Cookies

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind für den Betrieb der Seite technisch oder rechtlich notwendig. Andere helfen uns, unser Onlineangebot stetig für Sie zu verbessern oder den Seitenbesuch für Sie komfortabler zu gestalten, indem Ihre Einstellungen gespeichert werden. Sie können Ihre Auswahl der akzeptierten Cookies individuell treffen und die Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen erhalten Sie unter Details.

Diese Cookies sind für den Betrieb der Seite technisch oder rechtlich notwendig.
*Sie können daher nicht abgewählt werden.

Um unsere Webseite für Sie weiter zu verbessern, erfassen wir anonymisierte Daten für Statistiken und Analysen.

Diese Cookies sollen Ihnen die Bedienung der Seite erleichtern. So können Sie beispielsweise Ihre Einstellungen 30 Tage lang speichern lassen.

Informationen für professionelle Kunden - 20.5.2021

Emissionsziel „Net Zero“ bis 2050 erfordert Strukturwandel

Lässt sich das Emissionsziel „Net Zero“ bis 2050 erreichen? Anders Levermann, Professor für die Dynamik des Klimasystems am Physikalischen Institut der Universität Potsdam, spricht über die Klimapläne der Europäischen Union sowie die Fortschritte und Versäumnisse der Klimapolitik. Er äußert sich zu Erwartungen an den neuen US-Präsidenten Joe Biden, zu Klimaleugnern und dazu, was jeder Einzelne beitragen kann, um das 2°-Celsius-Ziel zu erreichen.

Über den Weg kann man diskutieren, aber der Rahmen ist meines Erachtens nicht verhandelbar.
Professor Anders Levermann

Herr Professor Levermann, wie nah ist die Europäische Union dem Ziel, im Jahr 2050 „Net Zero“ zu erreichen?

Es kommt jetzt alles auf das Kleingedruckte an. „Net Zero“ kann nicht durch Einsparungen erreicht werden, sondern bedeutet einen grundsätzlichen Strukturwandel, weg von CO2-emittierenden Technologien hin zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft. In vielen Bereichen wird dieser Wandel bereits eingeleitet, aber nicht überall und vor allem nicht schnell genug. Null Emissionen bedeutet: Alle Bereiche müssen eingebunden sein, von der Stromerzeugung, der Energieversorgung an sich, über den Verkehr, das Baugewerbe bis hin zur Produktion.

Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die ambitionierten Klimapläne der EU – Stichwort „Green Deal“?

Das Ziel einer Reduktion der Emissionen um 55 oder 60 % bis 2030 ist so schnell und zeitnah, dass es die Dramatik der Klimawirklichkeit widerspiegelt. Vor allem aber sendet die Kombination der Reduktionsstärke und -geschwindigkeit das klare Signal an Industrie und Investoren: „Es geht nicht mehr zurück.“ Wer in Zukunft noch Geld verdienen will, muss das klimaneutral tun. Da steckt viel Innovationsdruck drin.

Bedingt durch die Coronapandemie sind die Treibhausgasemissionen gesunken. Haben wir dadurch nicht etwas Zeit gewonnen?

Das ist ein Trugschluss, denn es geht ja nicht darum, kurzfristig etwas einzusparen, sondern den Strukturwandel voranzubringen, und dafür brauchen wir eine starke und funktionierende Wirtschaft. Etwas Positives kann aus der Coronakrise nur erwachsen, wenn der Neustart für eine Umstrukturierung genutzt wird. Das ist eine wirkliche Chance, die kreativ genutzt werden kann und sollte.

In welchen Bereichen wurden Ihres Erachtens in den vergangenen Jahren die größten Fortschritte in der Bekämpfung der schädlichen Folgen des Klimawandels gemacht? Und wo sehen Sie die größten Versäumnisse?

Der Automobilsektor geht tatsächlich schneller voran – vor allem international –, als ich das erwartet hatte. Allerdings scheint es mir, als hätten die deutschen Hersteller entweder geschlafen oder aus ideologischen Gründen die Innovation aufgehalten. Die Elektrizitätsversorgung durch erneuerbare Energien nimmt weiter zu, wird aber auch gebremst. Wirklich wichtig ist in diesem Bereich eine europäische Lösung. Es wäre ein großes Versäumnis, wenn man es nicht hinbekäme, ein europäisches Netz zu schaffen, das mögliche Schwankungen mithilfe von Speichern ausgleicht. Da passiert noch nicht genug, soweit ich das aus meiner Sicht beurteilen kann.

Es scheint, als hofften manche darauf, dass das Thema „Klimawandel“ wieder aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwindet – ähnlich wie die Themen „Waldsterben“ oder „Ozonloch“ in den 1970er- und 1980er-Jahren. Wie gehen Sie damit um?

Die Probleme Waldsterben und Ozonloch sind aus den Köpfen der Leute verschwunden, weil wir sie gelöst haben. Wir haben unsere Schornsteinemissionen vom Schwefel befreit und benutzen kein FCKW mehr. Das waren Erfolge, weil man der Wissenschaft gefolgt ist und gehandelt hat. Das ist beim Klimawandel wesentlich schwieriger. Ganz sicher ist: Wenn wir nichts tun, werden die Folgen, die der Klimawandel mit sich bringt, viel schlimmer als alles, was Waldsterben und Ozonloch hätten anrichten können.

Wie begegnen Sie „Klimaleugnern“, die eine Verantwortung der Menschen für Klimaveränderungen nicht sehen?

Die wissenschaftlichen Grundlagen sind so sicher, dass wirklich kein Zweifel mehr besteht. Die Klimaleugner werden natürlicherweise einfach weniger. Sie haben uns leider als Gesellschaft sehr aufgehalten, aber ich glaube, das ist jetzt vorbei.

Sind die hohen Erwartungen an die Klimapläne des neuen US-Präsidenten Joe Biden gerechtfertigt?

China ist seit langem mehr oder weniger heimlich im Lager der Klimaschützer. Europa hat mit dem Von-der-Leyen-Vorstoß einen großen Schritt gemacht, der jetzt in die Wirklichkeit umgesetzt werden muss. Und mit Joe Bidens Nominierung von John Kerry, dem das Klimaproblem schon seit Jahrzehnten am Herzen liegt, besteht die begründete Hoffnung, dass es jetzt drei wirtschaftliche Großmächte sind, die in die gleiche Richtung ziehen. Ich bin sehr optimistisch. Wir müssen es nur auch wirklich machen und richtig angehen.

Der Klimawandel ist ein globales und komplexes Thema. Was kann jeder Einzelne dazu beitragen, das 2-°C-Ziel zu erreichen?

Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die Lösung des Klimaproblems ein Konsens ist. Das ist das Wichtigste. Genauso wie wir uns in Deutschland seit 70 Jahren einig sind, dass die Arbeitslosigkeit möglichst niedrig gehalten werden muss, genauso sollten wir uns einig sein, dass wir in 30 Jahren weltweit und damit natürlich auch in Deutschland bei null Emissionen sind. Das ist der wichtigste Beitrag jedes Einzelnen: Niemanden wählen oder unterstützen, der den Klimawandel nicht stoppen will und das Emissionsende im Jahr 2050 infrage stellt. Innerhalb dieses Rahmens kann man dann trefflich über das genaue Vorgehen streiten. Über den Weg kann man diskutieren, aber der Rahmen ist meines Erachtens nicht verhandelbar.

Anders Levermann, Professor für die Dynamik des Klimasystems

Prof. Anders Levermann

Professor für die Dynamik des Klimasystems am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und am Physikalischen Institut der Universität Potsdam sowie seit 2015 Wissenschaftler an der Columbia University in New York. Der Klimawissenschaftler, seit 2012 Abteilungsleiter am Potsdam-Institut, hat über 120 Fachpublikationen veröffentlicht, leitet die Entwicklung des Schadenskaskadenmodells acclimate und berät Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Das Magazin mit Informationen für professionelle Kunden

Weitere Beiträge

Wichtiger Hinweis

Sie werden auf die Startseite des Bereichs Asset Management weitergeleitet.

Sie werden auf die Startseite des Bereichs Asset Management weitergeleitet.

Sie werden auf die Startseite des Bereichs Asset Management weitergeleitet.

Abbrechen

Nutzungsbedingungen/rechtliche Hinweise

Die Inhalte, die auf der Metzler-Webseite veröffentlicht sind, dienen ausschließlich Informationszwecken.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den auf der Webseite zur Verfügung gestellten Unterlagen zu den Investmentvermögen der Metzler Ireland Limited um eine unverbindliche deutsche Übersetzung der englischen Originalunterlagen handelt.

Bitte lesen Sie auch die nachfolgenden wichtigen Informationen und Hinweise, die u. a. bestimmte vertragliche, gesetzliche und aufsichtsrechtliche Bedingungen erläutern, die für die Anlage in Investmentvermögen gelten.

Mit dem Zugriff auf die Metzler-Webseite erklären Sie sich als Nutzer mit der rechtlich bindenden Wirkung der nachfolgend bezeichneten Nutzungsbedingungen und dem Ausschluss der Haftung einverstanden.

Allgemeine Beschränkungen

Die Metzler-Webseite enthält Informationen über verschiedene Investmentvermögen, die von Kapitalverwaltungsgesellschaften in verschiedenen Ländern verwaltet werden. Die Investmentvermögen werden unter Umständen in verschiedenen Ländern vertrieben, wobei die konkrete Vertriebszulassung des einzelnen Investmentvermögens den jeweiligen Verkaufsunterlagen und dem Factsheet zu entnehmen sind. Die Informationen richten sich nur an Anleger in den Ländern, in denen das jeweilige Investmentvermögen zum Vertrieb zugelassen ist. Die nachfolgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung oder Nutzung durch irgendeine Person oder Gesellschaft in einem Staat bestimmt, in dem das jeweilige Investmentvermögen nicht zum Vertrieb zugelassen ist oder in dem die Veröffentlichung oder Nutzung der nachfolgenden Informationen gegen die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen oder sonstigen Vorschriften verstoßen würde. Insbesondere sind diese Informationen und die Investmentanteile nicht für den Vertrieb in den Vereinigten Staaten von Amerika oder für Personen oder Gesellschaften bestimmt, die Staatsangehörige der Vereinigten Staaten von Amerika sind oder dort ihren Wohnsitz bzw. Sitz haben oder für solche Personen bzw. Gesellschaften handeln. Die auf den nachfolgenden Webseiten enthaltenen Informationen beinhalten weder ein Angebot noch eine Angebotsaufforderung zur Ausgabe bzw. zum Verkauf von Investmentanteilen in einem der aufgeführten Investmentvermögen in einem solchen Staat, in dem die Abgabe eines solchen Angebots oder einer solchen Angebotsaufforderung gesetzwidrig wäre, oder an solche Personen oder Gesellschaften, denen ein solches Angebot bzw. eine Angebotsaufforderung von Gesetzes wegen nicht gemacht werden darf oder die im Auftrag oder zugunsten solcher Personen oder Gesellschaften handeln.

Haftung für Inhalte

Die Metzler Asset Management GmbH (nachfolgend einschließlich der verbundenen Unternehmen „Metzler“ genannt) prüft und aktualisiert die Informationen auf ihren Webseiten ständig. Eine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Inhalte kann aber nicht übernommen werden. Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen sind grundsätzlich ausgeschlossen, wenn und insoweit kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle eventuellen Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Metzler behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen.

Links

Unsere Webseiten enthalten Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb kann Metzler für diese Fremdinhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Webseiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Webseiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.

Aufträge, keine Anlageberatung/Anlageempfehlung

Die Inhalte auf der Metzler-Webseite stellen keine Anlageberatung oder eine Empfehlung oder eine Aufforderung zum Erwerb bzw. zum Verkauf von Anteilen an Investmentvermögen dar noch sollen die Inhalte die Grundlage eines Vertrages bilden oder Bestandteil eines Vertrages werden. Verbindliche Grundlage für Aufträge zur Anlage in einem Investmentvermögen sind ausschließlich die in dem jeweiligen Auftrag genannten Unterlagen (z. B. Verkaufsprospekt, Anlagebedingungen, wesentliche Anlegerinformationen, Jahres- und Halbjahresberichte, oder andere anwendbare Dokumente und Bestimmungen). Diese Unterlagen können kostenlos angefordert werden bei:

Metzler Asset Management GmbH

Untermainanlage 1

60329 Frankfurt am Main

Postfach 20 01 38

60605 Frankfurt am Main

 

Telefon: (+49 - 69) 21 04 - 11 11

Telefax: (+49 - 69) 21 04 - 11 79

E-Mail: asset_management@metzler.com

 

Bitte lesen Sie diese Unterlagen sorgfältig, bevor Sie eine Anlageentscheidung/-empfehlung treffen, da sie nähere Informationen über die Anlageziele der Investmentvermögen und die damit verbundenen Risiken enthalten.

Urheberrecht

Alle Rechte sind vorbehalten und unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung von Metzler.

Gerichtsstand

Der Gerichtsstand ist Frankfurt am Main, Bundesrepublik Deutschland.

Risikohinweis

Sie sollten sich der mit jeder Anlageentscheidung verbundenen Risiken bewusst sein. Bitte denken Sie daran, dass in der Vergangenheit erzielte Wertsteigerungen und Erträge keine Indikation für die zukünftige Wertentwicklung darstellen, so dass die angestrebte Entwicklung nicht zugesichert oder garantiert werden kann. Der Wert der Investmentanteile und deren Erträge sind von verschiedenen Risiken, u. a. von der jeweiligen Börsen- und Wechselkursentwicklung, abhängig und können somit steigen oder fallen, und es besteht die Möglichkeit, dass Sie bei einer Rückgabe der Anteile nicht den investierten Betrag zurückerhalten und Verluste erleiden. Bitte denken Sie auch daran, dass ein Investment in Fonds neben der Börsen- und Wechselkursentwicklung verschiedensten weiteren Risiken ausgesetzt ist (beispielhaft seien hier aufgezählt Anlageschwerpunkt, Fondsmanagement, Kursprognosen, allgemeine wirtschaftliche Entwicklung usw.), welche eine Zusicherung für einen Erfolg des Investments ausschließen. Die steuerliche Behandlung Ihrer Erträge kann Änderungen durch den Gesetzgeber oder abweichenden Interpretationen durch die Finanzverwaltung unterliegen.

Stand: April 2020