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27.10.2020

Metzler Private Banking: Investment-Strategie Oktober 2020

  • Konjunktur: US-Präsidentschaftswahl: Auf den Kongress kommt es an
  • Anleihen: Liquiditätsschwemme verheißt nichts Gutes für die Anleger
  • Aktien: Trotz politischer Risiken weiterhin attraktiv

Nachdem ein Wahlsieg Donald Trumps im vergangenen Jahr bereits so gut wie ausgemacht schien, wurden die Karten im Präsidentschaftspoker durch Covid-19 neu gemischt“, so Emmerich Müller, persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Metzler und als Metzler-Partner verantwortlich für das Private Banking, anlässlich eines Pressegesprächs am 27. Oktober 2020 in Frankfurt am Main. Das Coronavirus habe die US-Konjunktur in eine tiefe Rezession gestürzt und drohe damit Trumps Wiederwahl zu gefährden. „Bei den diesjährigen Wahlen geht es jedoch um mehr als nur die nächste Legislaturperiode“, fährt Müller fort. Auf den Gewinner entfiele das Privileg, in vielen US-Bundessstaaten die Wahlkreise für die gesamte Dekade nach eigenem Ermessen neu festzulegen. „Angesichts der massiven Gestaltungsspielräume ist die Wahl in diesem Jahr besonders hart umkämpft. Eine konstruktive Zusammenarbeit der beiden Parteien nach der Wahl scheint unwahrscheinlich“, ergänzt Müller. Für den mittelfristigen Konjunkturausblick sei daher weniger entscheidend, ob Donald Trump oder der derzeitige Favorit, Joe Biden, die Präsidentschaftswahl gewinnen werde. Vielmehr gehe es darum, ob der Wahlsieger auch den Kongress kontrolliere – denn ohne eigene Mehrheit im Kongress sei von der neuen Regierung nur wenig zu erwarten. „Einige Annahmen über die zukünftige Politik lassen sich jedoch unabhängig vom Wahlergebnis schon heute treffen – zum Beispiel, dass die Staatsverschuldung weiter steigen wird“, so Carolin Schulze Palstring, Leiterin Kapitalmarktanalyse im Metzler Private Banking. Schließlich benötige die Wirtschaft auch nach der akuten Phase der Corona-Epidemie Impulse vonseiten des Staates, um wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzukehren. Auch in einem anderen Punkt sei der politische Weg nach der US-Wahl vorgezeichnet: Republikaner und Demokraten würden eine starke Skepsis gegenüber China teilen. Emmerich Müller stellt fest: „Die Hoffnung auf eine Beilegung des Handelskonflikts ist daher unseres Erachtens unbegründet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die protektionistische Außenhandelspolitik der USA nach den Wahlen fortgeführt wird – spätestens, wenn sich die Turbulenzen rund um Covid-19 gelegt haben.“ 

Die Renditen am Anleihemarkt würden bis auf weiteres nicht wieder steigen. Für Anleger in festverzinsliche Wertpapiere verheiße die Liquiditätsschwemme am Kapitalmarkt nichts Gutes. „Staatsanleihekäufe sind mittlerweile aber nicht mehr ausschließlich das Mittel der Wahl von Zentralbanken aus den entwickelten Volkswirtschaften“, sagt Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler Private Banking, „inzwischen haben auch einige Schwellenländer ähnliche Programme lanciert.“ Euro-Investoren seien zwar mit niedrigen oder sogar negativen Zinsen vertraut, neu sei aber, dass es sich aus Ertragssicht immer weniger lohne, auf Fremdwährungsanleihen auszuweichen. Die Politik dürfte dem Weg der finanziellen Repression weiter folgen – aus unkonventioneller Geldpolitik werde geldpolitischer Main­stream. Die Zinsen würden lange auf einem niedrigen Niveau verharren, da viele Staaten und Unternehmen am Tropf der expansiven Geldpolitik hängen. „Für Kapitalanleger heißt das: Mit Anleihen guter Bonität wird weiterhin kein Geld zu verdienen sein“, unterstreicht Frank Endres. Daher führe an Substanzvermögen kein Weg vorbei. Das Argument „There is no alternative“ (TINA) gelte mehr denn je – das sollte Aktien Rückenwind geben.

Nach dem schweren Kurssturz im ersten Quartal hätten die Aktienmärkte vielerorts ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht. Viele Marktbeobachter zweifelten jedoch an der Nachhaltigkeit des Börsenaufschwungs. „Diese Skepsis teilen wir nicht“, so Schulze Palstring. Historisch gesehen sei es nicht ungewöhnlich, wenn Aktien weit vor dem Ende einer Rezession wieder nach oben drehen; im Durchschnitt liege der Vorlauf bei US-Aktien bei etwa vier Monaten. Auf die US-Wahl dürften die Kurse mit größeren Ausschlägen reagieren, wenn eine Partei sowohl den Präsidenten als auch die Mehrheit im Kongress stelle. Dabei könnten die Aktienmärkte bei einem Sieg Trumps initial positiv reagieren, während bei einem Sieg Bidens zunächst Kursabschläge folgen dürften. Vor allem die Sorge vor Regulierungsvorhaben und Steuererhöhungen seitens der Demokraten stehe derzeit bei Investoren im Vordergrund. Gleichzeitig scheine Biden jedoch kein Anhänger von Austeritätspolitik zu sein. Die geplanten Ausgaben für Infrastrukturinvestitionen oder Sozialprogramme würden sich, so die Metzler-Experten, mittelfristig positiv auf die Konjunktur und damit vermutlich auch auf den Aktienmarkt auswirken. Von kurzfristigen Marktschwankungen sollten sich Anleger daher nicht beunruhigen lassen. „Vieles spricht dafür, dass Aktien weiterhin die attraktivste Anlageklasse sein werden – wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und einer zu erwartenden Wirtschaftserholung in den nächsten Quartalen“, so Endres. Metzler Private Banking setzt auf ein ausgewogenes Aktienportfolio mit Schwerpunkt Europa, aber auch Investments in Nordamerika und den asiatischen Schwellenländern. Wachstumsstarke Unternehmen würden aktuell leicht gegenüber zyklischen und oftmals günstig bewerteten Unternehmen bevorzugt.

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