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31.8.2021 - Sebastian Sachs

War Jackson Hole der lang erwartete Gamechanger?

Von der Rede Jerome Powells auf dem virtuellen Zentralbankentreffen in Jackson Hole haben die Marktakteure vergangenen Freitag nicht viel weniger als eine Ankündigung erwartet, wann die US-Notenbank ihre Anleihekäufe vor dem Hintergrund steigender Inflation und eines sich erholenden Arbeitsmarktes zurückfahren wird. Doch wieder einmal blieb der Fed-Chef mehr als vage. Drei Fragen hierzu an Finanzanalyst Sebastian Sachs.

Eins
Hat Fed-Chef Powell wirklich etwas Neues gesagt?

Zunächst einmal wurde vieles, was wir bereits von Powell gehört haben, zementiert. Es wurde aber vor allem wenig Klarheit geschaffen, wann die US-Notenbank mit dem Tapering beginnen wird – und ob überhaupt. Wir konstatieren wohlwollend, dass die Aussagen von Freitag das bisher deutlichste Signal waren, dass die Fed auf ein bevorstehendes Tapering zumindest vorbereitet ist. Powell räumte ein, dass der Aufschwung in den USA die Erwartungen übertroffen habe und dass die Inflation „stark“ angestiegen sei. Erstmals war auch zu hören, dass der durch vorübergehende Faktoren bedingte Inflationsanstieg vielleicht doch nicht wieder abklingen werde. Und dann wurde erneut die bereits bekannte Diskrepanz zwischen Preisanstieg und Beschäftigung thematisiert: Während einerseits der Punkt erreicht worden sei, an dem „wesentliche weitere Fortschritte“ bei der Inflation erzielt wurden, sagte Powell andererseits mit Blick auf den Arbeitsmarkt, hier sei noch „ein weiter Weg“ zurückzulegen.

Zwei
Ist nun ein baldiges Anziehen der geldpolitischen Zügel durch die US-Notenbank zu erwarten?

Datenabhängiges Tapering dürfte das sein, worauf wir uns jetzt einstellen müssen. Powell deutete zumindest an, dass es „angemessen sein könnte“, noch in diesem Jahr mit dem Tapering zu beginnen. Der Entscheidungsprozess dahin beinhalte jedoch einen heiklen Balanceakt zwischen neuen Konjunkturdaten und der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Delta bleibt also maßgeblich wichtig. Kurzfristig ist nun der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht das nächste „entscheidende“ Datum. Ganz generell sehen wir die Gefahr oder auch die Chance – abhängig von der jeweiligen Sichtweise – einer schnellen geldpolitischen Straffung in den USA nicht wirklich gegeben. Vielmehr erwarten wir auf absehbare Zeit, dass sich die Stimmen aus der Fed nicht werden durchsetzen können, die baldige restriktive Schritte fordern. Das fundamentale Umfeld bietet einfach noch zu viele „Ausreden“, sich dem Druck nach geldpolitischer Straffung nicht stellen zu müssen.

Drei
Was machen die Märkte aus dieser geldpolitischen Hängepartie?

Zumindest kurzfristig gibt die Tatsache, dass die Fed am Freitag keinen definitiven Zeitplan für das Tapering genannt hat, sowohl den Aktien- als auch den Bond-„Bullen“ den nötigen Vertrauensschub. Solange die akkommodierende Geldpolitik in den USA erhalten bleibt, ist die Angst der Investoren, etwas zu verpassen, größer als die Angst, Geld zu verlieren. Allerdings ist die Situation in beiden Marktsegmenten bereits mehr als angespannt; und irgendwann wird auch die Fed nicht ums Tapering herumkommen. Frühe, vorsichtige und konsistente Kommunikation bleibt das A&O für die Fed, um durch Nervosität ausgelöste Verwerfungen an den Märkten zu vermeiden.

Sebastian Sachs ist Stratege im Bereich Capital Markets mit Schwerpunkt in der Analyse der Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmärkte.
Sebastian Sachs

Finanzanalyst FI/FX , Metzler Capital Markets

Sebastian Sachs ist seit 2011 bei Metzler tätig. Er ist Stratege im Bereich Capital Markets mit Schwerpunkt in der Analyse der Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmärkte. Vor seiner Tätigkeit bei Metzler arbeitete Herr Sachs von 2006 bis 2011 als Covered-Bonds-Analyst bei der DZ Bank in Frankfurt am Main, von 2000 bis 2005 als Finanzmarktjournalist bei der Financial Times Deutschland in Frankfurt am Main und von 1998 bis 2000 als Analyst für Staatsanleihen bei Dresdner Kleinwort Benson in Frankfurt am Main. Dazwischen war er für kurze Zeit bei MTS Deutschland in Frankfurt am Main und der Berenberg Bank in Düsseldorf tätig. Herr Sachs studierte Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, Finanzwissenschaft sowie Geld und Währung.

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