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Gastbeitrag DEVISENWOCHE – Börsen-Zeitung Nr. 166 - 28.12.2021 - Sebastian Sachs

Notenbanken geben Währungstrends vor

Am Devisenmarkt bleiben die großen Trends im kommenden Jahr geprägt von den Handlungen - oder auch den Nichthandlungen - der großen Zentralbanken. Wir haben bereits die ersten Schritte in Richtung restriktiverer Ausrichtung beobachten können, sind jedoch nach wie vor der Auffassung, dass sich das große Bild per saldo nicht maßgeblich ändern wird. Werden die bereits umgesetzten oder noch zu erwartenden Anpassungen ausreichen, beispielsweise den Greenback oder den Euro so aus der Bahn zu werfen, dass wir uns plötzlich in einem neuen Umfeld wiederfinden, das sogar als spannend zu bezeichnen wäre? Der Blick auf die Entwicklung der Volatilitäten hat zumindest kurzzeitig Hoffnung gemacht. So hatte sich die implizierte Drei-Monats-Vola des Euro-Dollar-Kurses, die im Jahresverlauf kontinuierlich von rund 7 auf im Tief sogar unter 5 gesunken war, in kürzester Zeit wieder auf 6,5 erholt - vor allem, da die Diskussion über geldpolitische Anpassungen vor dem Hintergrund der explodierenden Inflationszahlen ganz plötzlich Fahrt aufgenommen hat.

Falsche Signale

Neben der divergierenden Geldpolitik in den USA und der Eurozone spielen für den Euro auch der Flüchtlingskonflikt zwischen Polen und Belarus und das generell wieder sehr angespannte Verhältnis mit Russland eine Rolle. Problematisch ist die fehlende einheitliche Reaktion. Resolutes und strategisch kluges Verhalten und Gegensteuern sieht auf jeden Fall anders aus. Dem Devisenmarkt werden dadurch falsche Zeichen gesandt, das Vertrauen in den Euro wird beschädigt. Wir gehen zwar (noch) davon aus, dass sich die aufgeheizten Konfliktfelder klären lassen, doch der Schaden könnte bleiben. Und dann ist da natürlich noch das Coronavirus bzw. die Omikron-Variante. Die massive Rückkehr des Virus, angezeigt durch rekordhohe Inzidenzen in Europa und erneut an der Belastungsgrenze arbeitende Krankenhäuser, spiegelte sich am Devisenmarkt in den vergangenen Wochen zwar gar nicht so stark. Doch da Europa zu einem Pandemie-Epizentrum zu werden droht, könnten auch deutlichere Kratzspuren an der Gemeinschaftswährung entstehen. Und es muss sich dann erst zeigen, ob diese lediglich vorübergehender Natur sein werden.

Doch es wird 2022 auch Diskussionen um den Dollar geben, vor allem aufgrund hausgemachter Probleme. Der Wachstumsvorteil gegenüber der Eurozone, über den sich die Biden-Administration im fast abgelaufenen Jahr noch freuen darf, dürfte absehbar verloren gehen. Dann rücken auch schnell wieder Themen wie Verschuldung, Leistungsbilanzdefizit oder auch die prekäre Haushaltslage in den Fokus. Über all dem hängt die Frage, ob der Dollar nicht ohnehin "strukturell" angeschlagen ist, auch wenn unseres Erachtens bisher noch nicht geklärt wurde, was diese Aussage bedeuten soll. Bleibt der Einflussfaktor Fed: Zwar dürfte sich 2022 ein merklich restriktiverer Kurs materialisieren. Doch da der Greenback bereits viele Erwartungen eingepreist hat, sollte die Geldpolitik bzw. eine sich ausweitende Renditedifferenz am Bondmarkt nicht allzu stark unterstützend wirken - auch wenn internationale Käufer weiterhin Treasuries nachfragen und damit Kapitalströme in den Dollar auslösen dürften.

Dem Dollar gegenüber steht der Euro. Der hat zwar seine ganz eigenen Probleme, konnte sich aber auch lange Zeit beachtlich solide gegen den Greenback halten. Allerdings müssen wir auch konstatieren, dass es für die Gemeinschaftswährung in der zweiten Jahreshälfte nahezu kontinuierlich bergab ging. Die bereits aufgezeigten Problemfelder, mit denen Europa und der einheitliche Währungsraum zu kämpfen haben, werden eine zu starke Entwicklung des Euro im Jahr 2022 verhindern. Dennoch erwarten wir im ersten Quartal eine Verbesserung der Gemengelage, die auch der Devise wieder zugutekommen dürfte. Diskussionen um eine straffere Ausrichtung der Europäischen Zentralbank sollten allenfalls temporär belasten.

Im Dollar-Block dürften im kommenden Jahr insbesondere der neuseeländische und der kanadische Dollar davon profitieren, dass sich die beiden jeweiligen Notenbanken auf einen Kurs der geldpolitischen Straffung begeben. Ganz anders sieht es hingegen in Australien aus. Die Reserve Bank of Australia wird wohl nicht vor 2023 an ihrer expansiven geldpolitischen Ausrichtung rütteln; daher dürfte sich auch der Aussie-Dollar weitgehend in einer Seitwärts-Range bewegen.

Ein solcher Gegensatz zeigt sich auch in Skandinavien. Die Norges Bank fährt einen ganz anderen Kurs als die schwedische Riksbank, wodurch sich auch die norwegische Krone deutlich besser entwickeln sollte als ihr wohl weiterhin vor sich hindümpelndes Pendant aus dem Nachbarland.

Dass sich der US-Dollar aktuell von seiner starken Seite zeigt, bekommt auch der Yen zu spüren. Und für 2022 besteht unserer Einschätzung nach nur wenig Hoffnung auf einen Rebound. Bis auf die jüngste kräftige Aufwärtsbewegung hat sich der Dollar zum Yen im nun beinahe abgelaufenen Jahr über weite Strecken seitwärts bewegt, was wir auch für die kommenden zwölf Monate erwarten - nur auf einem leicht erhöhten Niveau. Denn konjunkturell und auch geldpolitisch stehen die Zeichen für den Yen weiterhin auf Schwäche.

Optimismus für das Pfund

Auch das britische Pfund musste gegenüber dem Dollar jüngst Federn lassen. Dennoch erwarten wir für Sterling im Gegensatz zum Yen für 2022 eine deutlich positivere Performance - und zwar, nachdem die Omikron-Herausforderungen gemeistert sind. Die Konjunktur sollte sich aus der Brexit-Problematik befreien, die anziehende Inflation zwingt die Bank of England, den Leitzins weiter anzuheben, und ganz generell steht die britische Währung in der Beliebtheit der Anleger offenbar noch vergleichsweise weit oben.

Für den Schweizer Franken schließlich hängt vieles davon ab, ob die Marktteilnehmer auch im kommenden Jahr auf der Suche nach einem sicheren Hafen sind. Denn vonseiten der Schweizerischen Nationalbank ist mit keiner Unterstützung zu rechnen - mit Ausnahme natürlich von gelegentlichen Interventionen bei der heimischen Währung, die aber bekanntermaßen eine gegensätzliche Zielrichtung haben.

Summa summarum wird sich im kommenden Jahr nicht viel ändern, auch wenn sich einige neue Trends ergeben sollten. Mit Blick auf den Euro-Dollar-Kurs dürfte die Handelsspanne sogar noch enger ausfallen als 2021. Vola-Spike sieht anders aus!

Sebastian Sachs
Sebastian Sachs

Finanzanalyst FI/FX , Metzler Capital Markets

Sebastian Sachs ist seit 2011 bei Metzler tätig. Er ist Stratege im Bereich Capital Markets mit Schwerpunkt in der Analyse der Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmärkte. Vor seiner Tätigkeit bei Metzler arbeitete Herr Sachs von 2006 bis 2011 als Covered-Bonds-Analyst bei der DZ Bank in Frankfurt am Main, von 2000 bis 2005 als Finanzmarktjournalist bei der Financial Times Deutschland in Frankfurt am Main und von 1998 bis 2000 als Analyst für Staatsanleihen bei Dresdner Kleinwort Benson in Frankfurt am Main. Dazwischen war er für kurze Zeit bei MTS Deutschland in Frankfurt am Main und der Berenberg Bank in Düsseldorf tätig. Herr Sachs studierte Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, Finanzwissenschaft sowie Geld und Währung.

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