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Schwaches Wachstum und erhöhte Inflation dank gestiegener Energiepreise: Eine Stagflation gilt in Deutschland als realistisches Basisszenario. In der Konsequenz stößt klassische Diversifikation an ihre Grenzen. Experten diskutieren, wie sie damit in ihren Strategien umgehen.
Als Anleger sollte man Multi-Asset-Portfolios möglichst global denken und sie nicht zu stark von der konjunkturellen Lage eines einzelnen Landes abhängig machen. Ein Stagflationsszenario in Deutschland ist zweifellos herausfordernd: schwaches Wachstum trifft auf hartnäckige Inflation, etwa infolge höherer Energiepreise. Dennoch sollten lokale Belastungsfaktoren allein nicht die strategische Ausrichtung bestimmen.
Auch ausgewählte Emerging Markets bieten strukturell attraktivere Wachstumsperspektiven als Deutschland und sind nicht zwangsläufig von demselben Stagflationsnarrativ geprägt.
Gerade auf der Aktienseite ist eine breite regionale Allokation entscheidend. Neben Europa gehören dazu insbesondere die USA, wo viele der Unternehmen mit den innovativsten und wachstumsstärksten Geschäftsmodellen beheimatet sind. Auch ausgewählte Emerging Markets bieten strukturell attraktivere Wachstumsperspektiven als Deutschland und sind nicht zwangsläufig von demselben Stagflationsnarrativ geprägt. Eine globale Aktienallokation kann daher helfen, regionale Schwächen auszugleichen und an unterschiedlichen Wachstumsquellen zu partizipieren.
Gleichzeitig gilt: Klassische Diversifikation funktioniert in Stressphasen oder bei steigenden Inflationserwartungen nicht immer unmittelbar. Das Jahr 2022 war hierfür ein schmerzhaftes Beispiel. Heute ist die Ausgangslage jedoch anders: Die laufenden Renditen in Anleiheportfolios sind höher, viele Durationen kürzer und damit die Zinssensitivität geringer. Aufgrund der strukturellen Verschuldungsthematik sprechen wir uns bei Renten aktuell für kürzere Laufzeiten, hohe Bonitäten und selektiv inflationsgeschützte Anleihen aus, um strukturelle Inflationsrisiken teilweise abzufedern.
Der Kommentar erschien zuerst bei Fundview am 19.05.26