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1.4.2021 - Thomas-Weber

Ist die Zukunft des Euro digital?

 

Die steigende Popularität von Krypto-Token erhöht den Druck auf Zentralbanken, selbst digitale Währungen auszugeben. Auch die EZB sondiert derzeit die Möglichkeiten, digitales Zentralbankgeld (CBDC) auszugeben. Drei Fragen an Finanzanalyst Thomas Weber.

 

Eins
Was ist eigentlich ein digitaler Euro?

Ein digitaler Euro würde zu den sogenannten digitalen Zentralbankwährungen (Central Bank Digital Currencies, kurz CBDCs) zählen, deren Einführung momentan in einer Reihe von Ländern diskutiert werden, unter anderem in China, Schweden und den USA. Die Währung wird direkt von der Zentralbank ausgegeben und ist daher am besten mit Bargeld oder Zentralbankeinlagen der Geschäftsbanken zu vergleichen. Der digitale Euro wäre offizielles Zahlungsmittel in der Eurozone und ließe sich jederzeit eins zu eins in Bargeld umtauschen. Es wäre also keine Parallelwährung, sondern dieselbe Währung – nur in einem anderen Format. Im Gegensatz zu Geld auf dem Girokonto hätte der Inhaber beim digitalen Euro einen Anspruch gegenüber der EZB und nicht gegenüber einer Geschäftsbank.

Zwei
Welche Chancen bietet eine Digitalwährung?

Der digitale Euro kann eine zeitgemäße Alternative zum Bargeld darstellen, dessen Bedeutung im digitalen Zeitalter immer weiter abnehmen dürfte. Dafür muss er so ausgestaltet sein, dass er möglichst viele Eigenschaften von Bargeld auf sich vereint und jedem Bürger zugänglich ist. Vorteilhaft wäre auch, dass der internationale Zahlungsverkehr, dessen Abwicklung selbst heute noch mehrere Tage in Anspruch nehmen kann, sich mit einer Digitalwährung deutlich beschleunigen ließe. Zudem würde eine Digitalwährung den Megatrend Digitalisierung unterstützen und neue Chancen für die Wirtschaft eröffnen. Denkbar wäre beispielsweise der Einsatz im Rahmen von Smart Contracts, mit programmierten und automatischen Geldflüssen. Aber auch als neues geldpolitisches Steuerungsinstrument könnte die EZB einen digitalen Euro nutzen. So ließe sich beispielsweise der Konsum ankurbeln mit digitalem Geld, das ein Ablaufdatum hat, oder in einer Krise schnell „Helikoptergeld“ verteilen. Und: Die EZB könnte mit einer CBDC eine sichere Alternative zu privaten Konkurrenzprodukten wie Bitcoin oder ausländischen Digitalwährungen schaffen.

Drei
Welche Risiken sind mit CBDC verbunden – und für wen?

Zunächst einmal macht seine hohe Sicherheit den digitalen Euro für Privatpersonen und Unternehmen attraktiv. Daher könnten viele ihre Guthaben von Girokonten auf Zentralbankkonten übertragen. So entstünde eine Finanzierungslücke bei den Geschäftsbanken, was zu Knappheit bei der Kreditvergabe und in der Folge zu höheren Zinsen führen könnte. Da gerade in Krisenzeiten viele Anleger nach sicheren Häfen suchen, könnte der digitale Euro einen „Bank Run“ begünstigen, mit möglicherweise dramatischen Folgen für das Finanzsystem. Aber auch für die Zentralbank selbst würden die Risiken in ihrer immer größer werdenden Bilanz zunehmen, was ihre Aufgabe als Währungshüter erschweren könnte. Dementsprechend muss die EZB beim Ausgestalten der CBDC Risiken und Chancen sorgfältig abwägen. Wir rechnen daher damit, dass bis zur Einführung eines digitalen Euro noch einige Jahren vergehen werden – andere Länder wie China oder Schweden dürften hier schneller sein.

Thomas Weber, Metzler Capital Markets
Thomas Weber

FI/FX Research , Metzler Capital Markets

   

Thomas.Weber@metzler.com

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