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Zoom: Aktuelle Branchen- und Marktthemen im Fokus - 5.4.2022 - Sebastian Sachs

Renditen von Staatsanleihen auf Höhenflug

In den vergangenen Wochen ließ sich sowohl in den USA als auch in der Eurozone eine regelrechte Renditeexplosion beobachten, ausgelöst durch Inflationsangst und die daraus folgende Erwartung einer scharfen Reaktion der jeweiligen Zentralbanken. Ist das der Start einer Zeitenwende? Drei Fragen hierzu an Finanzanalyst Sebastian Sachs

Eins
Wie kam es zum steilen Anstieg der Renditen bei Staatsanleihen?

Vor dem Hintergrund nach wie vor ansteigender Inflationsraten hat sich das Gros der wichtigsten Zentralbanken entschieden, einen (längt überfälligen) Pfad restriktiverer Ausrichtung einzuschlagen. Und auch, wenn es im Hinblick auf das Tempo der Kehrtwende große Unterschiede gibt, ist die Reaktion der Govie-Märkte beiderseits des Atlantiks eindeutig gleichgerichtet: Es geht mit den Renditen steil nach oben. Der Blick auf den zehnjährigen Treasury/Bund-Spread lässt zwar erkennen, dass die Renditen in den USA jüngst wieder etwas zurückgekommen sind. Beeindruckend ist die Geschwindigkeit und Steilheit des Aufwärtstrends jedoch in beiden Währungsräumen.

Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries ist nach einem Zwischentief in der ersten Märzwoche bei 1,66 zwischenzeitlich in die Region von 2,55 % geschossen. Die amerikanische Notenbank hat aber auch unmissverständlich klar gemacht, dass der mit der März-Sitzung eingeschlagene Pfad höherer Leitzinsen kein kurzer sein wird. Allein für dieses Jahr sind in den offiziellen Prognosen der US-Währungshüter sechs weitere Schritte eingepreist. Unter den Investoren wächst vor diesem Hintergrund die Sorge, dass es die Fed übertreibt – was sich in einer zunehmenden Verflachung bis hin zur Inversion der Renditestrukturkurve der Treasuries ausdrückt.

Zwei
Welche Schritte dürfte die EZB nun unternehmen?

In der Eurozone zeigt sich die Europäische Zentralbank zwar nach wie vor viel zurückhaltender; dennoch ist auch hierzulande eine deutliche Verschärfung des Wordings zu erkennen. Wir gehen mittlerweile davon aus, dass Christine Lagarde und Kollegen das Asset Purchase Programm bereits Ende Juli werden auslaufen lassen - um dann für einen Zinsschritt im vierten Quartal bereit zu sein. Durch den Krieg in der Ukraine ist zwar die Unsicherheit mit Blick auf die konjunkturellen Auswirkungen extrem hoch; andererseits wird der bewaffnete Konflikt auch dafür sorgen, dass wir auf der Preisseite noch lange keine Entspannung erwarten dürfen. Und hierauf wird fürs Erste das Hauptaugenmerk der EZB liegen.

Die Rendite zehnjähriger Bunds liegt aktuell rund 15 Basispunkte höher im Vergleich zu dem Niveau, an dem das markante Zwischentief im August 2021 verzeichnet wurde – nur eben diesmal mit einem positiven Vorzeichen. Der Anstieg um knapp 120 Basispunkte mutet angesichts der bisher eher lethargischen EZB zwar massiv an, spiegelt aber auch auf eindeutige Weise die Inflationsangst der Anleger wider. Große Sorge, dass es die Frankfurter Währungshüter mit ihrer geldpolitischen Kehrtwende übertreiben könnte, besteht in der Eurozone nicht – warum auch?

 

Drei
Kommt nach der Zeitenwende jetzt die Zinswende?

Was in den vergangenen Wochen passiert ist, darf schon als kleine Zeitenwende bezeichnet werden. Dies gilt vor allem für die Eurozone und insbesondere für Bunds, deren Renditen nun wieder über den größten Teil des Laufzeitenspektrums im positiven Bereich liegen. Auch in den Staaten der Peripherie des Euroraumes stiegen die Renditen deutlich. Doch selbst in den USA, wo nun ab einer Laufzeit von zwei Jahren die Govies wieder mit einer Zwei vor dem Komma rentieren, befinden wir uns gewissermaßen in einer neuen Zeitrechnung. Und der Aufwärtstrend der Renditen muss ja noch keineswegs abgeschlossen sein – auch wenn wir nicht erwarten, dass die Bäume hier in den Himmel wachsen.

Problematischer ist es da schon mit dem Begriff Zinswende: Unseres Erachtens müsste dieser vor allem damit einhergehen, dass auch der Realzins wieder in den positiven Bereich dreht. Und dies scheitert schon an der Erwartung, dass sich die Inflation längerfristig auf deutlich erhöhten Niveaus halten wird – sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Die Zentralbanken dürften in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein, den Leitzins so weit zu erhöhen, dass diese Entwicklung ausgeglichen wird. Für die Zinswende werden wir uns also wohl noch ein wenig gedulden müssen.

Sebastian Sachs
Sebastian Sachs

Finanzanalyst FI/FX , Metzler Capital Markets

Sebastian Sachs ist seit 2011 bei Metzler tätig. Er ist Stratege im Bereich Capital Markets mit Schwerpunkt in der Analyse der Anleihe-, Devisen- und Rohstoffmärkte. Vor seiner Tätigkeit bei Metzler arbeitete Herr Sachs von 2006 bis 2011 als Covered-Bonds-Analyst bei der DZ Bank in Frankfurt am Main, von 2000 bis 2005 als Finanzmarktjournalist bei der Financial Times Deutschland in Frankfurt am Main und von 1998 bis 2000 als Analyst für Staatsanleihen bei Dresdner Kleinwort Benson in Frankfurt am Main. Dazwischen war er für kurze Zeit bei MTS Deutschland in Frankfurt am Main und der Berenberg Bank in Düsseldorf tätig. Herr Sachs studierte Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, Finanzwissenschaft sowie Geld und Währung.

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