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Werbeinformation der Metzler Asset Management GmbH - 16.1.2026 - Edgar Walk

Positive Vorzeichen für Europa

Schon seit April 2025 ist in der Eurozone eine zwar langsame aber stetige Verbesserung der eher wenig beachteten Frühindikatoren wie dem Economic Sentiment Index und den OECD Leading Indicators zu beobachten. Ende Dezember signalisierten sie ein Wirtschaftswachstum von etwa 1,5 Prozent – ein Wert, der über der Bloomberg-Konsensus-Schätzung von 1,2 Prozent liegt.

Eurozone: Frühindikatoren signalisieren Belebung
BIP in % ggü. Vj. und Frühindikatoren in Standardabweichung

Quellen: Eurostat, OECD, Metzler; Stand: 31.12.2025

Die Konjunkturdaten bestätigen das positive Bild. So stieg die Industrieproduktion im Euroraum im November um 0,7 Prozent gegenüber Vormonat. Trotz der erheblichen monatlichen Schwankungen zeigt der Grundtrend damit klar nach oben, getragen vor allem von Deutschland und Italien. Die Quartalsdynamik zeigt es sogar eindrücklicher: Die durchschnittliche Industrieproduktion (ex Bau) im Oktober und November lag bereits 3,6 Prozent p.a. über dem Durchschnitt des 3. Quartals. Im dritten Quartal wurde noch ein Rückgang von 0,5 Prozent p.a. (ggü. Q2) verzeichnet. Der ZEW-Index am Dienstag und die Einkaufsmanagerindizes am Freitag dürften das grundsätzlich positive Konjunkturumfeld bestätigen.

Auch der Konsum zeigt wieder erste Lebenszeichen. So dürfte der reale Konsum in der Eurozone im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent gewachsen sein. Vor dem Hintergrund des niedrigen Konsumentenvertrauens im vergangenen Jahr ist die Konsumbelebung beeindruckend. Zuletzt verbesserte sich das Konsumentenvertrauen (Donnerstag) sogar wieder etwas – ein Trend, der sich auch im Januar fortgesetzt haben könnte.

Eurozone: Konsumentenvertrauen scheint sich langsam zu verbessern
Index des Konsumentenvertrauens in der Eurozone

Quellen: Eurostat, Metzler; Stand: 15.12.2025

Japan: Geldpolitik im Fokus

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal seit Jahrzehnten in Japan eine gewisse Aufbruchsstimmung und allgemeinen Optimismus wahrgenommen – im starken Kontrast zu der allgemein schlechten Stimmung in Deutschland. Es gibt einen konstruktiven Blick in die Zukunft. Das hängt auch damit zusammen, dass die Aktienkurse und Immobilienpreise wieder strukturell steigen. Gerade am Immobilienmarkt in den Großstädten scheint sich nunmehr die Nachfrage merklich zu beleben. Ein Grund dafür ist auch die ultralockere Geldpolitik der Bank von Japan, die auf ihrer Sitzung am Freitag wahrscheinlich keine Änderung am Leitzins von derzeit 0,75 Prozent beschließen wird. Der Trend des nominalen BIP-Wachstums, das derzeit eine Wachstumsrate von etwa 4,0 Prozent aufweist, ist eine gute Proxy für den angemessenen Leitzins. Es ist also sehr attraktiv Kredit aufzunehmen, um in Immobilien und unternehmerische Aktivitäten zu investieren. So beschleunigte sich das Kreditwachstum im Dezember auf 4,8 Prozent – ein Wert, der seit Erhebung der Daten seit 1991 noch nie (ex Pandemie) erreicht wurde. Eigentlich sollte die Bank von Japan den Leitzins weiter anheben, um die geldpolitischen Risiken nicht zu groß werden zu lassen. Zumal die Konjunktur gut läuft, wie die Einkaufsmanagerindizes am Freitag zeigen dürften, und sich die Inflation (Freitag) bei etwa 3,0 Prozent eingependelt hat.

China: Deflationäres Umfeld

Chinas Kreditdaten zeigen: Wachstum wird zunehmend über Verschuldung abgesichert. Ende 2025 lagen das gesamte ausstehende Kredit- und Finanzierungsvolumen bei 442,12 Billionen RMB (+8,3 Prozent ggü. 2024), der jährliche Zuwachs betrug 35,6 Billionen RMB. Entscheidend ist jedoch das schwächere nominale BIP-Wachstum: Der Anstieg der Gesamtfinanzierung um 35,6 Billionen RMB im Jahr 2025 bewirkte einem Zuwachs der chinesischen Schuldenquote (Schulden in Relation zum BIP) um 12 Prozentpunkte. Der Anstieg liegt über denen der Jahre 2024 und 2023 (jeweils 11 Prozentpunkte). Es zeigt sich also eine sinkende „Kreditproduktivität“ (mehr Schulden nötig für dieselbe Wachstumsrate).

Besonders erschreckend ist, dass das ausstehende Kreditvolumen an die privaten Haushalte seit Juni 2025 um knapp 1,0 Prozent gefallen ist. Die Krise im Konsum hat sich also seit Jahresmitte 2025 verschärft. Dementsprechend dürften am Freitag BIP-Wachstum im vierten Quartal und Industrieproduktion im Dezember zwar solide Werte aufweisen, die Einzelhandelsumsätze dürften aber weiter zur Schwäche neigen.

Edgar Walk
Edgar Walk

Chefvolkswirt , Metzler Asset Management

Edgar Walk arbeitet seit 2000 bei Metzler. Als Chefvolkswirt im Bereich Asset Management ist er für die volkswirtschaftlichen Prognosen verantwortlich. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit dem Portfoliomanagement liegt sein Fokus neben der volkswirtschaftlichen Analyse verstärkt auf Kapitalmarktthemen. Vor seiner Anstellung bei Metzler studierte Herr Walk in Tübingen Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Regionalstudien Ostasien und Japan. Zur Vertiefung seiner Studien verbrachte er ein Auslandssemester an der Doshisha-Universität in Kyoto (Japan). Am Institut für Weltwirtschaft in Kiel absolvierte er anschließend den Aufbaustudiengang „Advanced Studies in International Economic Policy Research“.

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