Metzler meets Fraunhofer - 14.11.2019

Widersprüche in der Arbeitswelt 4.0

Vielfach heißt es von der vierten industriellen Revolution, dass sie zahlreiche Arbeitsplätze wegdigitalisiert, ganze Berufsbilder verschwinden lässt und zu einem umfassenden Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft führen wird. Warum uns die Arbeit aber nicht ausgehen wird, erläuterte Dr. Stefan Rief, Institutsdirektor und Leiter des Forschungsbereichs Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung am Fraunhofer-Institut IAO, auf der Veranstaltung „Metzler meets Fraunhofer“ am 5. November 2019.

Nach Riefs Einschätzung werden sich in Deutschland die wegfallenden und die neu geschaffenen Arbeitsplätze durch die Digitalisierung die Waage halten. Jedoch werde es größere Verschiebungen von Arbeitsplätzen zwischen Branchen und Berufen und teils völlig neue Arbeitsanforderungen geben. „Persönliche Kommunikation, Intuition und Kreativität sind bei den neu entstehenden ‚New Collar Jobs’ gefragt. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht digitalisieren oder automatisieren“, erläuterte Rief. Zunehmend gefragt seien auch neue und flexible Arbeits- und Organisationsmodelle, um Innovationen voranzutreiben, die Motivation der Arbeitnehmer zu steigern und den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Hinzu käme, dass gezielte Investitionen in Technologien, Bildung und Weiterbildung der Beschäftigten notwendig seien– nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Die Forderung nach einer Work-Life-Balance müsse um eine Work-Learn-Balance ergänzt werden.

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