16.1.2019

Einbezug von ESG-Kriterien kann Rendite verbessern

Metzler berücksichtigen bei der Unternehmensanalyse finanzielle und ESG-Indikatoren gleichermaßen

Interview mit Andreas Hilka, Vorstand Asset Management, Höchster Pensionskasse VVaG, Otto Hörner, Head of Group Asset Management, BASF SE, und Dr. Rainer Matthes, Geschäftsführer Metzler Asset Management GmbH über den Status quo des Einbezugs von ESG-Kriterien beim Investieren.

Neue Regulierungen und auch die Wohlverhaltensregeln des BVI beziehen ESG-Investments explizit ein – und schieben sie damit auch an. Herr Hörner, wie weit ist die BASF bei diesem Thema?

Hörner: Thema bei uns, konkret bezogen auf die Regulierung, ist die Vielfalt der verschiedenen Rechtsträger: Wir investieren beispielsweise für eine Pensionskasse, ein CTA, eine Versicherung und auch für eine Stiftung. Noch komplexer wird das Thema dadurch, dass wir nicht nur in Deutschland investieren, sondern auch große Pension-Assets beispielsweise in den USA, Großbritannien und der Schweiz haben, die ja jeweils einer lokalen Regulierung unterliegen. Bezogen auf ESG-Investments besteht unsere Herausforderung vor allem darin, sinnvolle ESG-Kriterien auch für alternative Anlagen wie Private Equity, Infrastruktur oder auch Immobilien zu entwickeln, die bei uns auch eine große Rolle spielen. Gleichzeitig wollen wir beim Thema ESG-Investments eine klare einheitliche Linie verfolgen, die zur Unternehmensstrategie von BASF passt – das Thema Nachhaltigkeit ist bei uns ja in der gesamten Wertschöpfungskette verankert.

Derzeit arbeiten wir an einem klaren, modularen ESG-Konzept für unsere Investments. Im letzten Jahr haben wir bereits ein Konzept für die liquiden Asset-Klassen implementiert. In den Anlagerichtlinien für unsere Asset-Manager schließen wir bestimmte Adressen allerdings auch schon seit vielen Jahren aus – etwa Hersteller von Streubomben.

Welche Rolle spielen ESG-Investments bei der Höchster Pensionskasse?

Hilka: Angesichts der großen Zahl und der heterogenen Zusammensetzung des Kreises der Trägerunternehmen der Höchster Pensionskasse haben wir es mit verschiedenen Politiken und Standpunkten zu diesem Thema zu tun. Zu unserem Selbstverständnis, treuhänderische Verantwortung wahrzunehmen, gehört es, unsere eigenen, ggf. normativen und moralischen Bewertungen von Anlagen zurückzustellen. Wir sind überzeugt, dass den übergeordneten, im VAG verankerten Anlagegrundsätzen Nachhaltigkeit im besten Sinne inhärent ist. Intensiv beschäftige ich mich als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung mit Initiativen zur nationalen Umsetzung der EbAV-II-Richtlinie sowie der aktiven Begleitung des Aktionsplans der Europäischen Kommission. Aktuell berücksichtigen wir Nachhaltigkeit vor allem im Risikomanagement; da sind wir dabei, relevante Kriterien für unsere Anlagen aufzustellen. Viele unserer Manager beziehen Nachhaltigkeitskriterien allerdings schon ein. Wir selbst haben die Principles for Responsible Investment (PRI) nicht unterzeichnet, aber wir lehnen uns an sie an und reichen diese Anforderungen an unsere Asset-Manager weiter. Auch erste Schritte zum aktiven Steuern in Richtung mehr ESG-Berücksichtigung und -Reporting stehen auf unserem „Aktionsplan“.

Wie schätzen Sie das Thema Regulierung im Zusammenhang mit nachhaltigem Investieren ein?

Hilka: Bisher werden wir als Höchster Pensionskasse – von der im VAG formulierten Darlegungspflicht abgesehen – eher weniger stark von Regulierung in dieser Sache erfasst. Aber ich gehe davon aus, dass die Regulierung als Folge der EbAV-II-Umsetzung und des Aktionsplans der Kommission sehr viel verbindlicher werden wird. Seitens der aba (Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e. V.; d. Red.) haben wir eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich begleitend mit dem Thema beschäftigt.

Herr Mattthes, wie hat sich der Einbezug von ESG-Kriterien im Metzler Asset Management entwickelt?

Matthes: Anfang der 1990er-Jahre war das vor allem ein Thema von Kirchen, man sprach noch von „ethischen Anlagen“. Inzwischen ist nachhaltiges Investieren ein Thema der Regulatorik – ist also im Mainstream angekommen. Ich bin skeptisch, ob die EU hier eine einheitliche Definition finden wird, auch ob das sinnvoll ist. Unser Ansatz ist rein ökonomisch: Es geht darum, bei der Unternehmensanalyse den Blick auch auf externe Kosten und deren Internalisierung zu richten. Da gibt es branchenspezifische Schlüsselindikatoren, die für bessere Portfolioentscheidungen genutzt werden können. Kern unseres Ansatzes ist die ESG-Integration mit dem Ziel, durch den Einbezug wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte in die traditionelle Investmentanalyse die Performance der Fonds zu verbessern. Außerdem nutzen wir Ausschlusskriterien, und die dritte Stufe sind Dialoge mit den investierten Unternehmen und unser Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen.

Zwei Fragen stellen Skeptiker immer wieder im Zusammenhang mit dem Einbezug von ESG-Kriterien in den Investmentprozess: Beschränkt das nicht das Anlageuniversum, und kostet das nicht Rendite?

Hörner: Die Rendite kann durch den Einbezug von ESG-Kriterien durchaus verbessert werden. Ich halte in diesem Zusammenhang das „G“ im Dreiklang ESG für besonders wichtig: Bei guter Governance sollte das ganze Geschäft stimmen, dann laufen auch „E“ und „S“ in die richtige Richtung, also die Umweltaspekte und die sozialen Rahmenbedingungen. Übrigens nehmen wir auch die Stimmrechte sehr ernst. In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, dass es in einzelnen Ländern einen Dividendenaufschlag gibt, wenn man seine Stimmrechte dort ausübt. Wir haben inzwischen auch ein passives Aktienmandat nach ESG-Kriterien ausgerichtet.

ESG-Kriterien lassen sich ja durchaus auch in passiven Mandaten anwenden. Abgesehen davon, was antworten Sie, Herr Hilka, den Skeptikern?

Hilka: Aus meiner Sicht gibt es keinen systematischen Renditenachteil, sofern man nicht aus normativen Erwägungen heraus das Investmentuniversum stärker einschränkt. Ganz im Gegenteil kann die Berücksichtigung von ESG-Faktoren eine sinnvolle Erweiterung der Entscheidungsgrundlage darstellen. Wir nutzen keine Ausschlusskriterien, aber wollen ganz bewusst die sogenannten „weichen“ Faktoren stärker in den Investmentprozess einbeziehen.

Herr Matthes, wo sehen Sie den wichtigsten Unterschied zwischen dem ESG-Ansatz von Metzler und anderen Ansätzen?

Matthes: Da möchte ich noch mal betonen: Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern, die fast alle auch ein paar Nachhaltigkeitsfonds anbieten, gleichwohl die überwältigende Mehrzahl ihrer Fonds traditionell managen, integrieren wir nichtfinanzielle Indikatoren direkt in unseren Investmentprozess. Mit anderen Worten: Wir sind fest davon überzeugt, dass eine professionelle ESG-Integration das Ertrags-Risiko-Profil von Fonds deutlich verbessern kann. Insofern bieten wir keine spezifischen Nachhaltigkeitsfonds an; alle unsere diskretionär gesteuerten Fonds werden nach diesem Ansatz gemanagt. Deshalb sollen sich unsere Produkte auch nicht nur an anderen Nachhaltigkeitsfonds messen lassen, sondern an ihrer gesamten Peer-Group.

Hilka: Ich erlebe das aber immer noch, dass zwischen einem „normalen“ Investmentansatz und einem „ESG-Ansatz“ unterschieden wird – selbst im Gespräch mit Asset-Managern.

Umso wichtiger ist es, dass wir im Gespräch bleiben. Ich danke Ihnen!

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Stand: Juli 2018