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26.8.2020

Erholung für deutsche Autobranche in Sicht – dank Trend zur E-Mobilität

„Die deutsche Automobilbranche hat infolge von Covid-19 im zweiten Quartal einen historisch nie dagewesenen Einbruch erlitten“, so Jürgen Pieper, Director Research und Senior Advisor bei Metzler Capital Markets. In einigen wichtigen Regionen der Welt, etwa in Südeuropa, habe sich die Zahl der Neuwagenverkäufe gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als halbiert. Fast alle Autohersteller und -zulieferer seien in die Verlustzone geraten. Doch die Branche erhole sich – je nach Region allerdings in unterschiedlichem Tempo. In China hätten die Absatzzahlen sogar schon ein höheres Niveau erreicht als im Januar, also vor dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch. In Europa und in den USA verlaufe die Belebung jedoch schleppender; Pieper schätzt das Absatzminus im Juli gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf nur noch etwa 5 %. Staatliche Anreize dürften zwar zu dieser Erholung beigetragen haben, der entscheidende Faktor waren sie nicht – insbesondere nicht in Deutschland. Dafür ist die Kaufprämie weder hoch noch breit genug angelegt.  

Bemerkenswert sei, dass sich während der Pandemie eindeutig ein Trend zur Elektromobilität abgezeichnet habe. „Hierzu hat zwar auch die staatliche Förderung beigetragen. Aber der eigentliche Schlüssel war das veränderte Verbraucherverhalten“, konstatiert Pieper. „Offenbar ist der Autokäufer in der Corona-Krise für weiche Themen wie Gesundheit und Umweltschutz sensibilisiert worden.“ Besonders auffällig sei die Wende hin zur Elektromobilität in Deutschland. Der Marktanteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen bei Neukäufen von Personenwagen habe im Juli hierzulande bei 22 % gelegen. Das entspreche einer Steigerung von weit über 100 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Für den künftigen Erfolg der deutschen Hersteller und Zulieferer dürfte entscheidend sein, welches Unternehmen bei Zukunftstechnologien am besten aufgestellt sei.

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