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Eine Werbemitteilung der B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA - 6.9.2017

Von der Avantgarde zum Problemfall – zur Zukunft der deutschen Autoindustrie

Der Motor der Autoindustrie gerät 2018 und 2019 kräftig ins Stottern

„Ich sehe die Gefahr, dass die deutsche Autoindustrie zunehmend ins Hintertreffen gerät“, so Jürgen Pieper, Director Research für Automobilwerte bei Metzler Capital Markets. Die Aussichten für Autohersteller und -zulieferer würden nicht nur eingetrübt vom Dieselskandal und den möglicherweise hohen Strafen sowie drohenden Fahrverboten. Auch scheine die seit acht Jahren stetig steigende weltweite Nachfrage zu einem Ende zu kommen. In den USA habe sich der Wind bereits gedreht – hier gehe die Nachfrage zurück. Die Nachfrage in China werde zunehmend volatiler. Und der Zyklus in Europa dürfte in die letzte Phase des Aufschwungs eintreten. „Insgesamt rechnen wir damit, dass der weltweite Markt für Fahrzeuge 2018 nur noch um 1 % wachsen wird – das wäre seit 2009 der niedrigste Anstieg“, erläutert Pieper. Dieser Nachfragerückgang werde mit zunehmendem Preisdruck einhergehen. Hinzu komme wahrscheinlich das Abwarten potenzieller Käufer, ob sich die neuen Technologien – Elektromobilität und autonomes Fahren – am Markt durchsetzen können.

Die trüben Aussichten schlagen sich entsprechend in der Ertragsdynamik der Unternehmen nieder: Zwar sei das erste Halbjahr 2017 überraschend robust gewesen, jedoch hält Pieper für das zweite Halbjahr sogar die ein oder andere Gewinnwarnung für möglich. Das Ertragswachstum sollte im dritten Quartal 2017 auf niedrige Werte von unter 5 % sinken. Ebenfalls ungünstig für die deutsche Autoindustrie würden sich derzeit makroökonomische Faktoren entwickeln, zum Beispiel Rohstoffpreise, Zinsen und der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar. Negative Auswirkungen des starken Euro dürften, so Pieper, wahrscheinlich bis ins Jahr 2018 zu spüren sein.

Immer stärkerer Gegenwind für den Diesel

Die Diskussionen um den Dieselmotor – relativ hoher NOX-Ausstoß und Feinstaubbelastung – sind nicht abgeebbt, sondern haben nach dem „Dieselgipfel“ Anfang August sogar weiter Fahrt aufgenommen: „Deutlich zu spüren ist jetzt schon die Kaufzurückhaltung bei Dieselfahrzeugen. Dieses Jahr wird der Marktanteil unserer Schätzung nach um 3–4 %-Punkte sinken.“ Bisher habe sich dies zwar finanziell für die Autohersteller nicht sehr bemerkbar gemacht, die Belastungen würden jedoch höchstwahrscheinlich zunehmen. Der Margenunterschied zwischen Dieseln und Benzinern sei signifikant – zugunsten der Dieselfahrzeuge. Die Dieselschwäche sollte sich daher schon im laufenden Quartal in den Ergebnissen zeigen, so Pieper.

Noch deutlich teurer könne es für die Autoindustrie werden, wenn nach der Bundestagswahl auf einem zweiten Gipfel beschlossen werden sollte, dass alte und sogar fast neue Dieselautos mit Katalysatoren nachgerüstet werden müssten und das bislang vorgenommene Update der Steuerungssoftware der Motoren nicht ausreichen würde. Schlimmstenfalls drohten sogar Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Großstädten. Die Erträge belasten dürften auch die von den meisten Autoherstellern angekündigten Kaufprämien für Kunden, die ein älteres Dieselmodell durch einen neuen Diesel oder Benziner ersetzen wollen. Die Nachlässe könnten bis zu 12.000 EUR pro Auto oder 25 % des Kaufpreises betragen.

Zukunftstechnologien und Kostenreduktion: Kaufempfehlungen für Hella, MS Industrie und Continental sowie für Volkswagen


In diesem schwierigen Umfeld seien einzig Unternehmen für Investoren attraktiv, die bereits heute stark auf die Entwicklung der Zukunftstechnologien setzen würden oder im Zuge einer Restrukturierung ihre Kosten erheblich senken könnten. „Auf der Technologieseite sind insbesondere die Zulieferer Continental, Hella und MS Industrie hervorzuheben“, so Pieper. Die Nachfrage nach Komponenten für Batterien und Software (Hella), Elektroantrieben (MS Industrie) sowie nach Sensoren und Radarsystemen (Continental) dürfte in der nächsten Zeit deutlich steigen.

„Auf der Restrukturierungsseite sehen wir – trotz aller Probleme – großes Potenzial speziell für Volkswagen“, ergänzt Pieper. Zwar leide VW weiter unter dem Dieselskandal, jedoch habe der Konzern ein ambitioniertes Kostensenkungsprogramm aufgelegt, das es den Kernmarken Audi und VW ermöglichen sollte, jeweils 2 Mrd. EUR in den Jahren 2018 und 2019 einzusparen. Hinzu komme, dass die VW-Aktien äußerst günstig bewertet seien mit einem geschätzten Kurs-Buchwert-Verhältnis von weniger als 0,6 für 2018 und 2019.

Jürgen Pieper, Senior Advisor Metzler Capital Markets
Jürgen Pieper, Senior Advisor Metzler Capital Markets

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