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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 25.1.2023

Europäische Nebenwerte: Renaissance der strukturellen Gewinner

Das Jahr 2022 entwickelte sich zu einer großen Herausforderung für europäische Nebenwerte. Bis Ende November stand bei Small Caps ein Minus von mehr als 22 Prozent auf dem Kurszettel1. Dagegen verloren Large Caps2 nur etwa 4,4 Prozent. Inflation, Rezession und steigende Zinsen ließen Investoren risikoaverser werden. Entsprechend mieden sie Small Caps aufgrund ihrer geringeren Liquidität. Künftig dürften Nebenwerte weiterhin mit ihrem höheren Wachstums- und Margenprofil, ihrer größeren Innovationskraft und ihrer stärkeren unternehmerischen Dynamik punkten. Das dramatisch schlechtere Abschneiden 2022 eröffnet Einstiegschancen für Langfristanleger.

1 STOXX EUROPE SMALL 200 in Euro,   2 STOXX EUROPE LARGE 200 in Euro

Globale Aktienstrategien Metzler Asset Management

Geldmenge M1 als Frühindikator für die Performance von Nebenwerten

In einem gewissen Sinne war eine Underperformance von europäischen Small und Mid Caps im Jahr 2022 – wenn auch nicht in diesem Ausmaß – zu erwarten gewesen. So entwickeln sich europäische Small Caps aufgrund ihrer geringeren Liquidität insbesondere am Anfang von rezessiven Phasen meist schlechter als Large Caps.

Europäische Small Caps vor Gegenbewegung

Quellen: Refinitiv Datastream, Metzler, Stand 31.10.2022

Insgesamt scheinen Small Caps sogar in ihrer relativen Wertentwicklung zu Large Caps den Konjunkturzyklus sechs Monate im Voraus sehr gut zu antizipieren. Wird nun auch die reale Geldmenge M1 betrachtet, die als ein äußerst zuverlässiger Konjunkturfrühindikator gilt und neun Monate im Voraus den europäischen Konjunkturzyklus abbildet, dann lässt sich auf die voraussichtliche relative Wertentwicklung von Small Caps anhand der realen Geldmenge M1 etwa drei Monate im Voraus schließen.

In den kommenden Monaten rechnen wir aufgrund fallender Inflationsraten mit einer wieder steigenden realen Geldmenge M1. Entsprechend gut stehen die Chancen für eine merkliche Erholung und Outperformance europäischer Small und Mid Caps. Daten aus den USA bestätigen dieses Bild und zeigen, dass Rezessionen Chancen bieten, günstig in Nebenwerte zu investieren. Laut einer Analyse der Bank of America, in der alle Rezessionsphasen in den USA seit 1936 untersucht wurden, erzielten Small und Mid Caps sogar schon während einer Rezession eine bessere Wertentwicklung als Large Caps.

Der Konjunkturzyklus als wichtige Determinante für die relative Performance von Small Caps – Beschleunigung der Geldmenge in Europa ein positives Vorzeichen

Quellen: Refinitiv Datastream, Metzler, Stand: 31.10.2022

Attraktive Bewertungen und möglicherweise überschätztes Risiko für Nebenwerte

Darüber hinaus ist die Bewertung von europäischen Small und Mid Caps wieder attraktiver geworden: Sie handeln nun mit einem Abschlag gegenüber dem Durchschnitt ihrer eigenen Historie und auch gegenüber dem Durchschnitt der relativen Bewertung zu Large Caps – sowohl auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses als auch auf Basis des Kurs-Buchwert-Verhältnisses. Zudem könnten Marktteilnehmer im aktuellen Umfeld das Risiko einer Investition in Nebenwerten überschätzen. Bei der Diskussion um Sondersteuern auf Übergewinne zeigt sich beispielsweise, dass davon eher große Unternehmen betroffen sein dürften. Im Nebenwerte-Universum lassen sich oftmals innovative Marktführer finden, die eine starke Preissetzungsmacht haben – ein Pluspunkt von sehr hoher Bedeutung in Zeiten hoher Inflation. Hinzu kommt: Nebenwerte unterliegen seltener als Large Caps staatlichen Regulierungen und können daher flexibler in schwierigen Zeiten agieren. 

Europäische Small Caps mit attraktiver Bewertung

Kurs-Gewinn-Verhältnis (Schätzung 12 Monate im Voraus)

Quellen: Bank of America, Metzler; Stand 31.10.2022

Prämien/Abschläge in %
Kurs-Buchwert-Verhältnis

Quellen: Bank of America, Metzler; Stand 31.10.2022

Prämien/Abschläge in %

Strukturelle Gründe für die Outperformance von Nebenwerten weiterhin von Bestand

Was generell für eine Investition in Nebenwerte über den Zyklus spricht, ist die sehr große Auswahl an interessanten Titeln – über 90 Prozent der europäischen Unternehmen zählen zur Kategorie der Nebenwerte. Viele sind Weltmarktführer in ihren jeweiligen Nischen mit überdurchschnittlichem Wachstum. Sie werden, da sie am breiten Markt nicht sonderlich bekannt sind, auch als „Hidden Champions“ bezeichnet.

Oft halten Management und Gründer selbst große Anteile an diesen Unternehmen – Geschäftsstrategien sind daher meist langfristig ausgerichtet, und die Unternehmensführung hat strategische Prioritäten fest im Blick. Nebenwerte glänzen zudem durch ihre hohe Innovationskraft, die es ihnen ermöglicht, Veränderungen in einer dynamischen Welt schnell umzusetzen. Die Klima- und Energiekrise in Europa beispielsweise erfordert rasches Handeln und eine schnelle Abkehr von fossilen Energieträgern. Nebenwerte tragen mit ihren Innovationen entscheidend dazu bei, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern und die europäische Wirtschaft zukunftssicher aufzustellen. Zudem entwickeln sich diese neuen Technologien oftmals zu echten Exportschlagern, was eine internationale Expansion der Unternehmen ermöglicht. All diese Punkte untermauern die attraktive und klar überlegene Gewinnwachtumsdynamik der Nebenwerte im Vergleich zu Large Caps.

Bei Nebenwerten bestehen darüber hinaus häufig signifikante Informationsineffizienzen, da diese Unternehmen nur bei wenigen Aktienanalysten auf der Coverage-Liste stehen. Das eröffnet dem fundamental und langfristig orientierten Anleger die Chance, frühzeitig die Gewinner von morgen zu identifizieren und diese in ihrer Entwicklung zu begleiten. 

Strukturelle Gründe für die Outperformance von Nebenwerten

 

Stock-Picking weiterhin entscheidend

Das Marktumfeld hat sich 2022 signifikant geändert und ist nun geprägt von strukturell höherer Inflation bei zunächst steigenden Zinsen. Hinzu kommen weitere große strukturelle Herausforderungen; beispielsweise verschieben sich Wertschöpfungsketten weltweit, und die Energiewende nimmt immer stärker an Fahrt auf. Diese Gemengelage unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des Stock-Picking.

Grundsätzlich dürfte das jetzige Umfeld Qualitätsfirmen mit gutem Management begünstigen. An Bedeutung zunehmen wird aber der Blick auf die Bewertung der Unternehmen. In den vergangenen Jahren des günstigen Kapitals ließ sich fast jeder Preis rechtfertigen, solange die Gewinne weiter gesteigert werden konnten. 

Gleichzeitig war Wachstum auch einfacher zu erwirtschaften, da selbst für niedrig rentierende Projekte eine Finanzierung zu bekommen war. Dies wird sich künftig spürbar ändern: Die richtige Balance zwischen Wachstum und Bewertung zu finden, wird aus unserer Sicht von entscheidender Bedeutung sein.

Investmentthemen im Fokus

Investmentthemen spielen aus unserer Sicht bei der Ideengenerierung eine wichtige Rolle. Deswegen haben wir einige der spannendsten Themen für 2023 zusammengefasst. Sehr aktuell bleibt die Energiewende, die erhebliche Investitionen erforderlich macht. Unternehmen aus allen Teilen der Wertschöpfungskette – von den Technologieherstellern über die Netzwerkbetreiber bis hin zu den Energieproduzenten selbst – dürften hier attraktive Anlagechancen bieten.

Auch Unternehmen aus dem Halbleiterbereich bleiben essenziell wichtig für den technologischen weltweiten Fortschritt. Ihr starkes Wachstum der vergangenen Jahre dürfte auch künftig überdurchschnittlich bleiben.

Ebenfalls interessant ist das Medizintechniksegment, das dank wissenschaftlichem Fortschritt und hoher Innovationskraft der Unternehmen weiter ein sehr starkes Wachstum erzielen wird und zugleich das Leben vieler Menschen besser und leichter machen wird.

Qualitätstitel dürften künftig ihre Stärken ausspielen: Mit ihrem stärkeren Fokus auf langfristigen Geschäftsbeziehungen, Technologieführerschaft, gesunden Bilanzen und krisensicherem Management sind diese Firmen in der Lage, in Krisenzeiten ihre Position zu stärken und ihre Marktführerschaft auszubauen. Wichtig für Investoren ist dabei, die Bewertungsrelationen genau im Blick zu behalten und ins Verhältnis zur Wachstumsdynamik zu setzen.

Letztlich gibt es insbesondere im Segment der Nebenwerte eine Reihe von Unternehmen mit einer führenden Stellung in ihrer jeweiligen Branche, die aus konjunkturzyklischen und Liquiditätsgründen mit einem deutlichen Bewertungsabschlag handeln. Dies bietet für langfristig orientierte Anleger attraktive Investitionsmöglichkeiten in Unternehmen, die in Bezug auf ihre Technologie, ihr Produktportfolio und ihre Unternehmensführung absolute Marktführer sind.

Investmentthemen im Fokus

Fazit

Auch künftig dürfte es für Small und Mid Caps spannend bleiben. Zwar bleibt exaktes Timing nach wie vor sehr schwierig, jedoch sind die aktuellen Kurse im historischen Vergleich attraktiv, und es lassen sich in Nischen echte Perlen finden. Stock-Picking gewinnt wieder an Bedeutung, und eine gezielte Einzeltitelauswahl dürfte sich in diesem Umfeld auszahlen.

Die Autoren

 

Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management GmbH
Edgar Walk

Metzler Asset Management
Chefvolkswirt

Lorenzo Carcano, Leiter Portfoliomanagement Equities
Lorenzo Carcano

Leiter Portfoliomanagement Equities

Nedialko Nedialkov, Portfoliomanager im Team Equities des Metzler Asset Managements
Nedialko Nedialkov

Portfoliomanager

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