Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen und Hinweise entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung.

Akzeptieren
Offener Brief an die Jamaika-Koalition - 5.11.2017

Mehr Aktien zur Sicherung der Rente

Mehr Aktien zur Sicherung der Rente

Offener Brief an alle Politiker der Jamaika-Koalition

Frankfurt am Main, 5. November 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Sie müssen in der kommenden Legislaturperiode im Bereich der Altersvorsorge die Weichen für die Zukunft stellen, bevor es zu spät ist. 

Deutschland braucht mehr Aktien in der Altersvorsorge. Denn die gesetzliche Rente wird für die Generation der heute 20- bis 35-Jährigen nur noch knapp 40 Prozent des letzten Bruttoeinkommens betragen. Zudem wird besonders diese Altersgruppe nicht nur sinkende Renten zu verkraften haben, sondern auch stark steigende Beitragszahlungen. So wird ihr sehr viel weniger Kapital für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen.

Daher muss in der Altersvorsorge das Sparen mit Aktien gefördert werden. Aktien sind eine Anlageform, mit der sich langfristig hohe Erträge erzielen lassen. Nur so bleiben die Sparraten für die Menschen dauerhaft tragbar. Dafür ist die Aktie prädestiniert. Sie bietet die Chance auf eine überdurchschnittlich hohe Rendite bei geringem Ausfallrisiko: Das Deutsche Aktieninstitut hat errechnet, dass für Aktiensparpläne mit monatlichen Beiträgen und einer Anlagedauer von 30 Jahren die durchschnittliche jährliche Rendite seit 1967 bei mindestens sechs Prozent lag. Zudem hat eine Studie der Frankfurt School of Finance & Management gezeigt, dass bei einer Anlagedauer von 25 Jahren das Ausfallrisiko – also das Risiko, weniger als die eingezahlten Beiträge zurückzubekommen – nur 0,1 Prozent beträgt.

Die von der hessischen Landesregierung vorgeschlagene Deutschland-Rente als zusätzliche private Altersvorsorge geht in die richtige Richtung. Eine durch nachgelagerte Besteuerung geförderte Geldanlage ermöglicht eine kapitalgedeckte Altersvorsorge mit hohen Renditechancen zu geringen Kosten. Bürger können von den Chancen des Aktienmarkts profitieren, ohne dass zu hohe Management- und Verwaltungskosten die Rendite mindern. Zudem wird eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung am Produktivvermögen erreicht. Dies ist ein effizienter Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit. 

Die gesetzliche Rente ist schon jetzt zu einem Drittel steuerfinanziert. Es kann nicht sein, dass darauf nicht reagiert werden soll. Wenn schon die gesetzliche Rente nicht reformiert wird, müssen zumindest die betriebliche und die private Vorsorge zukunftssicher gemacht werden. Die letzte Bundesregierung hat mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz den ersten Schritt gemacht. Die hessische Landesregierung hat mit der Deutschland-Rente ein tragfähiges und richtungsweisendes Konzept vorgelegt – jetzt müssen Taten folgen. 

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich von Metzler,
persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler