Mehr Kapitalmarkt in der Altersvorsorge: Einordnung von Metzler
Mit dem beschlossenen Altersvorsorgedepot sendet die Politik ein wichtiges Signal für die Zukunft der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Die Reform zielt darauf ab, das langfristige Sparen am Kapitalmarkt zu stärken und neue Möglichkeiten für renditeorientierte Vorsorgelösungen zu schaffen. Unser Geschäftsführer Philip Schätzle ordnet ein, welche Chancen sich daraus für Anlegerinnen und Anleger sowie für die Fondsbranche ergeben und wo noch Herausforderungen bestehen.
Philip Schätze im Interview
Welche Bedeutung hat das beschlossene Altersvorsorgedepot für die private Altersvorsorge und die Fondsbranche?
Aus Sicht von Metzler Asset Management ist das Altersvorsorgedepot ein bedeutender Schritt hin zu einer kapitalmarktorientierteren Altersvorsorge. Es schafft die Grundlage für langfristiges, transparentes und renditeorientiertes Sparen und stärkt die Rolle professioneller Asset Manager in der privaten Vorsorge.
Welche Potenziale eröffnet die Reform für fondsbasierte Vorsorgelösungen und welche Herausforderungen sehen Sie noch, Herr Schätzle?
Die Chancen liegen in der Öffnung für Fonds- und Aktienlösungen sowie in der Abbildung individueller Risikoprofile im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge. Auf Qualitätsaktien basierende aktive Strategien oder Multi-Asset-Lösungen können hier echten Mehrwert liefern. Hürden sehen wir in potenziell restriktiven Kostendeckeln, die aktives Management benachteiligen könnten, sowie in der Notwendigkeit einfacher, digitaler Abschlussmöglichkeiten und klarer Vertriebsmodelle.
Kann das Altersvorsorgedepot die Aktien- und Fondskultur in Deutschland langfristig stärken?
Die Reform kann einen nachhaltigen Beitrag leisten, indem sie den Zugang zu den Kapitalmärkten strukturell erleichtert. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine ausgewogene Regulierung, die Renditechancen erhält, sowie eine stärkere Finanzbildung, um Akzeptanz und Nutzung langfristig zu sichern.