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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 6.3.2020 - Edgar-Walk

Coronavirus: Globale Epidemie – vielleicht harmloser als gedacht

Die Datenlage zur Coronavirus-Epidemie ist unvollständig, die Unsicherheit hoch. So bleibt einem nichts anderes übrig, als jeden Tag die mit der Epidemie verbundenen Risiken für die Wirtschaft neu einzuschätzen. Auch zeigt die offiziell bestätigte Zahl der Angesteckten und Todesfälle sicher nur einen kleinen Ausschnitt der Realität, und die Dunkelziffer dürfte tatsächlich noch größer sein.

Die Entwicklung auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess könnte einen interessanten Hinweis darauf geben, wie gefährlich das Coronavirus ist, da die Enge des Schiffes die Ansteckungswahrscheinlichkeit erhöht haben dürfte und alle Passagiere auf das Virus getestet wurden: Insgesamt befanden sich 3.711 Menschen auf dem Schiff; davon erkrankten 705. Davon zeigten 392 keinerlei Symptome, und bisher gab es sechs Todesfälle. Die Letalitätsrate liegt damit unter 1,0 %.

Das Coronavirus könnte somit harmloser sein als bisher befürchtet. Forscher der Johns-Hopkins-Universität, Baltimore, bestätigen diese Analyse. Sie gehen davon aus, dass sich die Coronavirus-Epidemie global ausbreiten wird, aber ein saisonales Muster aufweisen könnte, und dass zahlreiche tatsächlich milde Krankheitsverläufe nicht in den offiziellen Statistiken ausgewiesen sind.

Aufgrund der hohen Ansteckungsrate dürfte sich das Virus im März weiter weltweit ausbreiten. Sollte sich jedoch die Prognose bestätigen, dass die globale Epidemie ab April abebbt, könnte sich der voraussichtlich massive globale Schaden für die Wirtschaft nur auf Februar und März beschränken. Insgesamt stünden die Chancen für eine Erholung der Weltwirtschaft ab April damit gut – zumal erste Analysen zeigen, dass der chinesische Export wieder in Gang gekommen ist und damit größere Unterbrechungen in den Lieferketten unwahrscheinlicher geworden sind.

Darüber hinaus sprechen auch andere Indikatoren dafür, dass sich das Wirtschaftsleben in China langsam wieder zu normalisieren beginnt. Es sei aber auch auf Risikoszenarien hingewiesen: Die Epidemiewelle könnte länger anhalten, und/oder das Virus könnte mutieren. Dann wäre mit einer langen und schweren Rezession der Weltwirtschaft zu rechnen. 

 

EZB hat kaum mehr Pfeile im Köcher, um einer epidemie-bedingten Wirtschaftsflaute gegenzusteuern

Die EZB (Donnerstag) kann mit ihrer Geldpolitik wenig gegen die gegenwärtige Konjunkturschwäche ausrichten. Einerseits hat sie ihr monetäres Pulver schon verschossen, andererseits erfordert die Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie politische Maßnahmen, die zwangsläufig die Wirtschaft dämpfen. 

Die EZB kann jedoch dazu beitragen, Schlimmeres zu verhindern. Je länger die Epidemie dauert, desto größer wird das Risiko von Kreditausfällen von Unternehmen und Staaten. Dementsprechend sind in den vergangenen Wochen die Risikoaufschläge (Spreads) von Unternehmensanleihen und Staaten mit schlechter Bonität gestiegen. Die EZB könnte vor diesem Hintergrund das monatliche Kaufvolumen von Unternehmens- und Staatsanleihen von derzeit 20 Mrd. EUR pro Monat erhöhen, um so die Risikoaufschläge zu stabilisieren. Darüber hinaus kann sie nur Maßnahmen beschließen, die mehr oder weniger wirkungslos sind – und auf den Placebo-Effekt hoffen. 

Die Konjunkturdaten in der kommenden Woche haben nur noch den Charakter alter Nachrichten: Industrieproduktion in Deutschland (Montag) und in der Eurozone (Donnerstag). Im Gegensatz dazu könnte der sentix-Index (Montag) für die Konjunkturerwartungen zeigen, ob die Finanzmarktakteure derzeit eher mit kurzfristigen Abwärtsrisiken rechnen oder sich auf die Wachstumschancen in sechs Monaten fokussieren.

 

Coronavirus-Epidemie nun auch im Bewusstsein der US-Amerikaner angekommen

In dieser Woche stieg die Zahl der offiziell Infizierten in den USA auf 233. Damit ist die Coronavirus-Epidemie nun auch im öffentlichen Bewusstsein der US-Bevölkerung angekommen. Die Sorge ist nun, dass die US-Konsumenten darauf reagieren und ihre Konsumausgaben stark einschränken könnten.

Es ist nun einmal so, dass die US-Konsumausgaben eine überragende Bedeutung für die Weltwirtschaft haben. Vor diesem Hintergrund werden die Daten zum US-Konsumentenvertrauen (Freitag) wichtig. Die Inflationsdaten (Mittwoch) sind dagegen unwichtig, da die Coronavirus-Epidemie eher ein Nachfrageschock sein dürfte und daher die disinflationären Kräfte überwiegend sollten.

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Kapitalmarktausblick auf KW 11 6.3.2020 PDF — 105 KB
Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management
Edgar Walk

Chefvolkswirt , Metzler Asset Management

Edgar Walk arbeitet seit 2000 bei Metzler. Als Chefvolkswirt im Bereich Asset Management ist er für die volkswirtschaftlichen Prognosen verantwortlich. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem Portfoliomanagement liegt sein Fokus neben der volkswirtschaftlichen Analyse verstärkt auf Kapitalmarktthemen. Vor seiner Anstellung bei Metzler studierte Herr Walk in Tübingen Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Regionalstudien Ostasien und Japan. Zur Vertiefung seiner Studien verbrachte er ein Auslandssemester an der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan). Am Institut für Weltwirtschaft in Kiel absolvierte er anschließend den Aufbaustudiengang „Advanced Studies in International Economic Policy Research“.

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