiert über alle Kategorien und kann so von unterschiedlichen Dividendenquellen profitieren. Dazu zählen:
    • „Aristokraten“: stabile Large Caps mit nachhaltig hohem Dividendenniveau
    • „Herausforderer“: wachstumsorientierte Unternehmen mit hohem Dividendenwachstum
    • „Aggressive Zahler“: Unternehmen in Sondersituationen mit stark steigenden Ausschüttungsquoten
    • „Hidden Champions“: Total-Shareholder-Return-Aktien, die von hohen Sonderdividenden und Aktienrückkaufprogrammen profitieren
  • Integration von Nachhaltigkeit: Covid-19 führt dazu, dass Investoren nachhaltige Anlagen stärker nachfragen. Da auch die Gelder aus dem Hilfspaket der Europäischen Union von 750 Mrd. EUR voraussichtlich in nachhaltig orientierte Branchen und Themen fließen, gehen wir davon aus, dass ESG-Aspekte für das Erzielen von Alpha künftig relevanter werden.

Die Dominanz der Dividende

Auch wenn die Coronakrise das Anlagespektrum von Dividendeninvestoren nachhaltig beeinflusst – an den Grundpfeilern der Ausschüttungspolitik ändert sich nichts. Wir gehen davon aus, dass schon 2021 die Ausschüttungsquoten wieder deutlich steigen werden, sofern sich die Erholung der Wirtschaft fortsetzt. Über lange Zeiträume reinvestierte Dividenden zählen zu den verlässlichsten Mitteln, ein Vermögen aufzubauen. Seit 1970 bis heute resultieren ca. 75 % der Erträge des S&P aus reinvestierten Dividenden. Bei den aktuell niedrigen Zinsen und negativen Renditen bei mehr als drei Viertel der globalen Staatsanleihen bleibt die Dividende ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der Kapitalanlage.

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