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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 11.12.2020 - Edgar Walk

Sind alle viel zu optimistisch für 2021?

Konsensus ist sich einig: Weltwirtschaft könnte 2021 um ca. 5,5 % wachsen

Optimismus für 2021 ist weit verbreitet und groß. Der Hintergrund dafür ist die Erwartung, dass infolge von Impfungen die Pandemie langsam zurückgedrängt werden kann und sich das Leben wieder normalisiert. Die Weltwirtschaft könnte dann wieder kräftig mit etwa 5,5 % wachsen. Trotz des hohen Wachstums würde das Niveau des globalen Bruttosozialprodukts 2021 immer noch deutlich unter dem Wachstumstrend von vor der Krise liegen – ein Signal dafür, dass immer noch eine große Produktionslücke besteht und die Inflationsrisiken niedrig sind. Niedrige Inflation wiederum bedeutet, dass die Zentralbanken uneingeschränkt Vollgas in ihrer Geldpolitik fahren können. Hohes Wachstum, niedrige Inflation und hohe Liquidität sind normalerweise ein sehr positives Umfeld für die Finanzmärkte. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ein einmütiger Konsensus oft enttäuscht wird. Wo liegen also die Risiken?

Globales BIP 2021 und 2022 noch unter dem langfristigen Trend – Inflationsrisiken begrenzt
Globales BIP in Billionen USD

Quellen: Refinitiv Datastream, Metzler

Risiken für dieses Szenario lauern rund um den Impfstoff und in merklich steigenden Rohstoffpreisen

Das größte Risiko ist sicherlich, dass sich die Verabreichung des Impfstoffs merklich verzögert und viele Länder erst 2022 oder 2023 Herdenimmunität gegen den Coronavirus erreichen können oder dass noch unentdeckte schwerwiegende Nebenwirkungen des Impfstoffs auftreten. Ein weiteres Risiko ist, dass die Volkswirtschaften in China und in den USA überstimuliert wurden, ein Nachfrageboom entsteht und die Rohstoffpreise merklich steigen. Die Folge wäre eine steigende Inflation, was die Zentralbanken unter Zugzwang bringen würde. Gemäß den Daten des Rohstoffpreisindex von S&P Goldman Sachs sanken die Rohstoffpreise von Juli 2008 bis April 2020 um etwa 75 %. Nur in der Großen Depression in den 1930er Jahren entwickelten sich die Rohstoffpreise schlechter.

Niedrige Rohstoffpreise trotz robustem Wachstum der Weltwirtschaft
S&P Goldman Sachs Rohstoffpreisindex in USD

Quellen: Refinitiv Datastream, Metzler

Der Rückgang der Rohstoffpreise ist grundsätzlich eine sehr positive Entwicklung. Im Jahr 2008 war die Angst noch groß, dass der Aufholprozess der Schwellenländer und vor allem die Entstehung einer kaufkräftigen Mittelschicht in China zu dauerhaft hohen Rohstoffpreisen führen würde, die das Wachstumspotenzial der Welt einschränken könnte. Seitdem sind jedoch viele neue Rohstoffvorkommen erschlossen und Alternativen zu knappen Rohstoffen gefunden worden. Hinter dem Preisrückgang steht somit die Innovationskraft der Weltwirtschaft. Der einschränkende Faktor für zukünftiges Wachstum sind somit nicht die Rohstoffpreise, sondern die Umweltverschmutzung. Rohstoffpreise scheinen in mehrjährigen Zyklen zu verlaufen, und der Tiefpunkt im April könnte den Beginn eines neuen Aufwärtstrends markieren, der für Inflationsüberraschungen sorgen könnte.

Darüber hinaus bestehen noch zahlreiche geopolitische Risiken, zum Beispiel im Nahen Osten, in Taiwan und in Europa. 

Brexit-Handelsabkommen auf der Kippe

Die Verhandlungen von Großbritannien und der Europäischen Union zu einem neuen Handelsabkommen gehen in die entscheidende Runde. Wenn bis Sonntag keine Einigung gelingen sollte, droht der „No Deal Brexit“ und Großbritannien noch tiefer in die Rezession zu fallen. Der Bank von England (Donnerstag) würde dann nichts anderes übrigbleiben, als alle ihre geldpolitischen Instrumente im Kampf gegen die Wirtschaftskrise zu nutzen – unter anderem auch den Leitzins in negatives Terrain zu senken.

Harter Winter voraus, vor allem in Europa und den USA

Die Zahl der täglich Neuinfizierten überraschte in den vergangenen Wochen mit unerwartet hohen Zahlen merklich. Die Ergebnisse aus Studien hatten noch bis vor kurzem nahegelegt, dass nur mit dem Einsatz von Masken und moderaten sozialen Distanzierungen die Pandemie einigermaßen unter Kontrolle bleiben kann. Haben sich nun die Menschen nicht an die Vorgaben gehalten, oder ist der Virus im Winter doch viel ansteckender als gedacht? Tatsache ist, dass die Pandemie außer Kontrolle ist und in den kommenden Wochen weltweit wahrscheinlich noch härtere Lockdowns beschlossen werden müssen, um die Zahl der Neuansteckungen wieder deutlich zu drücken. Daher dürften sich die Konjunkturdaten wieder merklich verschlechtern: Die bevorstehende Bekanntgabe der neuesten Daten zu den Einkaufsmanagerindizes (Mittwoch), zum Philadelphia Fed Index (Donnerstag), zur Tankan-Umfrage in Japan (Montag) sowie zum ifo-Index (Donnerstag) könnten bereits in diese Richtung weisen.

In den USA werden darüber hinaus die Daten zur Industrieproduktion (Dienstag) sowie die Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) den Wirtschaftsabschwung bestätigen. Dementsprechend erwarten wir, dass die US-Notenbank (Mittwoch) auf ihrer Sitzung beschließen wird, die durchschnittliche Restlaufzeit der von ihr zu kaufenden Staatsanleihen zu verlängern.

China: Wirtschaftsmotor läuft rund

In China läuft es derzeit rund, wie die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion (jeweils Dienstag) belegen dürften. Das Risiko einer Überhitzung der Konjunktur besteht in 2021 durchaus, da die Binnenwirtschaft anhaltend wirtschaftspolitisch stimuliert wird und mit der einsetzenden Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2021 die Exporte boomen dürften. Entscheidend wird es sein, ob der chinesische Staat im nächsten Jahr ausreichend große Einsparungen beschließen kann, um die Nachfrage in der Gesamtwirtschaft zu dämpfen und um einen neuen Trend zum Schuldenabbau einzuleiten.

Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management
Edgar Walk

Chefvolkswirt , Metzler Asset Management

Edgar Walk arbeitet seit 2000 bei Metzler. Als Chefvolkswirt im Bereich Asset Management ist er für die volkswirtschaftlichen Prognosen verantwortlich. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem Portfoliomanagement liegt sein Fokus neben der volkswirtschaftlichen Analyse verstärkt auf Kapitalmarktthemen. Vor seiner Anstellung bei Metzler studierte Herr Walk in Tübingen Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Regionalstudien Ostasien und Japan. Zur Vertiefung seiner Studien verbrachte er ein Auslandssemester an der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan). Am Institut für Weltwirtschaft in Kiel absolvierte er anschließend den Aufbaustudiengang „Advanced Studies in International Economic Policy Research“.

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