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21.9.2018

Metzler Pension Management – Pläne für die betriebliche Altersvorsorge

Christian Remke und Martin Thiesen, Geschäftsführer Metzler Pension Management GmbH
Christian Remke und Martin Thiesen, Geschäftsführer Metzler Pension Management GmbH

Als Spezialist für betriebliche Altersversorgung (bAV) bietet Metzler Pension Management Dienstleistungen im Zusammenhang mit betrieblichen Versorgungskonzepten und Finanzierungsvehikeln – inklusive der Beratung im Zusammenhang mit Asset-Liability-Studien und der Strukturierung strategischer Asset-Allokationen. Nach fast 20 Jahren Geschäftstätigkeit unter dem Dach der Metzler Asset Management GmbH wurde im April 2018 die Metzler Pension Management GmbH gegründet. Über das Profil der Gesellschaft und die Pläne berichten im Interview zwei der Geschäftsführer der GmbH, Christian Remke und Martin Thiesen.

Portfolio Insight: Vor fast 20 Jahren wurde Metzler Pension Management als Teil des Metzler Asset Managements ins Leben gerufen, jetzt haben Sie eine eigenständige Gesellschaft gegründet. Was war dafür ausschlaggebend?

Remke: Das Profil weiter zu schärfen ist natürlich einer der Gründe. Wir möchten die Erfolge der letzten 20 Jahre weiter ausbauen und auch Dienstleistungen konzeptioneller Art anbieten. Ohne den passenden rechtlichen Rahmen waren uns bisher zum Teil die Hände gebunden; gesellschafts- und aufsichtsrechtlich haben wir jetzt ganz andere Möglichkeiten. Wir wollen uns dem Thema noch stärker widmen und in die Zukunft investieren. Das Dienstleistungsspektrum können wir erheblich erweitern – insbesondere bei der Beratung und beim Kapitalanlagemanagement.

Thiesen: Es ist ein sehr deutliches Zeichen, dass Metzler die wichtige Rolle der betrieblichen Altersversorgung am Markt erkannt hat. Das spiegeln wir auch in unseren Organisationsstrukturen wider. Wir haben uns für neue Beratungsleistungen geöffnet, für andere Produkte, andere Managementstile. Mit der eigenen Einheit können wir den Markt noch besser von unseren Leistungen überzeugen.

Hat die Gründung auch Auswirkungen auf Ihre Wettbewerbsfähigkeit?

Thiesen: Auf jeden Fall, wir sind deutlich wettbewerbsfähiger. Das merken wir auch an der Resonanz. Aber wir sehen das nicht nur am Feedback unserer Kunden. Auch die großen Anbieter nehmen uns immer häufiger als ernstzunehmenden Wettbewerber wahr. Das ist natürlich ein riesiger Schritt für uns in der kurzen Zeit.

Wie möchten Sie denn wahrgenommen werden?

Thiesen: So wie wir sind: familiärer als andere Marktteilnehmer; wir müssen uns nicht verbiegen, können zu unseren Werten stehen und uns damit behaupten. Unabhängigkeit ist hier ein ganz großes Thema. Außerdem zeichnen wir uns durch hohe Flexibilität, Tradition und flache Hierarchien aus. Dadurch haben wir eine sehr agile Organisationsstruktur, was auch unsere Kunden merken. Sie spiegeln uns oft, dass wir vertraglich und inhaltlich sehr flexibel sind.

Remke: Wir freuen uns natürlich auch immer, von Kunden zu hören, dass das, was wir uns jahrelang aufgebaut haben, positiv am Markt ankommt. Unsere Kunden verbinden uns mit Kompetenz, Kontinuität und Serviceorientierung. Allem voran stehen die individuelle Beratung und unsere Innovationskraft.

Können Sie Beispiele für Innovationen nennen?

Remke: Der Gutschriftenplan, sozusagen ein Bruttosparkonzept für Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, was es in der Form kein weiteres Mal am Markt gibt. Und ganz aktuell auch unsere Lösung hinsichtlich des Sozialpartnermodells, der Sozialpartner Pensionsfonds, womit wir als erster am Markt in dieser Form auf das Betriebsrentenstärkungsgesetz reagiert haben.

Was waren seit 2002 die wichtigsten Meilensteine von Metzler Pension Management, deretwegen Sie jetzt an diesem Punkt stehen?

Remke: Wir sind oft in eine neue Richtung gegangen, die hinsichtlich unserer Strategie und Weiterentwicklung zukunftsweisend war. Mit der Gründung des ersten überbetrieblichen CTAs im Finanzbereich haben wir 2002 einen Meilenstein gesetzt. Damit wurde ein ganz neues Geschäftsfeld, die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen, mit einer treuhänderischen Tätigkeit seitens Metzler in Angriff genommen. Dann springe ich direkt ins Jahr 2014, denn die Gründung des ersten Metzler Pensionsfonds ist ein Punkt in unserer Historie, der einen wesentlichen Beitrag zu unserem Erfolg geleistet hat. Ein weiterer Meilenstein ist aktuell die Zulassung des zweiten Pensionsfonds, des Metzler Sozialpartner Pensionsfonds – ein ganz klares Statement für die Zukunft: Wir glauben an die reine Beitragszusage.

Das Sozialpartnermodell stößt ja nicht nur auf Zustimmung …

Remke: Es gibt Arbeitsrechtler, die noch Anpassungsbedarf sehen und mit rechtlichen Auseinandersetzungen rechnen. Andere kritische Stimmen sind dahingehend zu hören, dass Arbeitnehmer und Gewerkschaften die reine Beitragszusage als ein nicht vorteilhaftes Modell beurteilen. Andere Äußerungen beziehen sich darauf, dass die Umsetzung zu kostenintensiv und dann am Ende kein lohnendes Geschäft für die Anbieter sei – dann wäre das Modell ein „Rohrkrepierer“. Den letzten Kritikpunkt müssen wir aufnehmen, indem wir als Anbieter Kostentransparenz schaffen. Digitalisierung ist hier das wichtige Schlagwort. Wir müssen im Zusammenhang mit dem Sozialpartnermodell im Rahmen eines Tarifvertrags möglicherweise viele Unternehmen an uns binden, das geht nur digital. Und das wiederum setzt Investitionen voraus.

Die Anforderungen an Digitalisierung sind immens. Für andere Anbieter ein Grund, sich zusammenzuschließen. Wie stemmen Sie das Thema?

Thiesen: Wir werden das Thema Digitalisierung nicht selbst stemmen können, hier haben wir einen wichtigen strategischen Partner in der Bestandsverwaltung – die Innogy SE. Innogy hat eine vergleichbare bAV-Kompetenz wie wir, das bringt die Kooperation auf Augenhöhe.

Remke: Ein Beispiel macht die Notwendigkeit einer digitalen Lösung noch deutlicher: Wir nehmen an, dass in der Logistikbranche ein Tarifvertrag geschlossen wird, der dann alle rund 15.000 Speditionsunternehmen und über 500.000 Mitarbeiter in Deutschland betrifft. Jetzt geht es darum, diese Unternehmen nach einem Tarifabschluss einzubinden. Über einen Vertrieb ist das nicht umzusetzen, nur webbasiert. Es geht dann um eine Anbindung, mit der sich die Unternehmen und Mitarbeiter sehr schnell informieren können, eventuell auch über eine App, und mit der sich ein Austausch von Daten sicherstellen lässt.

Wie sieht die zukünftige bAV-Landschaft aus, und wo sehen Sie Metzler Pension Management dann am Markt?

Remke: Die bAV-Landschaft wirkt mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz für mich relativ vollständig. Wir haben einen hohen Komplexitätsgrad erreicht, den es eher zu verringern gilt. Meines Erachtens bietet die bAV-Landschaft heute sehr viele Möglichkeiten. Es wird einige Trends geben, beispielsweise werden das Risikomanagement und die Risikoreduktion zukünftig eine noch größere Rolle spielen. Was für neue Modelle unbedingt gilt, ist der Trend zur kapitalunterlegten Altersversorgung. Und der Trend zur Ausfinanzierung bestehender Pensionsverpflichtungen setzt sich fort. Wir möchten am Markt immer stärker als fokussierter Anbieter wahrgenommen werden und im Zusammenspiel von Consultants, Anbietern aus dem Versicherungsumfeld und Anbietern aus dem Asset-Management- und Bankenumfeld eine sehr prägende Rolle spielen.

Thiesen: Wir sind, insbesondere mit der Zulassung des zweiten Pensionsfonds, sehr gut und umfassend aufgestellt. Der wesentliche Faktor ist, alles zu konsolidieren und zu prüfen, ob wir das Profil nach außen noch weiter schärfen können. Wir befinden uns bei einigen Themen, die wie ALM-Studien jetzt neu dazugekommen sind, definitiv noch im Aufbau und nutzen auch das Know-how aus anderen Metzler-Bereichen, zum Beispiel aus dem Applied Research von Metzler Asset Management. Wir bilden auch bereichsübergreifende Teams und versuchen, so oft es geht Synergien zu nutzen. Nur so können wir uns auch stetig weiterentwickeln und wettbewerbsfähig bleiben. Mit der Neugründung der GmbH möchten wir uns gegenüber Kunden und anderen Marktteilnehmern als unabhängiger Partner positionieren, der sehr konzentriert kapitalunterlegte Versorgungsmodelle mit entwickeln, begleiten, umsetzen und administrieren kann und der damit als langfristiger Partner agiert.

             

Metzler Pension Management – das Bausteinkonzept
Metzler Pension Management – Individuelle Lösungen für unsere Kunden

Das Sozialpartnermodell

Das Sozialpartnermodell ist das Herzstück des Gesetzes zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrentenstärkungsgesetz) – eine Tarifrente ohne Garantie. Neu ist die reine Beitragszusage zur betrieblichen Altersversorgung (bAV). Die Idee ist, kleinere und mittelgroße Unternehmen zur Einführung einer betrieblichen Altersversorgung zu bewegen, die sich eventuell noch gar nicht mit dem Thema befasst haben, weil ihnen das mit Garantien zusammenhängende Risiko zu hoch ist. Im Sozialpartnermodell ist der Arbeitgeber komplett enthaftet.

Die Beitragszusagen werden zwischen den Tarifparteien ausgehandelt. Sie vereinbaren eine verbindliche kapitalgedeckte Altersversorgung über eine externe Versorgungseinrichtung.

 

Der Metzler Sozialpartner Pensionsfonds

Die Tarifparteien treffen die Regelung über einen Tarifvertrag, und der Anbieter – wie Metzler – setzt die Anforderungen aus dem Vertrag über den Pensionsplan um. Um sicherzustellen, dass die Bedingungen beider Tarifparteien umsetzbar sind, ist es sinnvoll, als Versorgungsträger bereits zu Beginn der Verhandlungen beratend tätig zu sein.

In der reinen Beitragszusage ist für jeden Arbeitnehmer eine kapitalgedeckte, kapitalmarktorientierte, langfristige Vermögensanlage zu günstigen Konditionen vorgesehen, die von einem dritten Versorgungsträger, wie dem Metzler Sozialpartner Pensionsfonds, gemanagt und von den Sozialpartnern begleitet wird. Für den Arbeitgeber ist dies eine Möglichkeit, seinen Arbeitnehmern eine kostenorientierte Zusage zu machen – ohne Verwaltungsaufwand und ohne Bilanzrisiko.

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Stand: Juli 2018