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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 7.1.2022 - Edgar Walk

Goldpreis 2022: Das Potenzial könnte riesig sein

Die Entwicklung des Goldpreises enttäuschte 2021 auf ganzer Linie. Im Jahresdurchschnitt handelte Gold bei 1.799 US-Dollar pro Unze und damit nahezu unverändert gegenüber 2020 mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 1.771 US-Dollar pro Unze. Unser neues Modell berücksichtigt nun auch den Einfluss von Kryptowährungen; 2022 wird der Goldpreis auch von dieser Anlagealternative abhängen.

Die Musik spielte 2021 bei Kryptowährungen

2021 war das Umfeld für Gold eigentlich ideal: Die Realzinsen gingen zurück, die geopolitischen Risiken nahmen zu, und die Inflationsängste stiegen.

Gold wird überwiegend in der Weltreservewährung US-Dollar gehandelt. Der Goldpreis kann somit als ein US-Dollar/Gold-Wechselkurs betrachtet werden, der somit maßgeblich von US-Fundamentaldaten beeinflusst wird. Ein Blick in die Historie zeigt, dass der Goldpreis stark mit der gesamten Verschuldung der Unternehmen, der privaten Haushalte und des Staates in den USA korreliert ist. Hierbei handelt es sich unseren statistischen Analysen zufolge nicht um eine „Scheinkorrelation“, sondern um einen engen kausalen Zusammengang. Je höher die Verschuldung, umso höher die Risiken einer hohen Inflation oder von Schuldenkrisen im privaten Sektor.

Gute Chancen auf steigenden Goldpreis: COVID-19-Krise hat einen Verschuldungsschub zur Folge
Goldpreis in US-Dollar (Jahresdurchschnitt)

Quellen: Thomson Reuters Datastream, Metzler

Ergänzt man noch die Verschuldung um die Variablen Inflationstrend und Außenwert des US-Dollars entsteht ein Modell, dass den Goldpreis zwischen 1985 und 2020 ungewöhnlich gut statistisch erklären konnte. Aufgrund der steigenden Verschuldung und der steigenden Inflation wäre eigentlich bei stabilen Modellparametern mit einem Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr auf etwa 2.400 US-Dollar pro Unze zu rechnen gewesen. Die Musik spielte jedoch nicht bei Gold, sondern bei vielen Kryptowährungen.

Die spannende Frage ist, ob Kryptowährungen eine echte Alternative zu Gold geworden sind?
Goldpreis in US-Dollar (Jahresdurchschnitt)

Quellen: Thomson Reuters Datastream, Metzler

Kryptowährungen wie Bitcoin scheinen das neue moderne „Gold“ des 21. Jahrhunderts geworden zu sein. Wir haben daher versucht, den Einfluss der Kryptowährungen auf den Goldpreis in unserem Modell zu berücksichtigen, was aufgrund der kurzen Historie der Kryptowährungen nicht ganz einfach ist. Sollte das neue Modell die Wirklichkeit besser abbilden, wäre nach unseren Schätzungen der Ausblick für den Goldpreis für 2022 mit jahresdurchschnittlich etwa 1.880 US-Dollar pro Unze und für 2023 mit etwa 2.000 US-Dollar pro Unze gedämpft. Wenn jedoch Kryptowährungen als Alternative zu Gold 2022 an Glanz einbüßen, wären unseren Schätzungen zufolge ein Goldpreisanstieg auf bis zu 2.900 US-Dollar pro Unze möglich. Die Entwicklung des Goldpreises 2022 wird zeigen, wie groß die Konkurrenz durch die Kryptowährungen geworden ist.

Zinsvorbeben ernst nehmen

Vor großen Erdbeben gibt es oft Vorbeben. Es gibt aber auch Vorbeben, denen kein großes Beben folgt. Vor diesem Hintergrund sollten Vorbeben immer nur als Warnsignale interpretiert werden und zur Vorsicht mahnen.

Ein solches Vorbeben ist derzeit in der Tschechischen Republik zu beobachten, das schon lange kein Schwellenland mehr ist und ein Einkommensniveau vergleichbar mit Spanien oder Italien hat. In der Tschechischen Republik hob die Zentralbank den Leitzins in den vergangenen sechs Monaten um 3,5 Prozentpunkte an – bei einer Inflationsrate von 6,0 Prozent im November. Der Leitzins beträgt nun 3,75 Prozent, während die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen bei etwa 3,0 Prozent handelt. Die inverse Renditestrukturkurve signalisiert eine baldige Rezession.

In den USA dürfte die Inflation (Mittwoch) im Dezember sogar auf 7,1 Prozent gestiegen sein. In diesem Zusammenhang zeigen empirische Studien zunehmend, dass sich die tatsächliche Inflationsentwicklung auf die Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure auswirken kann. So ergaben Laborversuche, dass Teilnehmer starke beobachtete Preissteigerungen oft einfach in die Zukunft fortschreiben. Die Folge von hohen Inflationserwartungen wären dann hohe Lohnforderungen und eine hohe Bereitschaft zu Preiserhöhungen seitens der Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die Zentralbanken die Entstehung einer Inflationspsychologie so schnell wie möglich unterbinden, was unter anderem auch die Zinspolitik der tschechischen Zentralbank erklärt. Und die US-Notenbank könnte im ersten Halbjahr mit Leitzinserhöhungen von insgesamt 100 Basispunkten deutlich aggressiver agieren als derzeit erwartet. Wir sehen dafür eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 30 Prozent. 

Hier ist es wichtig, auf den Unterschied zwischen den Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure und der Finanzmarktakteure hinzuweisen. Die Wirtschaftsakteure scheinen ihre Inflationserwartungen auf Basis der vergangenen Inflationsentwicklung zu formen, während die Finanzmarktakteure die Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure und die erwartete konjunkturelle Entwicklung berücksichtigen, aber auch die zukünftige Reaktion der Zentralbanken bei ihren Inflationserwartungen.

Weitere Veröffentlichungen in den USA betreffen in der kommenden Woche den Geschäftsklimaindex der kleineren und mittleren Unternehmen NFIB (Dienstag), die Einzelhandelsumsätze (Freitag) und Industrieproduktion (Freitag); die Daten dürften eine anhaltend dynamisch wachsende US-Wirtschaft widerspiegeln.

China: Erkältung oder Lungenentzündung?

Die chinesischen Wirtschaftsdaten schwächten sich im Jahresverlauf 2021 merklich ab. Bisher entwickelt sich die Abkühlung der Konjunktur vergleichbar mit vergangenen moderaten Abschwüngen. Auf den ersten Blick sieht es also nur wie eine normale konjunkturelle Erkältung aus, der in diesem Jahr wieder eine konjunkturelle Erholung folgen wird.

Erfahrungsgemäß sind jedoch Konjunkturabschwüngen, die von einer Schwäche am Immobilienmarkt begleitet werden, sehr gefährlich, da sie oft in einer wirtschaftlichen Lungenentzündung münden. Das Schwierige dabei ist, dass in der Frühphase des Abschwungs nicht einfach eine normale Erkältung von einer Lungenentzündung unterschieden werden kann und beide Szenarien somit möglich bleiben.

Ein wichtiges Diagnoseinstrument ist in diesem Zusammenhang der Kreditimpuls (Mittwoch). Denn eine Lungenentzündung geht in der Regel mit einer ausgeprägten Schwäche der Kreditvergabe einher. Darüber hinaus werden noch Daten zur Inflation (Mittwoch) und zu den Exporten (Donnerstag) veröffentlicht.

Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management
Edgar Walk

Chefvolkswirt , Metzler Asset Management

Edgar Walk arbeitet seit 2000 bei Metzler. Als Chefvolkswirt im Bereich Asset Management ist er für die volkswirtschaftlichen Prognosen verantwortlich. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem Portfoliomanagement liegt sein Fokus neben der volkswirtschaftlichen Analyse verstärkt auf Kapitalmarktthemen. Vor seiner Anstellung bei Metzler studierte Herr Walk in Tübingen Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Regionalstudien Ostasien und Japan. Zur Vertiefung seiner Studien verbrachte er ein Auslandssemester an der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan). Am Institut für Weltwirtschaft in Kiel absolvierte er anschließend den Aufbaustudiengang „Advanced Studies in International Economic Policy Research“.

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