Wechsel vom Makroschock zurück zum KI-getriebenen Wachstumsregime
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Der jüngste Iran-Schock zeigt, wie schnell sich Kapitalmarktregime verändern können. In der ersten Phase dominierten die klassischen Risk-off-Muster: Steigende Ölpreise, Inflationssorgen und die Erinnerung an das Jahr 2022 führten zur Outperformance von Energietiteln, Versorgern und defensiven Stilfaktoren wie Low Volatility und Yield. Genau für solche Angebotsschocks sind diese Bausteine im Aktienkorb unserer Multi-Asset-Strategie wichtig. Sie stabilisieren das Portfolio, wenn geopolitische Risiken die Inflationserwartungen erhöhen, Notenbanken weniger Spielraum haben und die traditionelle Diversifikation über Anleihen nur eingeschränkt wirkt.
Entscheidend ist jedoch, dass solche Parallelitäten nicht mechanisch fortgeschrieben werden dürfen. Mit der Aussicht auf ein Ende des Makroschocks und dem Beginn der brüchigen Waffenruhe änderte sich das Marktbild deutlich. Der Ölpreis gab nach, die Sorge vor einem dauerhaften Angebotsschock verblasste und die Märkte kehrten zurück zum Basisszenario einer robusten Weltwirtschaft mit soliden Unternehmensgewinnen und einem positiven KI-Narrativ.
Unsere Reaktion auf den Regimewechsel
In unserer Multi-Asset-Strategie reagierten wir auf das geänderte Umfeld nicht mit einem abrupten Umschalten, sondern mit einer kontrollierten Rückführung des Portfolios in das Wachstumsregime. Aktien bleiben die bevorzugte Anlageklasse, wie auch unser Indikatorenset bestätigt: Robustes Gewinnwachstum, positive technische Signale, hoher Risikoappetit und eine verbesserte Marktbreite stützen unsere hohe Quote. Die Investitionen in KI bleiben der zentrale strukturelle Treiber, getragen von den US-Hyperscalern und ihren Zulieferern. Gleichzeitig spricht die Entspannung beim Ölpreis auch für mehr Aufholpotenzial in Europa, während USA, Japan und asiatische Schwellenländer strukturell attraktiv bleiben.
Auf der Rentenseite reagieren wir differenzierter. Die restriktive Geldpolitik begrenzt grundsätzlich den Spielraum, doch rückläufige Inflationserwartungen, sinkende Ölpreise und fallende Renditen verbessern tendenziell das Umfeld für langlaufende Anleihen. Damit steigt die Chance, dass Anleihen wieder stärker als Diversifikator im Portfolio wirken können. Aktuell bleiben wir aber vorsichtig und richten den Fokus auf kurzlaufende, bonitätsstarke Staaten und Unternehmen.
Gold wurde taktisch reduziert, weil höhere Realzinsen und sinkende geopolitische Risikoprämien kurzfristig belasten. Strategisch bleibt Gold jedoch attraktiv: Hohe Staatsverschuldung, geopolitische Fragmentierung und Unsicherheit im Währungssystem sprechen weiter für eine Beimischung in signifikanter Höhe. Beim US-Dollar überwiegt kurzfristig die Unterstützung durch die restriktive Fed-Kommunikation und die relative Stärke der US-Wirtschaft; mittelfristig fehlt aber ein überzeugender Treiber für eine dauerhafte Dollar-Hausse.
Die Kernbotschaft lautet deshalb: Robustheit im Portfolio entsteht nicht durch eine einseitige makroökonomisch motivierte Positionierung, sondern durch ein Portfolio, das Risikoszenarien abfedert und zugleich stark genug am Basisszenario partizipiert. Defensive Bausteine in der Struktur sichern dabei gegen Angebotsschocks ab, eine moderat offensive Positionierung in der Aktienallokation stellt eine hohe Marktpartizipation sicher.