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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 16.9.2022 - Edgar Walk

US-Notenbank: 75 oder 100 – das ist hier die Frage

Leitzins USA: Mit welchen Schritten ist zu rechnen?

Es besteht kein Zweifel: Vor dem Hintergrund der hohen Inflation und des robusten Arbeitsmarkts in den USA sind Leitzinserhöhungen notwendig. Die Frage ist nur, in wie vielen Schritten und wie schnell.

Finanzmarktakteure rechnen derzeit mit einer dreistufigen Leitzinserhöhung: 75 Basispunkte am Mittwoch, nochmals 75 Basispunkte im Oktober und weitere 50 Basispunkte im Dezember. Gegen Jahresende wird also mit einem Leitzins von etwa 4,25 Prozent gerechnet.

Unser lang erprobtes Prognosemodell für den US-Leitzins schätzt, dass die US-Notenbank in der Vergangenheit – bei vergleichbaren makroökonomischen Daten –bereits jetzt den Leitzins auf mindestens 5,5 Prozent angehoben hätte. Wir erwarten daher, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins am Mittwoch um 100 Basispunkte anheben wird. Sollte sich die Fed doch nur für eine Anhebung von 75 Basispunkten entscheiden gehen wir davon aus, dass sie auf den zwei darauffolgenden Sitzungen den Leitzins jeweils um 75 Basispunkte anheben dürfte. Darauf dürfte dann 2023 noch ein weiterer Schritt von 50 Basispunkten folgen.

Die Finanzmarktakteure unterschätzen nach unserer Ansicht also immer noch das Ausmaß an notwendigen Leitzinserhöhungen.

US-Wirtschaft: Wie resilient ist sie wirklich?

Kann die US-Wirtschaft deutlich höhere Zinsen überhaupt verkraften? Der Immobilienmarkt zeigt schon jetzt deutliche Bremsspuren, wie der NAHB-Index (Montag) und die Neubaubeginne (Dienstag) eindrücklich belegen werden. Typischerweise ist eine merkliche Abschwächung am Wohnimmobilienmarkt in den USA immer ein zuverlässiges Rezessionssignal.

Die US-Haushalte verfügen derzeit aber über ein Rekordvermögen, sodass der Konsum in diesem Zyklus resilient bleiben und es nur zu einer milden Rezession kommen dürfte. Ein Indikator für die Dynamik der Wachstumsabschwächung sind die Einkaufsmanagerindizes am Freitag. Gleichzeitig wird die Inflation hoch bleiben und dürfte sich auf einem Niveau von über 4 Prozent einpendeln.

Japanischer Yen: Erstes Opfer höherer US-Leitzinsen

In diesem Jahr verlor der japanische Yen etwa 25 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar. Die japanische Notenbank verfolgt weiterhin eine sehr expansive Geldpolitik mit einem Leitzins von -0,1 Prozent, während sich die US-Notenbank dagegen in einem straffen Leitzinserhöhungszyklus befindet. Vor diesem Hintergrund richten sich alle Blicke auf die Sitzung der japanischen Zentralbank am Donnerstag.

Da die Kerninflation (Dienstag) im August nur bei 1,5 Prozent gelegen haben dürfte, und damit unter dem Inflationsziel von 2,0 Prozent, steht die japanische Zentralbank auf den ersten Blick nicht unter Druck, ihre Geldpolitik anpassen zu müssen. Hält sie jedoch an ihr fest, droht ein erneuter Schwächeanfall des japanischen Yen. Es droht sogar eine gefährliche Abwärtsspirale, wenn eine Abwertungspsychologie entsteht, die eine Kapitalflucht zur Folge hätte.

Ich vermute, dass die japanische Zentralbank in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium versuchen wird, den japanischen Yen mithilfe anderer Instrumente zu stabilisieren, wie den Devisenreserven. Es verspricht also spannend zu werden.

Ukraine-Krieg: Zwei Faktoren sind entscheidend für den Ausgang

Der erste Faktor sind zukünftige Waffenlieferungen – Deutschland könnte deutlich mehr schwere Waffen liefern. Der zweite Faktor ist der Zusammenhalt Europas und die Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft im Winter. Vor diesem Hintergrund werden die Einkaufsmanagerindizes (Freitag) zeigen, wie schlimm die Putin-Rezession wird.

Europa hat in den vergangenen Wochen große Fortschritte gemacht, die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Es ist jedoch noch nicht klar, ob das auch für den gesamten Winter ausreicht oder ob es doch zu größeren Strom- und Erdgasausfällen kommt.

Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management
Edgar Walk

Chefvolkswirt , Metzler Asset Management

Edgar Walk arbeitet seit 2000 bei Metzler. Als Chefvolkswirt im Bereich Asset Management ist er für die volkswirtschaftlichen Prognosen verantwortlich. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem Portfoliomanagement liegt sein Fokus neben der volkswirtschaftlichen Analyse verstärkt auf Kapitalmarktthemen. Vor seiner Anstellung bei Metzler studierte Herr Walk in Tübingen Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Regionalstudien Ostasien und Japan. Zur Vertiefung seiner Studien verbrachte er ein Auslandssemester an der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan). Am Institut für Weltwirtschaft in Kiel absolvierte er anschließend den Aufbaustudiengang „Advanced Studies in International Economic Policy Research“.

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