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29.5.2018

Jahrespressegespräch

  • Steigerung des Provisionsergebnisses um rund 10 % auf 193 Mio. EUR
  • Anstieg der bilanziellen Eigenmittel der Gruppe um 28 Mio. EUR auf insgesamt 251 Mio. EUR
  • Metzler Pension Management auf Wachstumskurs

„2017 war ein erfolgreiches Geschäftsjahr für Metzler, was sich nicht nur an der erfreulichen Zunahme des Provisionsergebnisses ablesen lässt“, so Emmerich Müller, persönlich haftender Gesellschafter, anlässlich des Jahrespressegesprächs der Frankfurter Privatbank in Frankfurt am Main. Zuversichtlich zeigte er sich auch für das Jahr 2018. „Wir hatten einen guten Start ins neue Jahr und sind auch für den weiteren Jahresverlauf optimistisch gestimmt“, so Müller.

Jahrespressegespräch 2018 Bankhaus Metzler

Das Bankhaus schütte wie immer eine Dividende von nur 2,3 Mio. EUR an die Aktionäre aus. Das Provisionsergebnis sei um rund 10 % von 176 Mio. EUR auf 193 Mio. gestiegen. Dabei hätten sich die Provisionserlöse aus der Vermögensverwaltung überproportional erhöht, was insbesondere in höheren Volumina und positiven Performancebeiträgen begründet liege. Das Zinsergebnis habe mit 8 Mio. EUR zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 17 Mio. EUR gelegen, sei aber im Rahmen der Geschäftsstrategie nur von untergeordneter Bedeutung. Die Zahl der Mitarbeiter sei im Jahresdurch­schnitt um knapp 4 % auf über 850 gestiegen. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen inklusive Abschreibungen auf Sachanlagen hätten mit 183 Mio. EUR um 16 Mio. EUR über dem Vorjahreswert gelegen. Während sich die Personalaufwendungen um rund 9 Mio. EUR erhöht hätten, seien die anderen Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen auf Sachanlagen um rund 7 Mio. EUR gestiegen. Dabei hätten Aufwendungen im Rahmen neuer regulatorischer Anforderungen eine erhebliche Rolle gespielt.

Die Bilanzsumme und das Geschäftsvolumen des Konzerns hätten mit jeweils 3,9 Mrd. EUR nur ge­ringfügig über dem Niveau des Vorjahres gelegen, wobei die Bilanzsumme für das Geschäftsmodell von Metzler wenig Aussagekraft habe. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken sei im Jahr 2017 mit weiteren 10 Mio. EUR dotiert worden und umfasse nun insgesamt 50 Mio. EUR. Das ausgewiesene Eigenkapital habe 201 Mio. EUR nach 183 Mio. EUR im Jahr 2016 betragen. Dies sei gleichbedeutend mit einem nochmaligen Anstieg von 10 %. Insgesamt würden die in der Bilanz offen ausgewiesenen Eigenmittelbestandteile damit 251 Mio. EUR betragen; sie lägen damit um 25 % über dem Niveau von 2015. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel des Bankhauses und der Metzler-Finanzholding-Gruppe würden die Mindestanforderungen weiter deutlich übersteigen. Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel der Gruppe würden insgesamt 247 Mio. EUR (Vorjahr: 217 Mio. EUR) betragen; sie bestünden ausschließlich aus hartem Kernkapital. Auf die Zurechnung der Reserven nach § 340f HGB zum aufsichtsrechtlichen Eigenkapital werde weiterhin vollständig verzichtet. Mit einer Kernkapitalquote von über 20 % sehe man sich für bestehende und künftige aufsichtsrechtliche Anforderungen weiterhin gut gerüstet.

Jahrespressegespräch 2018 Bankhaus Metzler

Im Geschäftsfeld Asset Management seien die Total Assets von 74 Mrd. EUR im Vorjahr auf
76 Mrd. EUR zum Jahresende 2017 gestiegen. Vor allem bei den verwalteten Publikumsfonds habe Metzler erfreuliche Zuwächse erzielt. Müller hob vor allem die Dynamik im Metzler Pension Management hervor: Der Metzler Pensionsfonds sei inzwischen einer der größten überbetrieblichen, nicht versicherungsförmigen Pensionsfonds in Deutschland. Im vergangenen Jahr habe Metzler einen weiteren großen Kunden gewinnen können, sodass nun insgesamt 14 Trägerunternehmen und etwa 12.000 Versorgungsverhältnisse durch den Pensionsfonds verwaltet würden. Daraus würden Kapital­anlagen für Rechnung und Risiko von Arbeitnehmern und Arbeitgebern von insgesamt 1,1 Mrd. EUR folgen – nach 0,8 Mrd. EUR im Vorjahr. Auch die Dotierungen zu überbetrieblichen Treuhand­strukturen seien deutlich gestiegen, und zwar von 1,7 Mrd. EUR 2016 auf 2,7 Mrd. EUR Ende 2017. Die gesamten Aktivitäten im Pension Management würden in einer eigenen Gesellschaft gebündelt, die zusätzlich Beratungsdienstleistungen anbieten werde. Das zweite große Pension-Management-Projekt sei der Metzler Sozialpartner Pensionsfonds, der sich gerade im Zulassungsverfahren durch die BaFin befinde. Mit einem eigenen nicht versicherungsförmigen Pensionsfonds für die reine Beitragszusage nutze Metzler konsequent die Möglichkeiten, die sich aus dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetz ergeben würden. Damit fühle sich Metzler gut positioniert, die Infrastruktur für das neue Sozialpartnermodell der betrieblichen Altersversorgung entscheidend mitzugestalten. Im Bereich Absolute Return & Wertsicherung arbeite man aktuell unter anderem daran, zusammen mit den Pension-Management-Experten Lösungen für optimierte Anlagen im Asset-Liability-Kontext zu entwickeln. Im vergangenen Jahr habe ein wichtiger Schwerpunkt des Geschäftsfeldes darauf gelegen, das Erschließen alternativer Ertragsquellen voranzutreiben und unter anderem in zeitgemäßen Multi-Asset-Strategien nutzbar zu machen. Die Assets under Management in diesem Bereich hätten Ende Dezember 2017 bei 10,7 Mrd. EUR gelegen. Im Aktienbereich sei die Integration der ESG-Strategie vorangetrieben worden, also der Einbezug von „Environmental, Social and Governance“-Kriterien in die fundamentale Analyse. Ein großes Thema sei im vergangenen Jahr die Entwicklung des Nachhaltigkeitsreportings gewesen, das Metzler nun seit Januar 2018 anbiete: Als erster deutscher Asset-Manager könne Metzler somit seinen Kunden eine solche Auswertung für Publikumsfonds, Spezialfonds und Master-KVGs liefern. Das über die Fondsplattform Metzler Fund Xchange (MFX) verwaltete Volumen, das nicht in den zuvor genannten 76 Mrd. EUR enthalten sei, habe sich um 16 % auf knapp 18 Mrd. EUR erhöht.

Im Geschäftsfeld Capital Markets betreue Metzler seine Kunden in allen Fragen des Aktien, Renten-, Geld- und Devisenmarktgeschäfts. Das Geschäft mit institutionellen Kunden im Inland und in den deutschsprachigen Nachbarstaaten habe sich nach Müllers Angaben positiv entwickelt, und es sei gelungen, erneut Marktanteile zu gewinnen und neue Kunden zu akquirieren. Mit der neu aufgenom­menen Sparte Equity Capital Markets habe Metzler sein bislang reines Brokergeschäft im vergan­genen Jahr um weitere Leistungen ergänzt, um als Mittler zwischen Unternehmen und Investoren zu dienen. So berate und betreue Metzler Emittenten bei Kapitalerhöhungen und bei Aktienrückkäufen, helfe beim Auf- und Abbau strategischer Unternehmensbeteiligungen und führe Platzierungen durch, biete weder Transaktionen mit Übernahmegarantie an, noch betreibe Metzler Kurspflege. Im Aktienbrokerage mit Asset-Management-Kunden und Hedgefonds aus dem In- und Ausland sei das Geschäftsfeld auch 2017 erfolgreich gewesen. Für die hohe Qualität und die Unabhängigkeit des Researchs für deutsche Aktien habe Metzler wiederholt Auszeichnungen erhalten. Der Bereich Fixed Income habe sich auch im Geschäftsjahr 2017 mit einem Umfeld extrem niedriger Zinsen konfrontiert gesehen. Erschwerend sei hinzu gekommen, dass die Volatilität an den Zins- und Spread-Märkten zugenommen habe – sowohl aufgrund fundamentaler Faktoren als auch einer weniger expansiven Geldpolitik in den großen Währungsräumen –, was die Investoren grundsätzlich verunsichert habe. Auch im Devisengeschäft habe Metzler erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Dazu hätten vor allem die langjährigen, sehr stabilen Kundenbeziehungen beigetragen, die der Bereich weiterhin konsequent ausgebaut habe. Gleichzeitig seien im Currency-Management-Geschäft die Assets under Manage­ment erfreulich gesteigert worden – vor allem durch neue Mandate. Hinzu komme, dass die Nach­frage nach aktivem Devisen-Overlay mit den historisch hohen Sicherungskosten für US-Dollar-Assets spürbar zugenommen habe. Darüber hinaus habe sich Metzler Capital Markets 2017 im Rahmen der „European Pensions Awards“ in London gegen starke internationale Konkurrenz als „Currency Manager of the Year“ durchgesetzt – man sei daher optimistisch, dort auch in Zukunft über­proportional wachsen zu können.

Müller erklärte, das Geschäftsfeld Metzler Corporate Finance habe sich 2017 gut entwickelt und es seien einige wichtige Mandate gewonnen worden, von denen aber aufgrund der zunehmenden Kom­plexität nicht alle im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen werden konnten. So habe Metzler die Idee für eine umfassende, kapitalunterlegte Kooperation zwischen zwei Größen aus der Finanz- und Versicherungsbranche in Japan und Deutschland initiiert: Der größte japanische Lebens­versicherer, Nippon Life Insurance Company, habe mit der Deutschen Bank AG vereinbart, sich als neuer Cornerstone-Investor mit 5 % an der DWS Group GmbH & Co. KGaA zu beteiligen sowie mit der bisherigen 100-%-Tochter der Deutschen Bank eine strategische Partnerschaft einzugehen. Zu­dem habe Metzler den Eigentümer der Dresdner VEM-Gruppe beim Verkauf seines Unternehmens an den börsennotierten Elektromotorenhersteller SEC Electric Machinery Co. Ltd. aus China beraten. Im Auftrag des Gesellschafters der Ventotec-Gruppe aus Leer habe Metzler den Verkauf einer Projekt­pipeline, mehrerer Bestandsparks und einer Betriebsführungsgesellschaft an die enercity Erneuerbare GmbH aus Hannover begleitet. In einer zweiten Transaktion im Bereich erneuerbare Energien seien die Eigentümer der Breeze Four Energy GmbH & Co. KG dabei unterstützt worden, ihre Anteile an einem Portfolio aus 14 Onshore-Windparks in Ostdeutschland zu veräußern – ebenfalls an die enercity Erneuerbare GmbH. Weiterhin habe Metzler den Gründer und Eigentümer des Forderungsdienstleis­ters coeo inkasso GmbH beim Verkauf seiner Anteile an den internationalen Finanzinvestor Waterland Private Equity Investments unterstützt.

Das Geschäftsfeld Private Banking umfasse die Vermögensverwaltung sowie die Strukturierung und das Controlling für große Vermögen von Unternehmern oder Unternehmerfamilien, Stiftungen und Privatpersonen. Die Unabhängigkeit zeige sich darin, dass Metzler keinen externen Anteilseignern ver­pflichtet sei und auf Produktplatzierungen verzichte, um die Kundeninteressen uneingeschränkt wahren zu können. Die Anlageentscheidungen würden ausschließlich auf einem strukturierten und systematischen Investmentprozess basieren, der transparent und nachvollziehbar sei. Metzler kon­zentriere sich dabei bewusst auf die Anlageklassen Aktien, Renten und Liquidität. Dabei stünden stets der langfristige Vermögenserhalt sowie der angemessene Umgang mit den Elementarrisiken der Vermögensanlage im Vordergrund. Der langfristige Ansatz spiegele sich auch in der außergewöhnlich hohen Personalkontinuität wider, die die Private-Banking-Kunden sehr zu schätzen wüssten. Die Dienstleistungen des Geschäftsfelds würden deutschlandweit an den Standorten Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Köln/Düsseldorf und Hamburg angeboten. Das betreute Volumen habe sich auch 2017 positiv und gemäß den Erwartungen zu Anfang des Jahres entwickelt. Dazu hätten nicht nur erfreuliche Wertzuwächse in den Portfolios beigetragen, sondern auch weitere Mittelzuflüsse.

Geschäftsbericht 2017

Jörg-Matthias Butzlaff, Leiter Unternehmenskommunikation, Pressesprecher
Jörg-Matthias Butzlaff

(+49) 69 2104-4975

MButzlaff@metzler.com