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Informationen für professionelle Kunden - 22.5.2021

Kapitalanlage von Stiftungen: So sicher wie möglich, so ertragsorientiert wie nötig

Stiftungsvermögen bei niedrigsten Zinsen erhalten und mehren: Damit das gelingt, müssen Stiftungen umdenken und breiter diversifizieren – und auch mal Neuland betreten.

Lösungen für Stiftungen bei Metzler Asset Management

Stiftungen nutzen nicht immer ihren Handlungsspielraum

Seit Beginn der Finanz- und Staatsschuldenkrise müssen sich Stiftungen mit extrem niedrigen, teils negativen Zinsen arrangieren. Dieser Trend hat sich mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie und den fiskal- und geldpolitischen Stützungsprogrammen noch einmal verschärft. In der Vergangenheit erzielten Stiftungen überwiegend durch Investments in Staatsanleihen eine sichere Rendite. Um aktuell und auf vorerst unabsehbare Zeit ihr Vermögen zu erhalten und zu mehren, müssen sie neue Wege finden und vor allem ihre Anlagerichtlinien und -strategien überdenken, beispielsweise in Richtung kontrollierter Erhöhung der risikoreicheren Anlageklassen oder Erweiterung des zulässigen Anlageuniversums.

 

Häufig haben Stiftungen bei ihrer Kapitalanlage einen deutlich größeren Handlungsspielraum, als ihren Entscheidern bewusst ist – auch aus regulatorischer Sicht. Die Studie „Endowment Impact – Gesellschaftlicher Mehrwert von Stiftungen aus Vermögen“ der European School of Management and Technology aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Stiftungen oft risikoaverser investieren, als es ihnen das Stiftungsrecht oder die eigene Satzung vorgeben, und dass Stiftungen durch eine diversifiziertere und ertragsorientiertere Anlagepolitik im Durchschnitt rund 2 % mehr Rendite p. a. erreichen könnten. Das zeigt ein Vergleich in derselben Studie mit US-amerikanischen Universitätsstiftungen. Bei einem geschätzten Stiftungsvermögen in Deutschland von 100 Mrd. EUR stünden den Stiftungen bei einer ertragsorientierteren Anlage somit jährlich 2 Mrd. EUR mehr für ihre Fördertätigkeiten zur Verfügung.

Das defensive Anlageverhalten von Stiftungen hat aus unserer Sicht vor allem zwei Gründe. Erstens bleiben die Länderstiftungsgesetze inhaltlich sehr vage, was Stiftungsverantwortliche tendenziell eher konservativ als progressiv agieren lässt. Und zweitens könnten die Verantwortlichen auf der Stiftungsebene durchaus offensiver handeln – mit mehr Mut bei Entscheidungen, mehr Fachkenntnissen in Kapitalmärkten und mehr Kommunikation mit den jeweiligen Gremien.

Stiftungen können Volatilitätsrisiken von Aktien gut verkraften

Bezeichnend für die meist defensivere Ausrichtung ist der noch häufig befolgte Grundsatz, dass das Stiftungsvermögen zu rund 70 % in als sicher geltende festverzinsliche Anlagen investiert  werden soll und zu maximal 30 % in Aktien oder ähnlich risikobehaftete Anlageformen (siehe Abb. 1). Zeitgemäß erscheint diese 70-30-Faustregel jedoch längst nicht mehr, wenn man bedenkt, dass mittlerweile etwa 75  % der Euro-Staatsschulden mit einem Negativzins ausgestattet sind, Bundesanleihen sogar zu 100 %. Selbst bei den Unternehmensanleihen sind inzwischen knapp 35 % negativ verzinst. Um mit einem 70-30 Allokationsverhältnis weiterhin auskömmliche Renditen zu erzielen, müsste das Risiko bei Anleihen deutlich erhöht werden, etwa durch die Berücksichtigung von Rentenpapieren mit niedrigeren Bonitäten.


Abb. 1: Bei Stiftungen ist eine defensive Aktienallokation üblich
Traditionelle Allokation 30 % Aktien (konzeptionell); Portfoliogewichte der SAA in %
Bei Stiftungen ist eine defensive Aktienallokation üblich
Quelle: Metzler, Stand: 30. Dezember 2020

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Langfristige Ertragserwartung*: 2,9 % p. a.
  • Ordentliche Erträge*: ca. 1,6 % p. a.
  • Strategische Aktienquote: 30 % (max. 40 %)
  • Strategische Duration (gewichtet): 3,7 Jahre

Eine Alternative wäre, den Aktienanteil des Stiftungsvermögens im Rahmen einer angemessenen Gesamtstrategie anzuheben, beispielsweise auf 50 % (siehe Abb. 2). Das dann temporär höhere Volatilitätsrisiko ist von Stiftungen, die aufgrund ihres Ewigkeitscharakters einen sehr langen Anlagehorizont haben, wesentlich besser zu verkraften als potenzielle Ausfallrisiken auf der Zinsseite. Eine breit diversifizierte und ausschüttungsorientierte Aktienallokation kann so in der Zinsflaute hinreichend ausschüttungsfähige ordentliche Erträge erzielen.


 

Abb. 2: Bei anhaltend niedrigen Zinsen bedarf es einer offensiveren Aktienallokation
Offensivere Allokation 50 % Aktien (konzeptionell); Portfoliogewichte der SAA in %
Anhaltend niedrige Zinsen bedürfen offensiverer Aktienallokation
Quelle: Metzler; Stand: 30. Dezember 2020

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Langfristige Ertragserwartung*: 3,9 % p. a.
  • Ordentliche Erträge*: ca. 2,0 % p. a.
  • Strategische Aktienquote: 50 % (max. 67 %)
  • Strategische Duration (gewichtet): 2,6 Jahre

Breit diversifizierte Multi-Asset-Strategien mit einer dynamischeren Aktienquotensteuerung sind eine attraktive Anlagealternative – insbesondere für kleinere Stiftungen. Mit Unterstützung eines professionellen Vermögensverwalters, der einen Überblick über das gesamte Stiftungsvermögen hat, lassen sich alle wichtigen Diversifikationsmöglichkeiten über Anlageregionen, -klassen und -stile nutzen.

* Schätzung Metzler, bezogen auf das Gesamtportfolio. Das Erreichen von angestrebten Ertragserwartungen und Risikokennzahlen kann weder garantiert, noch zugesichert oder gewährleistet werden.

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