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2.11.2018

US-Zwischenwahlen im Fokus

Versucht US-Präsident Donald Trump die Aktienmärkte vor den Zwischenwahlen (Dienstag) nach oben zu trei-ben, um die Wahlchancen der Republikaner zu erhöhen? Es besteht durchaus das Risiko, dass US-Präsident Trump den Ton gegenüber China nach den Wahlen wieder verschärft und auch die EU wieder handelspolitisch angreift. Immerhin bestätigte aber auch die chine-sische Seite die guten Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA, sodass gute Chancen bestehen, sich beim G20-Treffen am 30. November in Buenos Aires auf einen Handelsvertrag zu einigen. 

Laut dem Analysten Nate Silver, der einen sehr guten Track-Rekord der Prognose von Wahlausgängen hat, besteht eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 80 %, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus gewin-nen und eine Wahrscheinlichkeit von 85 %, dass die Republikaner den Senat verteidigen können. Die Demokraten könnten damit die meisten innenpolitischen Vorhaben von US-Präsident Trump blockieren – die im Raum stehende zweite Runde an Steuersenkungen wäre damit vom Tisch. Donald Trump hätte dann nur noch außenpolitischen Gestaltungsspielraum. 

USA: US-Notenbank im Plan

Die US-Notenbank (Mittwoch) dürfte keine Änderung an ihrer Ausrichtung der Geldpolitik beschließen, aber die nächste Leitzinserhöhung im Dezember in Aussicht stellen. Damit hält sie an ihrem bewährten Rhythmus einer Leitzinserhöhung pro Quartal fest. Wir erwarten danach noch ein bis zwei Zinsschritte im Jahr 2019. Ansonsten werden noch die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor (Montag) veröffentlicht. Ein weiteres Highlight ist die Erzeugerpreisinflation (Freitag), die zuletzt von 3,4 % im Juni auf 2,6 % im September zurückging.

Europa: Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen?

Derzeit scheint viel Bewegung in den Brexit-Verhandlungen zu sein, da alle Seiten einen harten Brexit vermeiden wollen. Vielleicht kommt ein Austrittsabkommen schon in der kommenden Woche zustande, nachdem der britische Haushalt für 2019 verabschiedet wurde. Das Austrittsabkommen muss jedoch noch die große Hürde einer Zustimmung im britischen Parlament überwinden. Es dürfte für Premierministerin May sehr schwer werden, die dafür notwendige Zustimmung zu bekommen, da ihre Partei stark gespalten ist, und die Labor-Partei auf Neuwahlen spekuliert. Es bleibt also spannend.

Darüber hinaus werden noch die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor (Montag), sowie die deutschen Auftragseingänge (Dienstag) und die deutsche Industrieproduktion (Mittwoch) veröffentlicht. Die deutschen Daten dürften noch durch die temporären Probleme im Autosektor verzerrt sein. 

Japan: Löhne im Fokus

In Japan wird der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor veröffentlicht. Das Hauptaugenmerk wird sich jedoch auf die Lohnentwicklung (Mittwoch) richten. Seit Juli 2017 beschleunigte sich das Lohnwachstum von 0,3 % auf zuletzt 1,3 % – in der Betrachtung des gleitenden Durchschnitts über 12 Monate zur Filterung der Volatilität. Sollte sich die Aufwärtsdynamik bei den Löhnen fortsetzen, könnte die Inflation in den kommenden Monaten etwas stärker steigen.

China: im Konjunkturtief

Nachdem chinesische Unternehmen im Vorfeld der Einführung von Strafzöllen ihre Exporte (Donnerstag) in die USA merklich ausweiteten, dürften sie im September eingebrochen sein und einen negativen Wachstumsbeitrag geliefert haben. Eine wichtige Frage wird sein, ob die Importe ebenfalls stark gefallen sind, sodass China weiterhin einen Handelsbilanzüberschuss ausweisen könnte. Ein strukturelles Handelsbilanzdefizit würde China deutlich krisenanfälliger machen aufgrund der Abhängigkeit von ausländischen Kapitalflüssen. Auch werden die Inflationsdaten (Freitag) veröffentlicht, die den Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik vorgeben. Der geld- und fiskalpolitische Stimulus nach der Finanzmarktkrise 2008 bewirkte einen Sprung der Inflation auf über 6 % und vermehrte politische Unruhen aufgrund der kräftigen Preissteigerungen in einzelnen Produktgruppen.