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Eine Werbemitteilung der B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA - 23.5.2018

Erneuerbare Energien dürften ab 2020 Netzparität erreichen

Phase 4 im EU-Emissionshandel bedeutet Rückenwind für die deutsche Windkraftbranche

  • Phase vier im europäischen Emissionshandel ist eingeläutet
  • Erneuerbare Energien: Netzparität in Sicht
  • Kurzfristig dürfte der Staat die Förderung erneuerbarer Energien sogar noch ausweiten
  • Den Unternehmen Nordex, Senvion, SMA Solar und RWE dürften ein strengeres CO2-Regime und steigende CO2-Preise in die Hände spielen

Phase vier im europäischen Emissionshandel ist eingeläutet

Mit dem Emissionshandel will die Europäische Union die Treibhausgas-Emissionen der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie ihrer Mitgliedsländer reduzieren. Das 2005 ins Leben gerufene Instrument des Emissionshandels wurde im März 2018 zum vierten Mal modifiziert. Die beschlossenen Anpassungen werden ab 2021 greifen und sehen unter anderem vor, die Zertifikate bis 2030 von derzeit etwa 1,9 Mrd. auf 1,3 Mrd. zu reduzieren. Die CO2-Emissionen sollen so um 32 % gesenkt werden. Guido Hoymann, Analyst für Versorgerwerte bei Metzler Capital Markets, hat in einer Studie untersucht, wie sich die langfristig geplanten Schritte im Energiemarkt auf den Strompreis und auf deutsche börsennotierte Versorger auswirken könnten.

Erneuerbare Energien: Netzparität in Sicht

Durch ihre Verknappung dürften die Emissionszertifikate teurer werden. Die damit steigenden Kosten, so der Metzler-Analyst, werden die Versorger an die Endkunden weitergeben; die Folge sei ein Anstieg des Strompreises. Für die erneuerbaren Energien bedeuten höhere Strompreise, dass sie auch ohne Subventionen rentabel werden können, also Netzparität erreichen. Entsprechend den Schätzungen Hoymanns werden ab 2020 Solar- und Windenergie in Deutschland keine Fördermittel mehr benötigen, um profitabel betrieben werden zu können.

Hoymann sieht zwei weitere Aspekte, die den Strompreis befeuern dürften: den Ausstieg aus der Kernenergie und den Trend zur Elektromobilität. Derzeit werden rund 50 % des deutschen Stroms in Kohle- und Gaskraftwerken erzeugt. Dieser Anteil sollte sich nach dem Ausstieg aus der CO2-freien Kernenergie im Jahr 2022 auf knapp 60 % erhöhen. Hoymann rechnet damit, dass zwischen 2019 und 2023 der Anteil der verhältnismäßig teuren Gaskraftwerke an der Stromerzeugung deutlich steigt – von derzeit rund 8 % auf dann ca. 21 %. Dies dürfte dem Strompreis Auftrieb geben, weil sich dessen Höhe nach dem teuersten Kraftwerk richtet, das benötigt wird, um den Strombedarf zu decken. Der Strombedarf dürfte zudem mit der zu erwartenden Umstellung der Pkws in Deutschland von konventionellen Motoren auf Elektroantriebe einen kräftigen Nachfrageschub erfahren. Für 2023 rechnet der Metzler-Analyst daher mit einem Strompreis von über 40 EUR pro Megawattstunde.

Guido Hoymann, Head of Equity Research
Guido Hoymann, Head of Equity Research

Kurzfristig dürfte der Staat die Förderung erneuerbarer Energien sogar noch ausweiten

Allerdings geht Hoymann davon aus, dass auf kürzere Sicht die staatliche Unterstützung für erneuerbare Energien in Deutschland wieder zunimmt. Denn das bisherige Förderkonzept habe den Ausbau der Windenergie verzögert. „Im vergangenen Jahr wurden kleineren Unternehmen, den sogenannten Bürgerenergiegesellschaften, Sonderrechte beim Bau von Windkraftanlagen gewährt: Unter anderem haben sie nach Erhalt des Zuschlags viereinhalb Jahre Zeit für den Bau der Anlage, die großen Unternehmen dagegen nur zweieinhalb Jahre“, erläutert Hoymann. „Das Ergebnis: 2018 und 2019 gibt es nur relativ wenig neue Windkraftkapazität.“ Das wiederum dürfte die Bundesregierung dazu zwingen, ihre Fördermittel kurzfristig zu erhöhen, um Sicherheit in der Versorgung und einen erschwinglichen Preis zu gewährleisten. Die Bürgerenergiegesellschaften, so erwartet Hoymann, werden von der Bundesregierung bei Ausschreibungsverfahren nicht mehr so wie bisher bevorzugt; in der ersten Ausschreibungsrunde 2018 waren sie gar nicht erst zugelassen.

Den Unternehmen Nordex, Senvion, SMA Solar und RWE dürften ein strengeres CO2-Regime und steigende CO2 Preise in die Hände spielen

Als Nutznießer der Konstellation am Energiemarkt nennt Hoymann unter den börsennotierten deutschen Versorgern Nordex, Senvion, SMA Solar und RWE.

Nordex sei im europäischen Markt sehr gut aufgestellt – hier erziele der Hersteller von Windkraftanlagen zwei Drittel seines Umsatzes. Zurzeit durchlaufe Nordex eine Phase der Restrukturierung mit Fokus auf Optimierung der Lieferkette, Produktentwicklung und Stabilisierung der Finanzen. Für die Jahre 2018 und 2019 erwarte das Unternehmen noch Druck auf die Margen, ab 2020 dann eine Stabilisierung. Die Aktienkurse in der Windkraftbranche lägen gegenwärtig rund 18 % unter ihrem langjährigen Durchschnitt. Zudem handle Nordex derzeit mit einem Abschlag von rund 30 % gegenüber der aktuellen Branchenbewertung – historisch habe er nur knapp 10 % betragen. Mit Blick auf die zu erwartende Netzparität dürften sich diese Bewertungsabschläge allmählich abbauen.

Der Hersteller von Windenergieanlagen Senvion erziele mit 80 % den Löwenanteil seines Umsatzes ebenfalls in Europa und dürfte daher vom Aufwind für die Branche im europäischen Markt ebenso wie Nordex überproportional profitieren. Der strategische Fokus liege unverändert auf einer Internationalisierung des Geschäfts. Hier habe Senvion mit neu gewonnenen Aufträgen aus Chile, Australien, Argentinien und Indien beachtliche Erfolge erzielt. Auf die Marktschwäche im vergangenen Jahr habe das Unternehmen mit deutlichen Kostensenkungen reagiert. Die Aktie werde aktuell mit einem Abschlag von knapp 50 % gegenüber der Branche gehandelt. Aufgrund der guten Entwicklung des Unternehmens hält Hoymann allerdings nur einen Abschlag von 15 % für gerechtfertigt.

SMA Solar, Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen, erwirtschafte rund 30 % seines Umsatzes in Europa. Seit 2007 habe SMA unter einem Preisrückgang für seine Produkte von 12 % jährlich gelitten, der allmählich nachzulassen scheint. Der derzeitige strategische Fokus des Unternehmens liege vor allem auf dem Ausbau des Speicher- und Servicegeschäfts. Überdies fokussiere sich SMA Solar auf die Digitalisierung von Wechselrichtern, mit der sich Daten über Produktion und Verbrauch von Strom überwachen und weitergeben lassen. Die Aktie von SMA werde schon seit längerem mit einem Abschlag gegenüber der Vergleichsgruppe von 16 % gehandelt. Hier könne das Unternehmen aufholen, sofern es gelinge, Umsatz- und Gewinnmargen zu steigern. Allerdings lasse sich das Risiko einer erneuten Preiserosion nicht ausschließen, so Hoymann.

Für den Energiekonzern RWE erwartet Hoymann eine kräftige Steigerung der Ertragsdynamik zwischen 2019 und 2021. Ein höherer Strompreis, auch infolge steigender CO2 Kosten, dürfte vor allem bei der Stromerzeugung aus den noch betriebenen Kernkraftanlagen zu hohen Gewinnen führen – Hoymann veranschlagt die zusätzlichen Einnahmen in den Jahren 2021 und 2022 auf insgesamt 240 Mio. EUR. Mit der Übernahme der erneuerbaren Energien von EON und Innogy im Jahr 2019 dürfte RWE zum drittgrößten Anbieter auf diesem Markt in Europa aufsteigen; ab 2023 erwartet der Metzler-Analyst einen Gewinnanteil der erneuerbaren Energien im RWE-Geschäftsportfolio von über 70 %. Als führender Anbieter in Europa dürfte RWE sehr gute Chancen haben, überdurchschnittlich vom Wachstum in diesem Markt zu profitieren.


Ansprechpartner für Presseanfragen

Jörg-Matthias Butzlaff, Leiter Unternehmenskommunikation, Pressesprecher
Jörg-Matthias Butzlaff

(+49) 69 2104-4975

MButzlaff@metzler.com

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